2015 - ISLAND

 

Tag 4 – 28.09.15, Montag
Fjadrargljuvur – ein Canyon Richtung Vik

 

Es regnete heute nur einmal und das den ganzen Tag!!

 

Nach unserem selbstgemachten Frühstück sind wir trotz sehr feuchter Wetterlage zu dem unter Naturschutz stehenden Fjaðrárgljúfur Canyon aufgebrochen. Diese Schlucht ist stellenweise über 100m tief und windet sich in zahlreichen Bögen durch das Tuffgestein. Gute Wandermöglichkeiten bieten sich an der Ostkante der Schlucht entlang oder am Boden der Schlucht, dabei muss man allerdings wiederholt den Fluss Fjaöra durchwaten.

 

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Das Wetter war uns einigermaßen gewogen und es regnete anfangs eine zeitlang gar nicht und dann nur so stark, wie wir es aus Deutschland kennen. Schweigend ob dieser wundervollen Natur und diesen intensiven Farben, sind wir den Weg langsam nach oben gegangen. Im Matsch und durch Pfützen in doppelter Regenkleidung mit Skimütze und Handschuhen.

 

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Ein wunderschöner Weg, auf dem man gerne mal stehenbleibt um durchzuatmen und die gewaltige Natur auf sich wirken zu lassen. Die Canyonwände sehen aus wie riesige Baumstümpfe bewachsen mit Moos und Flechten. Das Wasser unten im Canyon rauscht, aber der Regen war lauter, denn mittlerweile fing es an zu graupeln.... ihhhh..... das muss doch nicht sein, oder?

 

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Die Schlucht ist durch die Kraft des fließenden Wasser entstanden. Von den Gletschern kommend hat es sich einen Weg durch das Palagonitgestein gebahnt und im Laufe der Jahrhunderte immer tiefer hineingegraben. Palagonit ist ein gelblich-braunes Gesteinsglas, aus basaltischer Lava entstanden.

 

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Der Weg ist gut begehbar, aber wir sind dann doch nur bis zur ersten Aussichtsplattform gegangen und nicht bis ganz nach oben gelaufen, da ich mein neues Knie noch ein wenig schonen wollte. Außerdem wurden wir immer mal von einer Horde unserer Freunde mit den Selfie-sticks überholt, die bunten Mäntelchen machen sich ja ganz malerisch in der im Regen versunkenen Landschaft. Bunt ist ja nicht schlimm, aber laut ist schlimm.

 

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Wir konnten leider nur wenige Fotos machen, da die Kameras sonst zu nass geworden wären. Die Natural Bridges sind wirklich wunderschön aber schwer zu fotografieren, da der Hintergrund sich wie eine Wand dahinter mogelt und man es gar nicht richtig wahrnehmen kann.

 

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Die Farben waren trotz verhangenem Himmel sehr intensiv und kontrastreich, man hätte noch Stunden hier verbringen können, aber wir wollten noch zum Kirchenpflaster und zum Stornjafoss am Ortsende von Kirkjubaeklaustur und zum Systrafoss aber das haben wir dann gestrichen, da es auch nach ca. einer dreiviertel Stunde Wartezeit im Auto vor dem Kirchenpflaster nicht aufhören wollte zu gießen. Vom Auto aus haben wir ein paar Fotos gemacht, die aber nur Erinnerungswert haben sollen. Morgen und übermorgen ist ja auch noch ein Tag.

Also haben wir im Systrakaffi eine Pizza gegessen und uns in dem Mini-Supermarkt Kuchen gekauft, sind dann mit hängenden, triefenden Köpfen aufs Zimmer gegangen und haben die Planung für morgen in Angriff genommen, da muss noch viel rein und wir werden früh starten.

Meine Idee, den Hotpot mal aufzusuchen gestaltete sich dann doch etwas anders als vorgestellt. Es ist ein öffentliches Schwimmbad, was auch einen Hotpot hat und deshalb kostet es auch noch Eintritt und Mietgebühr für die Handtücher. Eine Möglichkeit wäre gewesen bei 7°C nur mit dem Handtuch vom Zimmer ins Auto über die beiden Straßen und ab ins öffentliche Schwimmbad. Das haben wir uns dann aber verkniffen.

Der Ort hat etwa 120 Einwohner. Im Ort gibt es ein Schwimmbad, ein Icelandair-Hotel, zwei gastronomische Betriebe, einen Supermarkt und eine Tankstelle, die außer Benzin und Diesel auch einen Shop mit den üblichen Fastfood-Angeboten hat.

Wir verziehen uns aufs Zimmer, duschen heiß, schauen uns die Fotos an, schreiben emails an die zu Hause gebliebenen und machen die Planung für morgen.

Morgen übernachten wir in Skalafell in einem Guesthouse irgendwo am Ende der Welt, wo die Straße nicht mehr weitergeht. Das Wetter soll trocken bleiben, aber es sind erneut Orkanböen angesagt, na schauen wir mal.

Heute sind wir nur 27 Kilometer gefahren und waren trotzdem 4:10 Stunden mit dem Auto unterwegs.

 

Spruch des Tages:
Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören.
(Chinesische Weisheit)