2015 - ISLAND

 

Tag 6 – 30.09.15, Mittwoch
von Skalafell nach Gullfoss
- Jökulsarlon
- Hofskirkja
- Gullfoss
- Strokkur

 

Also nicht dass wir unheimlich verwöhnt wären, aber so eine Cabin ist ja schon gewöhnungsbedürftig. Trotzdem darf man eigentlich nicht meckern, denn sie hatten sogar free Wifi, am Ende der Welt in Skalafell, denn danach geht die Straße nicht mehr weiter. Es gibt nur noch Berge und Wiesen und einen Sturm der sich gewaschen hat. Aber die Sonne lachte und wir waren guter Dinge und gut geschlafen haben wir auch.

 

 

 

Der Frühstücksraum war gut besucht und die Auswahl war sehr reichlich, wenn man bedenkt, dass wir hier auf einem Bauernhof waren und der nächste Laden wahrscheinlich 50 Kilometer, wenns reicht entfernt ist.

Wir sind recht früh gestartet, weil wir unbedingt nochmal an den Jökulsarlon wollten um das Eis mal morgens zu sehen und zu fotografieren.

 

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Fazit: das Licht war gestern nachmittag besser und die Kameras konnte man gestern auch besser festhalten, denn heute hat's mal gerade unser 4 kg schweres Stativ durch die Gegend gewirbelt und unter dem schwarzen Lavasand begraben. Rolf hatte nur kurz die Kamera runtergenommen um aus der Hand zu fotografieren, da die Vibration auf dem Stativ durch den Wind zu stark war und da hat es sich unmerklich selbständig gemacht.

Er ist dann von Fotograf zu Fotograf geschlichen und hat geschaut ob eventuell jemand sein Stativ mit dem ach so edlen Wimberly genommen hat, aber er hat es dann etwa 10 Meter weiter von seinem ursprünglichen Standort entfernt im Sand fast zugeweht entdeckt. Adrenalin pur. Nein, sowas passiert hier sicher nicht, dass man was weggenommen bekommt.

Wir haben also die halbe Stunde, die wir im Plan gut hatten schon an den beiden Eislocations verfotografiert und sind dann schnurstracks auf die 1, um so schnell wie möglich nach Kirkjubaeklaustur.... zu kommen – als Zwischenstation zu Gullfoss, unserem heutigen Übernachtungsort. Aber der Sturm war so stark, dass es uns ein paar Mal das Auto so versetzte dass wir beinahe im Graben gelandet wären. Puh...das brauch ich nicht öfter, mir war richtig schlecht!!

Die Hofskirkja haben wir auch noch aufgesucht und von allen Seiten fotografiert. Einfach zauberhaft mit diesem gras- bzw. moosbedeckten Dach. Es war 10° warm und wir waren guter Dinge, obwohl die Sonne nicht mehr schien, aber es war trocken und weiterhin stürmisch. Dieses Kirchlein ist 1884 gebaut worden und soll die letzte Torfkirche im alten Stil sein. Sie ist eine von sechs noch bestehenden Kirchen und wird durch das Nationalmuseum erhalten. Sie dient tatsächlich noch als Gemeindekirche von Hof. Die Tür war verschlossen, sonst hätten wir kurz mal reingehen können.

 

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Wir setzten uns wieder mit unserem Suzuki C6 auf die Ringstrasse und fuhren und fuhren und fuhren, das Wetter wurde wieder schlechter, wir sahen die Regenwand kommen, aber vielleicht haben wir ja Glück und der Sturm bläst alles weg. Wir freuten uns jedoch nochmal durch diese gigantische Landschaft zu fahren. Aus diesem Blickwinkel sieht wieder alles ganz anders aus.

 

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In Kirkjubaeklaustur haben wir dann in „unserem" Systrakaffi eine Zwischenmahlzeit genommen und den Parkplatz das erste Mal in trockenen Zustand angefahren und auch verlassen. Der Wind hatte sich gelegt – der Himmel war bedeckt.

Je weiter wir uns nach Westen bewegten umso nebeliger und bedrohlicher zeigte sich der Horizont und es dauerte nicht lange und da begann es zusätzlich zu dem einsetzenden Regen wieder an zu stürmen.

Wir haben noch schnell von den, direkt an der Ringstraße liegenden Häusern die in den Felsen gebaut wurden, Fotos gemacht und sind dann weiter in den Regen und Nebel hineingefahren. Der Wind ließ eine Geschwindigkeit über 80 kmh nicht zu.

Von der Ringstraße mussten wir dann irgendwann auf die 30 nördlich und weiter auf der 35... Richtung Osten zum Gullfoss, irgendwo vorher sollte dann eigentlich unser gebuchtes Hotel Gullfoss liegen. Zwischendurch dachten wir mal, wir sind falsch und Rolf schickte mich in irgendeinem an der Strecke liegenden Dorf zum fragen nach draußen.

Ich dachte ich gehe mal in diese Hotel was genau an dem Parkplatz lag, aber ich merkte dann schnell, dass es ein Kindergarten war. Viele Menschen drin, sich lebhaft unterhaltend, spielende Kinder und ich rüttelte an der Tür, die mir aber auch keiner aufmachte..... wozu auch? Sie sahen mich nur an und unterhielten sich weiter.

Dann kam Gott sei Dank eine Dame in den Windfang und ich fragte sie nach dem Weg. Sie wusste es auch nicht und dann gingen wir hinein. Sie drückte einfach auf die Klinke, die ich nicht gesehen hatte, weil sie ganz oben an der Tür angebracht ist. Logisch, oder ? Bin ja in einem Kindergarten!!!

Ja, man konnte mir helfen, wir sind auf dem richtigen Weg, aber es sind noch ca. 45 Minuten zu fahren – oh weija..... wir waren schon so lang und so viel Kilometer unterwegs und eigentlich dachten wir viel eher anzukommen um noch zum Gullfoss zu gehen.

Also fuhren wir weiter, auf einer Huckelpiste bis zu riesigen Baumaschinen die an der Straße arbeiteten und fragten noch einmal, ja wir sind richtig und wir würden es dann schon sehen.... Toll!

Ja irgendwann, nach gefühlten 1001 Schlaglöchern in der Straße, von der eigentlich anzunehmen war, dass sie gerade neu gemacht wurde, sahen wir es unterhalb der Straße liegen Gullfoss Hotel – oh wie schön. Inzwischen goss es in Strömen und wir huschten erst einmal ohne unser Gepäck hinein und fragten nach der nächsten Tankstelle, denn auf einem Schild auf dem Weg hierher stand zu lesen: nächste Tankstelle in
200 km – das hätte uns in große Schwierigkeiten gebracht. Aber der nette Herr vom Empfang konnte unsere Bedenken zerstreuen, denn ein paar Kilometer weiter, dort wo der Strokkur geysiert, ist auch eine Tankstelle!

Der Strokkur ist ein Geysir neben dem nur noch selten ausbrechenden großen Geysir im Heißwassertal Haukadalur. Er bricht mehr oder weniger regelmäßig aus, manchmal alle 7-8 Minuten oder manchmal dreimal kurz hintereinander. Die Wassersäule schleudert kochendes Wasser etwa 25 – 30 Meter hoch. Das Gebiet gehört zum Goldenen Circle in dem sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden.
Also Koffer ausgeladen und ab im strömenden Regen zum Strokkur, damit wir ihn wenigstens einmal gesehen haben, solange es noch ein wenig hell ist und der Nebel nicht alles in sich hat versinken lassen, dann getankt und Plan für morgen zurechtgelegt.

Wenn es trocken ist, dann so früh wie möglich hier hin und Fotos gemacht, danach erst zum Frühstück. Und wir gehen davon aus, dass es morgen wieder schön ist. Der kurze Besuch beim Strokkur hat uns wieder mal total durchnässt. Trotz der Regenklamotten, ja, ja hier kommt schon ganz schön was zusammen.

Zum Gullfoss sind wir auch noch schnell gefahren, aber konnten wegen Regen, Nebel und einsetzender Dunkelheit nicht mal aussteigen und schauen wo der Weg verläuft den wir dann morgen laufen wollen um ihn zu sehen.

Der Gullfoss ist der bekannteste Wasserfall Islands und wird auch der goldene Wasserfall genannt. Er liegt in der Nähe der heißen Quellen des Haukadalur. Das Wasser des Gletscherflusses Hvítá fällt über zwei gewaltige Kaskaden, die aufeinander stehen in eine 2,5 km lange und 70m tiefe Schlucht. Zur Sommerzeit ist damit zu rechnen, dass pro Sekunde bis zu 1200m³ Wasser in die Tiefe fallen.

Wieder mal total durchnässt zurück im Hotel, haben wir nach dem Hotpot gefragt und ja, wir konnten hinein. Man hat uns sogar, nachdem wir danach fragten kostenfrei Bademäntel gegeben.

 

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Wow, war das ein schönes Erlebnis, da vergisst man doch wirklich dass man draußen im Regen sitzt. Es ist eigentlich eine größere eckige blaue Badewanne mit Sprudeldüsen, gefüllt mit Thermalwasser was jetzt „nur" noch 40 Grad hat. Herrlich, so schön warm..... und es regnete weiter. Das fühlt sich ganz komisch an, da kommen die Sinne nicht so schnell nach. Kalte Regentropfen prasseln wie Nadelstiche auf die Schultern und ins Gesicht, wenn man nicht bis zum Kinn eintaucht aber man friert trotzdem nicht. Das Wasser ist sehr schön weich, erst auf dem Zimmer haben wir am Geruch gemerkt, dass wohl doch ein wenig Chlor zur Desinfektion zugegeben wurde. Nochmal abduschen und wohlfühlen, herrlich. Sofort haben wir beschlossen, bei einer nächsten Reise hierher müssen wir darauf achten, dass wir so einen Hotpot in jeder Unterkunft haben.

Anschließend sind wir zum Abendessen im Hotel gegangen und fühlen uns rundherum sehr gut untergebracht. Das Abendessen war köstlich, Kürbissuppe und Pasta mit Lachs, dazu für Rolf ein Bierchen und für mich ein Glas Wein, Wasser und Brot mit Smjör (Butter) ist dabei.....

So könnte das weitergehen, aber morgen müssen wir schon für die Heimreise packen. Da unser Flieger erst nach Mitternacht geht, haben wir noch den ganzen Tag vor uns und wollen noch einige Wegpunkte mitnehmen. Sollte es weiterhin regnen und stürmen, dann fahren wir gleich nach Reykjavik und machen uns eine schönen Tag.

Umziehen können wir uns am Flughafen – es reicht wenn wir um 22:00 Uhr dort sind, um das Auto abzugeben.

Insgesamt sind wir heute 428,8 km gefahren und waren dafür 9,5 Stunden unterwegs.

 

Spruch des Tages:
Sei nie schneller, als Dein Schutzengel