2016 - Island Einmal rund um die Insel

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Tag 03– 26.05.16 Donnerstag

 

Das Internet verspricht uns für heute einen schönen Fahrtag, im Norden soll es freundlicher sein, dort ist jetzt richtig Sommer. Na gut, dann lassen wir uns mal überraschen und stehen um 7:00 Uhr pünktlich auf, um gleich um 08:00 Uhr beim Frühstück zu sein.

Es gibt ein reichhaltiges Frühstücksbüffet mit leckerem, selbstgebackenem Brot und verschiedenen Knäckbrotsorten. Obst fürs Müsli und verschiedene Cerealien.

 

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Käse und Wurst, Salami und Schinken was man so kennt, aber auch noch selbstgemachte Aufstriche mit Thunfisch, Shrimps mit Spargel und eine Zubereitung mit Hering. Hering mögen wir nicht so und probieren es nicht, aber die anderen beiden Aufstriche schmecken ganz hervorragend.

Um 9:45 Uhr sitzen wir im Auto und starten gen Norden mit unserem heutigen Endziel Akureyri. Den Norden von Sneafellsness lassen wir konsequent aus, und vertrauen auf das schönere Wetter, dass wir in Akureyri haben können.

 

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Es wird ein langer Fahrtag werden, aber dafür haben wir dann morgen nicht so viel zu fahren. Bei 7°C, Sprühnebel und starkem Wind machen wir uns auf den Weg

Die Landschaft sieht dementsprechend traurig und düster aus. Wir fahren auf der 54 wieder bis nach Borganes. Die Landschaft rechts und links hatten wir auf der Hinfahrt noch im Sonnenlicht gesehen und heute präsentiert sie sich vollkommen anders, auch die Farbe der Lavafelder kantig oder auch flach mit Gras oder Moos bewachsen sieht in diesem Licht fahl grünlich bis rötlich aus.

 

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Während der Fahrt ist der Nebel teilweise ziemlich dicht.

 

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Wir fahren durch Lavafelder und begünstigt durch den Nebel drumherum, hat man das Gefühl, die Trolle schauen einen unter ihren graugrünen Haaren, manchmal auch unter strohfarbenen ausgebleichten Schöpfen verschmitzt an und denken sich ihren Teil. Lavafelder wechseln sich mit steppenähnlichem Gebiet ab. Auch an richtig saftig grünen Wiesen fahren wir vorbei und freuen uns an den Mengen kleiner wirklich noch winziger Lämmer, die ungestüm umherspringen und sich (noch) ihres Lebens freuen. Leider regnet es dann doch wieder und die Sicht nimmt ab.

Nach 92 Kilometern, mittlerweile sind wir bei Borganes auf die Ringstrasse abgebogen, haben wir eines unserer Etappenziele erreicht. "Glanni Paradise". Hier am Fluss Nordura gibt einen dreifachen „kleineren“ Wasserfall, den man auf ausgebauten Wegen eingebettet in einem alten Lavafeld (Grábrókarhraun) gut erreichen kann und dem nachgesagt wird die Behausung von Elfen und Trollen zu sein. Man parkt an einem Golfplatz.

 

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Von dort aus geht’s auf den geschotterten Wegen, zwischen dem wundervollem grün der Sträucher immer dem Geräusch eines starken Rauschens nach. Man kann den Wasserfall nicht verfehlen. Aber gerade als wir die Kameras aus den Taschen nehmen, fängt es an wieder richtig zu regnen, da muss natürlich alles etwas schneller gehen und dann aber flotti flotti zurück zum Auto.

Um 12:00 Uhr, das sind etwa 2:15h nach unserem Start, haben wir 121 Kilometer zurückgelegt, fahren auf einer Höhe von 189m und rechts und links von uns befinden sich Schneeflecken. Das Gras, was nicht mehr mit Schnee bedeckt ist, sieht aus wie die Wiesen im Allgäu nach der Schneeschmelze und wartet nur darauf, von wärmenden Sonnenstrahlen zu neuem Leben erweckt zu werden. Größere dunkle Basalthügel heben sich trotz des trüben Wetters wundervoll von den ausgebleichten Wiesen ab. Gegen 12:30h erreichen wir den höchsten Punkt und es erwartet uns eine „Hitzepeitsche“ von tatsächlich 9°C. Hellerer Himmel setzt sich durch und wir fahren und fahren.

Die Landschaft ändert sich öfter, große Flächen sind mit Nadelbäumen bepflanzt worden um den Sünden der Vergangenheit entgegenzuwirken. Gegen 13:00h fahren wir schon an dem ersten, weit ins Landesinnere reichenden, Meeresarm entlang sowie an ganz vielen Weiden mit Pferden und auch Schafen vorbei.

 

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Manchmal muss man 2x hinschauen, sind es nun die Trolle oder doch Schafe? Die Farbe des Schaffells paßt eindeutig ganz wundervoll in die Landschaft und hebt sich kaum davon ab.

 

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Links das dunkle, wellenbewegte Wasser des Fjords und recht der Straße die farblich wechselnde Landschaft, dazu inzwischen 11 °C und wir schöpfen wieder Hoffnung auf besseres Wetter, denn auch der Regen hat aufgehört. Auf der Querspange zum nächsten Fjord, läßt sich die Sonne sogar richtig blicken und muntert uns mit ihren Strahlen auf. Die Landschaft ist dann wieder recht karg, aber wir haben jetzt sogar 13°C.

Um 14:00 Uhr machen wir in Blönduos eine sonnige aber stürmische Kaffepause und haben damit auch den nördlichsten Punkt unseres Tages erreicht, ab hier geht es wieder ein wenig ins Landesinnere und durch die Berge. Die Ringstraße verläuft nun mal so und auf ein Abenteuer, eine zweistellige Straße an der Küste entlang zu fahren, lassen wir uns nicht ein. Es ist weiterhin trocken aber total bedeckt wir fahren weiter auf der 1 mit Aussicht auf wundervolle tief eingeschnittene Täler, Wasserläufe und Seen. Die Berge sind mehr und mehr mit Schnee bedeckt und es gibt Schafe und Pferde und Schwäne oder Gänse, das kann man nicht so genau erkennen. Das Wetter? Nööö – Sonne weg – es ist bedeckt und grau, aber trocken!! Wir werden eine kleine Weile von zwei Gänsen begleitet, die einfach mal neben uns herfliegen, bis sie dann doch abdrehen. Wow, was für ein tolles Erlebnis.

Je weiter wir jedoch wieder in den Süden eintauchen, um so intensiver werden die Farben der Landschaft und des Himmels, es ist eine eigenartige fremde Lichtstimmung.

 

Die Schafe, an denen wir nun vorbeifahren, wurden bereits geschoren, aber nur bis zu zwei Drittel etwa, denn das Hinterteil ist nach wie vor mit Fell bedeckt. Das sieht ganz schön merkwürdig aus, hat aber bestimmt irgendeinen tieferen Sinn. Den südlichsten Punkt unserer Nordroute haben wir jetzt hinter uns gelassen und die Schneeberge nehmen trotzdem kein Ende.... eine tolle Landschaft, die bei strahlender Sonne bestimmt noch viel imposanter aussieht.

Danach fahren wir eine Zeit lang durch einsame Landstriche. Man könnte die flachen tiefliegenden Flächen vielleicht als Becken bezeichnen, in denen sich kleine Wasserläufe gebildet haben, sich finden und wieder auseinanderlaufen. Mit 10°C Aussentemperatur bewegen wir uns weiter, nun zwischen schneebedeckten Bergen, die kein Ende nehmen wollen auf Akureyri zu, es ist mittlerweile 15:40 Uhr und irgendwie wird es jetzt Zeit anzukommen.

Unser Hotel liegt kurz hinter Akureyri und heißt Kjarna Lundur, es sieht sehr nett aus, aber als wir auf unser Zimmer kommen, ist es noch nicht gemacht.... Hhhhmm und so dolle war es auch nicht.... also wieder runter zur Rezeption, es war alles ein Fehler im PC und wir bekommen sofort ein anders Zimmer, diesmal mit Aussicht auf den Berge und viel größer, sogar mit einer Couch und einem Schreibtisch. Jedoch kein Wasserkocher für unseren geliebten Kaffee.

 

Nachdem wir uns ein wenig erholt haben, fahren wir nochmal nach Akureyri rein und machen bei Sonnenschein und stürmischem Wind die Gegend um die Kirche unsicher. Zu allem Überfluß und als Belohnung für die lange Fahrt heute, gönnen wir uns sogar ein Eis. Ja, wir sind schon wirklich verrückt.

Akureyri ist mit ca. 18.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Islands und liegt am längsten Fjord der Insel, dem Eyjafjörfur. Sie ist die Metropole des Nordlandes, eine junge Stadt mit der größten Werft des Landes und der größten Konservenfabrik. Es gibt einen botanischen Garten, den wir uns jedoch nicht angesehen haben. Die Akureyrakirkja thront oberhalb des Ortes und hat eine sehr eindrucksvolle Treppe.

 

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In den kleinen und größeren Sträßchen rundherum stehen wirklich schöne Häuschen in kräftigen Farben mit netten Geschäften.

Wir sind heute 384 Kilometer gefahren, dafür waren wir knapp 7 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55,7 kmh unterwegs. In Akureyri selbst sind wir noch zwei Stunden zu Fuß ein wenig flaniert.