2016 - Island Einmal rund um die Insel

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Tag 09 – 01.06.16 Mittwoch

 

08:50 Uhr wir sitzen wieder im Auto und verabschieden uns von Vik mit seinem roten Kirchlein auf dem Hügel oberhalb des Ortes.

Das Zimmer im Gästehaus war adrett, sauber und liebevoll eingerichtet, aber für eine Privatunterkunft einfach zu groß. Zu viele Zimmer teilen sich zwei Toiletten und ein Bad..... mit Hinblick heute abend in Gullfoss wieder das schöne Hotel vom vergangenen Jahr zu haben, gabs nur einen Schnelldurchgang im Bad. Die Toi – naja – wäre sie auf einer Tankstelle gewesen, ich hätte auf die nächste Tanke gewartet.

Das Frühstücksbuffet war mit allem bestückt, was man sich vorstellen kann aber irgendwie nicht so sortiert nach süß und salzig oder fischig..... Jeder manschte irgendwo drin rum, am Waffeleisen wurde gehustet und geprustet und fast ne halbe Flasche Ahornsirup verbraucht..... ein Baby gab keine Ruhe, unsere Freunde mit den Selfie-Sticks wuselten herum... der Kaffee schmeckte überhaupt nicht und dann kamen noch die Menschen, die mir vorher in Unterwäsche auf dem Gang begegnet sind..... Uhhh – neee ich wollte nur noch hier weg. Vielleicht bin ich auch ganz schön hochnäsig, denn der Tripadvisor gab die Note 9,1.

Wir fahren wieder auf der Ringstrasse entlang, bis zur Abzweigung 218 Richtung Kap Dyrholaey weil wir dort auf die Lundi, die Papageientaucher hoffen. Auf dem Parkplatz steht erst ein Auto, aus dem ebenfalls Leute mit großen Linsen aussteigen, sie sind sicher ebenfalls auf der „Jagd“ nach „Geflügel“.

Rolf und ich stromern in unterschiedlichen Gefielden herum, ich gehe mal fast runter ans Wasser zu dem kleineren Tor im Felsen

 

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und Rolf versucht sein Glück oberhalb auf Felsen um Papageientaucher zu erhaschen. Was es gab seht ihr hier, alles nur nicht die bunten Freunde .......

 

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Nach einer Weile treffen wir uns wieder und wollen gerade abfahren, als die anderen Fotografen ebenfalls zurückkommen. Ich frage sie nach den Lundi, und sie zeigen auf den Felsen, wo wir beide gemeinsam bereits ergebnislos geschaut haben. Na, wir lassen uns das nicht zweimal sagen und versuchen es erneut, jedoch ohne Erfolg.

Als wir gerade wieder zurück ans Auto kommen hält ein größerer Geländewagen hinter uns und ein junger Mann zieht sich so eine gelbe Leuchtweste an, mit einem fröhlichen guten Morgen, sind Sie von Island? Spreche ich ihn an und er bejaht. Dann frage ich nach den Lundi und er schickt uns auch wieder zu diesem Felsen und sagt sie sitzen in den Löchern. Also nochmal los und nix wie hin und da auf einmal.... Rolf hat sich richtig erschrocken, kommt da so ein kleiner Clown direkt vor seinen Füßen hervor und zupft Gras für sein Nest. Nein, ist das schön, da bekommt man richtig Gänsehaut und lässt den Finger auf dem Auslöser der Kamera. Auf Fotos haben wir ja schon oft welche gesehen, aber in echt und da wo sie hingehören ist das etwas ganz anderes. Ach wir freuen uns sehr, dass wir das erleben durften.

 

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Unser nächstes Ziel heißt Skogarfoss (Waldwasserfall), das ist ein 60m hoher Wasserfall mit einer Stufe. Die 60m hohe Fallkante bildete einst die südliche Küste, heute ist das Meer jedoch etwa 5km entfernt und Wald ist auch nicht mehr viel da. Skogar wird als südlicher Zugang zum Eis des Gletschers Eyjafjallajökull angesehen.

Etwa 5 km vor dem Skogarfoss liegen Felder mit Lupinen soweit das Auge reicht, vor und neben uns. Traumhaft, obwohl der Himmel heute seine graue Farbe für sehr schick hält.

 

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Als wir den Skogarfoss erreichen, setzt zunächst heftiger Sprühregen ein. Die Gischt vom Foss mischt sich beim näherkommen mit ein, das ist schon ganz schön heftig und sehr feucht.

 

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Wir entscheiden den Trampelpfad zur Fallkante heute, bzw. in diesem Jahr nicht mehr aufzusuchen.

 

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Wir treten den Rückzug zum Auto an und da begegnet uns ein Hochzeitspaar, die ganz festlich angezogen sind, die Braut in einem tollen schwarzen Kleid mit wunderschönen Blumen in der Hand, der Bräutigam strahlend und schick, Fotografen und Familie dabei. Diese Braut kennt wirklich keinen Schmerz und stöckelt mit ihren Highheels auf dem Schotter gen Skogarfoss.

Auf den Wiesen neben dem Parkplatz sind die eingefleischten Zelter dabei ihre sieben Sachen zusammenzupacken und es wuselt nur so rund um das Dusch- und Toilettenhaus. An den Autos ist geschäftiges Treiben und Packen, manche haben wirklich kurze Hosen an. Also ehrlich, ich kann mir sowas gar nicht vorstellen, es ist kalt, es ist naß, seit gestern regnet es fast dauernd und ich bin froh und dankbar, dass wir in Hotels oder Gästehäusern übernachten können. Wenn man es jedoch mag, mit dem Zelt unterwegs zu sein, dann kann ich das nur bewundern.

Wir fahren jetzt ein paar Kilometer weiter zum Seljalandsfoss und haben die Autoheizung auf volle Pulle gedreht, damit unsere Sachen wieder trocknen. Die Fallkante des Seljalandsfoss bildete ebenfalls einst die südliche Küste. Er gehört zu den schönsten Wasserfällen Islands und stürzt 66m in die Tiefe in einen kleinen See. Hier entwickelt sich viel Gischt und Wassernebel. Bis wir ihn erreichen wechselt die Landschaft von grünen Wiesen zu Lavafeldern ohne Spitzen, aber mit großen eckigen Felsbrocken. Der Nebel legt sich weiterhin um alles was weiter wie 50m entfernt ist, daher erahnen wir den Eyjafjöll Bergzug neben uns mehr, als dass wir ihn sehen können. An seiner östlichen Kante an der Strasse 249 liegt dann der Seljalandsfoss.

Während Rolf sich an diesem atemberaubenden Wasservorhang mit seiner Kamera austobt, gehe ich ein Stückchen weiter zum Gljufurarfoss (Schluchtenbewohner).

 

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Dieser Wasserfall stürzt von einer Klippe und verschwindet hinter einem Felsen in einer tiefen Spalte. Ein paar Besucher sind dort hinein gewandert, jedoch mit entsprechendem Schuhwerk. Andere sind auf den Felsen geklettert aber es ist sehr steil und rutschig und die Damen, die ich zurückkommen sehe, haben alle die gleichen Abdrücke am „Hosenboden“.

 

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Nach ungefähr eineinhalb Stunden rumschlendern, schauen, staunen, fotografieren und freuen hier zu sein, trotz all der Menschen, die das gleiche wollen wie wir, nämlich sehen was Mutter Natur hier geschaffen hat, fahren wir weiter auf der Ringstraße durch Hvolsvöllur und Hella, bis wir zum Abzweig auf die 30 kommen, wo dann unser vorgebuchtes Gullfosshotel liegt.

Diese Straße ist uns aus dem vergangenen Jahr in ziemlich schlechter Erinnerung, da sie über und über mit Schlaglöchern gesät war und nicht asphaltiert. Welche Freude in diesem Jahr zu sehen, dass der riesige Caterpillar vom letzten Jahr ganze Arbeit geleistet hat und die Straße fast bis zur 35 gut asphaltiert ist.

Wir haben ganz unterschiedlich farbige Landschaften hinter uns gelassen, soweit man bei diesem diesigen, grauen, regnerischen Wetter überhaupt von Farben sprechen kann. An Pappeln mal rechts und mal links der Straße sind wir vorbeigefahren, an Pferdekoppeln, durch kleine namenlose Orte in denen gebaut und gebaggert wurde, an ebenen Flächen in dunkelbraun und grün, an Lupinenfeldern und frisch umgegrabenen Äckern.

 

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Der Nebelregen ist wieder stärker geworden umsomehr freuen wir uns, ein umgebautes, renoviertes Hotel vorzufinden – aber unseren geliebten Hotpot gibt es nicht mehr. Der wurde nach dem Umbau nicht mehr Inbetrieb genommen. Schade..... unser Zimmer ist ganz neu und hat ein wundervolles Bad. Hier kann man sich wieder so richtig wohlfühlen. Das Zimmer im vergangenen Jahr war jedoch auch sehr schön, aber jetzt ist es eben alles ganz neu mit Holzfußböden, ohne Teppich.

Rolf schleppt unsere Sachen aufs Zimmer und dann setzen wir uns doch nochmal ins Auto, um nach dem Geysir Strokkur zu schauen, der in gleichmäßigem Rhytmus explodiert. In dem gegenüberliegenden Souvenir- und Bekleidungsladen wollen wir auch mal reinzuschnuppern. Souveniers, Souveniers, Souveniers in allen Formen und Farben. Knuddelltiere, Bücher, Porzellan, Glas, T-Shirts und auch richtig teure Kleidung und Handtaschen....und Kühlschrankmagnete!! Außerdem kann sich hier, in einem kleinen abgeteilten Supermarkt, verpackte Esswaren kaufen und verzehren. Dafür sind drinnen und draußen gemütliche Sitzgelegenheiten und Tische aufgestellt. Außerdem gibt es ein Restaurant mit einer Kuchen- und Eistheke, sowie mit einer Theke die herzhalfte Snacks wie Smörebröd, Pizza, Sandwich oder Panini mit unterschiedlichen Belägen anbietet. Wir nehmen ein frisch zubereitetes Panini und ein Stück Kuchen.

Zurück im Hotel duschen wir erst einmal ausgiebig und gehen dann ans Bilder sortieren und Berichtschreiben.

 

Heute waren wir für 193 km  7:15 Stunden unterwegs und unser kleiner Ausflug schlägt nochmal mit 16 km und 1,5 Stunden zu Buche.