2016 - Island Einmal rund um die Insel

 DM35094 Titel

 

Tag 10– 02.06.16 Donnerstag

 

Guten Morgen, es ist 8:52 Uhr...... Wir sind auf dem Weg zum Strokkur es ist trocken aber etwas trüb und wolkenverhangen. Die Wolken liegen oberhalb der Berge und kleiden die weiten Ebenen in einen grau grünen, beige, rötlich rostig braun schimmernden Teppich.

Eine Stunde, mehr oder weniger treiben wir uns im Haukaladur Gebiet umher und freuen uns sehr, diese Location dieses Mal ohne Regenschauer zu erleben. Es ist wunderschön die Nebelschwaden von den heißen Quellen und natürlich die Gischt vom Strokkur, einem aktiven heißen Geysir, zu erleben. Er tut uns den Gefallen und läßt seine große blaugrüne Blase häufiger als alle 10 Minuten platzen und schießt eine nach der anderen Fontaine mit lautem Knall und Getöse in den Himmel. Sehr gut, dass wir so früh hier sind, es sind noch nicht allzu viele Menschen da.

 

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Auf unserer Weiterfahrt zum Bruarfoss, kommen uns viele Reisebusse entgegen und eine Schaffamilie mitten auf der Straße versperrt uns den Weg. Sie laufen erst weiter, als ein Auto aus der Gegenrichtung kommt, dafür lassen sich dann ein paar Möwen nieder.

Bald haben wir, die von Andreas bis ins kleinste Detail beschriebene Abfahrt, und den Weg zum Bruarfoss wieder gefunden. Wir rumpeln die Straße entlang und parken dann auf dieser Fläche, wo nur 2 Autos nebeneinander stehen können.

 

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Inzwischen haben sich dort jedoch ein Stückchen weiter, wo ein weißes dickes Rohr im Gebüsch links zum Fußweg Richtung Bruarfoss weist, noch ein paar plattgefahrene Fächen entwickelt und wir haben den Eindruck hier sind eine ganze Menge Ferienhäuser zusätzlich entstanden.

 

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Die Matschepampe vom letzten Jahr ist uns noch gut in Erinnerung, aber hinter dem Brückchen erwischt es uns doch wieder.

 

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Nix gibt’s egal – heute geben wir nicht auf. Durch Matsch, über Wurzeln, Stock und Stein erreichen wir bald einen besser ausgetrampelten, fast ebenen Pfad. Rolfs Stativ ist mal kurz im Schlamm gelandet, aber besser das Stativ, als er..... ich passe sehr auf wohin ich trete und an halte mich mal links und mal rechts an Ästen fest. So wie die Äste aussehen bin ich da nicht die Erste und Rolfs stützende Hände sind immer da, wenn ich sie an einigen glitschigen Matschepampestellen brauche, das ist sehr hilfreich. Wer mich kennt weiß, wenn der Unsportlichkeit mal ein Denkmal gesetzt wird, dann nimmt man bestimmt mich.... aber es klappt doch ziemlich gut.

Es dauert nicht lang und da wird das Rauschen laut und lauter und dann haben wir ihn erreicht. Der Bruarfoss liegt vor uns und wir sind begeistert. So blau, türkis und breit und obwohl wir schon Fotos gesehen haben, ist das ein ganz besonderes Erlebnis. So hätten wir uns das nicht vorgestellt. Fotos ansehen und schön finden ist etwas anderes wie es in live zu erleben. Da trägt die ganze Umgebung dazu bei, der Geruch von nassem Gras und dem Holz der relativ neuen Holzbrücke, das Glänzen des Schlamms durch den wir hierher gekommen sind, das vernebeln der Gischt, die hunderttausen Wasserbläschen die sich bilden, wenn das Wasser durch die Steine weiter und weiter berab strudelt. Ach ... seht einfach selbst ......

 

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Wunderschön, atemberaubend, nicht weil er so hoch oder so breit ist, sondern weil er so versteckt und geheimnisvoll eingebettet in der Landschaft liegt und weil wir hier (noch) ganz alleine sind. Etwa 2,5 Stunden stromern wir hier umher und dann bekommen wir Gesellschaft, es gibt natürlich noch mehr Leute, die den Weg hierher finden. Nein, es war kein Bus, nur ein paar ganz normale Besucher.

Aber wir wollen ja auch noch zum Faxifoss und machen uns auf den Rückzug zum Auto. Irgendwie geht der Rückweg immer schneller wie der Hinweg.

Die Abzweigung zum Faxifoss liegt auf unserem Rückweg zum Gullfoss Hotel und die Sonne ist mittlerweile ganz hervorgekrochen, sie verwöhnt uns mit ihren wärmenden Strahlen und legt ein funkeln über die Landschaft.

Der Faxifoss ist ebenfalls wunderschön, dort gibt es sogar eine große Lachstreppe, sowas haben wir bisher nur im TV gesehen. Ich frage mich trotzdem, wie das gehen soll und welche Anstrengung es die Lachse kosten mag, solch hohe Stufen zu überwinden. Und Generationen nach Generationen treten wieder und wieder den gleichen Weg zum Laichen an.....

 

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Aus verschiedenen Blickwinkeln versuchen wir auch hier die Schönheit in vollem Sonnenlicht, blauem Himmel mit weißen Wolken einzufangen, bevor wir zum Strokkur zurückfahren und dort im Restaurant einen Kaffee trinken und ein Eis essen.

Ja, hier ist jetzt Sommer, pünktlich Anfang Juni zu Saisonbeginn in Island. Es sind 14 Grad und wir empfinden es als unheimlich warm, vielleicht weil sich kein Lüftchen regt.

Frisch gestärkt geht’s jetzt zum Gullfoss, zum goldenen Wasserfall, den wir im vergangenen Jahr leider nur in strömendem Regen zu Gesicht bekamen. Wer hat das schon? Heute werden wir verwöhnt mit herrlichem Sonnenschein und damit sind wir dort nicht mehr allein. Da wo es schön ist, wird es immer Menschen geben, die genau wie wir die Schönheiten dieser Erde sehen und erleben wollen.

Der Parkplatz quillt über, Busse über Busse, Autos, Campingwagen...... wir erhaschen ein Plätzchen als gerade jemand wegfährt und machen uns auf den gut ausgebauten Weg zu verschiedenen Aussichtspunkten.

Das Wasser des Gletscherflusses Hvita rauscht hier über zwei im rechten Winkel zueinanderstehenden Stufen, 32 Meter in die Tiefe einer Schlucht. Da wir Glück haben und die Sonne so herrlich scheint, erstreckt sich über diesem gigantischen Naturschauspiel ein riesengroßer breiter Regenbogen und läßt in der spätnachmittäglichen Sonne die Gischt farbig schimmern. Für mich sieht es mehr silbern, als golden aus. Im Sommer donnern hier pro Sekunde bis zu 1200 Kubikmeter Wasser in die Tiefe.

 

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Gegen 17:00 Uhr machen wir uns auf den Rückweg ins Hotel, denn morgen ist Abreise und die Koffer müssen doch „neu“ gepackt werden. Alles, was wir inzwischen im Auto griffbereit auf dem Rücksitz umherfahren, weil man es vielleicht gerade mal braucht, muss in den Koffern verstaut werden.

Es liegt noch ein wenig PC Arbeit an und die Gestaltung des letzten Tages morgen, an dem uns abends kein Hotel oder Guesthouse sondern der Nachtflug nach Hause erwartet.

Unsere eingekauften Vorräte an Obst, Brot und Aufstrichen, Knabbereien und Süßigkeiten sind wie geplant weitgehendst aufgebraucht und daher gehen wir heute abend im Hotelrestaurant zum Essen. Es ist liebevolll angerichtet, sehr schmackhaft und lecker.

 

Heute sind wir nur knapp 70 km gefahren und waren trotzdem 9,5 Stunden unterwegs.