2017 - Die Azoren

 

Tag 6 – Montag 20.03.17
Mit der Fähre nach Sao Roque do Pico, mit dem Auto an der Nord-Küste entlang ins Hotel

 

Heute setzen wir über nach Pico, auf die zweitgrößte Insel der Azoren. Ihr Name stammt von dem gleichnamigen 2.351 m hohen Vulkan Ponta do Pico, der gleichzeitig der höchste Berg Portugals ist. Pico ist 42 km lang und 15 km breit, und hat eine Fläche von 447 km².

Von Velas auf Sao Jorge aus wollen wir nach Sao Roque auf Pico auf der schwarzen Insel. Oh weija, was für ein Tag begrüßt uns da? Sao Jorge weint aus allen Schleusen und auf dem kurzen Weg zur Fähre werden wir total durchnässt. Der eigentlich weithin sichtbare Berg Pico auf der anderen Seite, der sich gestern noch so wunderschön präsentiert hat, ist weg – total im Nebel verschwunden.

Der Mensch von der Autovermietung, der unser Autochen entgegennimmt, meint es sei ein schöner Tag für die Überfahrt, ganz seicht würde die Fähre hinübergleiten, oh oh er hat aber nicht damit gerechnet und ich auch nicht, dass es für Rolf eine der größten Überwindungen kostet auf so ein schwimmendes Teil zu gehen.... aber er hält sich wirklich tapfer und geht sogar noch hinaus und macht Fotos. Nach 50 Minuten ist das sanfte gleiten vorbei und es geht wieder ans Festland, jedoch ohne dass wir Pico den Berg überhaupt von weitem, geschweige denn aus der Nähe gesehen hätten. Aber der Regen hatte aufgehört und die Überfahrt war wirklich ruhig. Die Übernahme des nächsten Mietwagens erfolgt wieder vollkommen problemlos.

Unsere Planung sah vor, durch die Inselmitte gen Süden zu fahren und Madalena im Westen, wo unser Hotel gebucht ist, durch die Inselmitte über die EN 3 zu erreichen. Unser Versuch scheiterte kläglich als wir auf etwa 750 m waren und wir eine Nebelwand vor uns hatten. Kurzerhand beschlossen wir umzudrehen und über die nördliche Küste Madalena anzusteuern.

Die Straße führte uns durch eine ganz wundervolle Landschaft, wo man leider wieder nicht dort anhalten kann, wo man es am liebsten möchte. Meine als solche getauften „Petersilien-Bäume" wachsen hier überall rechts und links des Weges und leuchten in sattem frischen grün inmitten der anderen unterschiedlichen Grüntöne. In Wirklichkeit handelt es sich um „Heidebäume", durch die man immer mal wieder einen Blick auf die Küste erhaschen kann. Bald sind wir wieder am Hafen und schlängeln uns dann durch kleine „schwarze" Dörfer an der Nord-Küste entlang. Wow, ist das beeindruckend. Die Bevölkerung weiß gar nicht wohin mit all der Lava, also werden Steine daraus gehauen und als Baumaterial für Häuser und Mauern und Mäuerchen daraus gemacht. Die Häuser sehen gigantisch aus und haben als Farbtupfer manchmal weiße Fugen, oder rote Türen.
Viermal in den letzten 500 Jahren ist Pico ausgebrochen und hat fast die ganze Insel mit Lava überzogen.

Das Geländer in den Meeresschwimmbecken ist teilweise knallrot angestrichen, das zieht den Blick förmlich auf sich und damit auf Lücken in dem ganzen Lavagestein was aussieht wie festgewordener Pudding. Und zwischendrin kann man ab und zu einen Blick auf die Wellen des Atlantic erhaschen. Manche Wege sind aus roter Lava und manche Wege sind zwischen den schwarzen Steinen ausbetoniert, damit man richtig darauf laufen kann. Eine Pracht in allen Schwarztönen, gemischt mit den blauen Tönen vom Meer und dem ausgefallenen leuchtendem rotbraun in dem die angelegten Wege gehalten sind.

Schneller als wir dann doch dachten, erreichen wir Madalena und unser Hotel. Unser Zimmer gefällt uns sehr gut, aber wir haben jetzt erst einmal Hunger und laufen in den Ort. Ein „grün möbiliertes Lokal" wurde uns empfohlen und es ist wirklich sehr nett. Freundliche Bedienung, hervorragende Pizza und sehr guter einheimischer Wein der hier angebaut wird. Die Reben werden von Mauern aus aufgetürmten Lavasteinen vor dem Wind geschützt.

Wir sind gespannt auf morgen, da wir noch so viel wie möglich von der Insel erkunden wollen, bevor es übermorgen weitergeht. Gutes Wetter wäre dafür nicht schlecht. Gut heißt für uns trocken! Irgendwie müssten wir doch auch hier die Elfen und Trolle mit Essen und Trinken besänftigen können? Diese Insel hat sehr viel Ähnlichkeit mit Island und wir erkennen tatsächlich auch hier unterschiedlich alte Lavafelder. Aber die ganz bewucherten Felsen wie in Island sind uns noch nicht begegnet, ob es die hier bei dieser jugendlichen Insel überhaupt schon gibt?

Um 12:40 Uhr haben wir heute unser Auto für die nächsten Tage übernommen und sind heute 68 Kilometer gefahren. Die höchste Erhebung war 738 Meter und der niedrigste Punkt nur 1 m. Mit Essen gehen waren wir hier bereits 8,5 Stunden unterwegs.

 

20-03-17 b