2017 - Die Azoren

 

Tag 7– Dienstag 21.03.17
die südliche Runde um den Pico und 1x quer durchs Land

 

Aufstehen wie immer um 6:00 Uhr, duschen, anziehen und zum Frühstück, damit man auch was vom Tag hat. Heute können wir uns jedoch etwas mehr Zeit lassen, denn Frühstück gibt es hier erst um 7:30 Uhr und nicht wie in den letzten Hotels um 7:00 Uhr.

Das Büffet ist reichhaltig gedeckt, aber die Geschmäcker sind ja verschieden und wir sind manchmal ganz schön schneubig. Hier gibt's „nur" abgepackte Marmelade.... schade. Ansonsten das übliche Angebot von Käse und Schinken, Mortadella und Rührei, Kaffee aus verschiedenen Automaten und Säfte aus Orange oder Pfirsich. Müslizutaten jeglicher Form wie gehabt sogar Leinsamen. Wir schlemmen ausgiebig und versuchen unsere Flüssigkeitsspeicher ein wenig aufzufüllen, denn das haben wir in den vergangenen Tagen etwas vernachlässigt, also noch ein großes Glas Wasser für jeden und dann geht's los in den Tag, der sich noch etwas trübe darstellt.

Man darf ja nicht vergessen, dass wir hier von Wasser umgeben sind und es daher evtl. eher möglich ist, dass es diesig ist. Aber ich bin kein Wetterfachmann ich nehme das nur an.

Wir setzen uns auf die Straße gen Süden und wollen die Runde an der Küste entlang bis zur östlichsten Spitze fahren, dann weiter im Norden Richtung Ankunftsort Sao Roques aber vorher die Abfahrt quer durchs Land um ganz nah am Pico entlang die Kurve nach Westen Richtung Heimatort Madalena zu fahren, was wir ja gestern wegen des nebligen Wetters abgebrochen hatten.

Gespannt was uns heute erwartet fahren wir durch Madalena, Areia Larga, vorbei an Criacao Velha bis Monte, vorbei an vielen grünen Feldern, die wieder mit schwarzen Mäuerchen eingerahmt sind. Wir erreichen, an vielen Lavafeldern vorbei, Biscoitos, Eira und Candelaria, alles kleine langgezogene Dörfer an der Regionalstrasse. Wir halten hier und halten dort mal an. Je näher wir in Mirateca der südlichen Küste kommen, umso mehr haben wir Blick auf die schwarze schroffe Küste mit den riesengroßen Wellen und auf die weißschäumende Gischt. In Arieiro haben wir das Stück was der Küste am nächsten ist erreicht.

Zwischendurch fahren wir über eine Nebenstrecke und wieder retour auf die „Hauptstraße". In einem kleinen Supermarkt, decken wir uns mit Wasser für den Tag ein und kommen nach einer ganzen Weile aus dem Halten und Aus- und Einsteigen wegen der vielen Fotomotive gar nicht mehr heraus.

Proteas, oder heißt es Proteen? gelb in Vorgärten, Blumenfelder bis zum Felsen, Ziegen, Windmühle, weiter unten liegende Ortschaften, Bäume, Wälder, Wein, Küste, Weiden mit schwarzen Mäuerchen, gelben Blumen und neugierigen Kühen sorgen für unsere Bewegung außerhalb des Autos.

Von S Mateus bis S Caetano bewegen wir uns weiter weg vom „Strand" aber bis Terra do Pao, fahren wir wieder ganz lang auf einem Nebenweg an der wundervoll schwarzen Küste entlang. Weiter durch Sao Joao und Silveira bewölkt sich der Himmel schon merklich. Vorbei an Lajes do Pico, durch Ribeiras wo es, wie so oft auch anderswo Meereswasser Schwimmbecken gibt. Pontas Negras, Ribeira Grande, Foros ein Fünfhäuserdorf liegen ebenfalls an der Straße und in Calheta de Nesquim fahren wir wieder mal von der Regionalstrasse ab und folgen den engen Gäßchen bis es nicht mehr weitergeht. Nein hier ist es wirklich zu eng, also zurück zur Hauptstrasse und weiter über Altamora nach Piedade dem fast östlichsten Zipfel von Pico, wo es auch wieder eine Windmühle gibt. Von Piedade sind es zur Nordküste etwa 1,5 km und zur Südküste
2 km, den östlichsten Zipfel über diese engen Straßen sparen wir uns, es wären ebenfalls nur 2 km gewesen. Manchmal muss man den Weg durch diese schmalen Gassen einfach abbrechen, da sie weder richtig gepflastert sind, oder auch für einen Micra mit angeklappten Spiegeln ein Problem darstellen. Es ist jedoch total aufregend für Fahrer und auch Beifahrer, weil man zwischen Häuserwand und Häuserwand manövrieren muss, wenn dann noch jemand gerade auf der Leiter stehend sein Haus anstreicht, geht gar nichts mehr.

Wir fahren an der Nordküste an Ribeirinha, Terra Alta und Canto da Areia vorbei und biegen kurz hinter Prainha de Cima auf eine Nebenstraße ab gen Inselmitte, um unserem Ziel, den Pico aus der Nähe zu sehen, näher zu kommen.

Die Fahrt Richtung Pico, bzw. nah dran vorbei ist wie ein halber Blindflug, denn dichter Nebel versperrt uns auch heute die Sicht nach vorne, hinten, rechts und links, es ist als ob jemand Pergamentpapier an alle Autoscheiben geklebt hätte. Wie schade und wir dachten dem 2351 m hohen Pico etwas auf die Pelle rücken zu können, seinen Wolkenhut zu durchbrechen und oberhalb wieder Sonne zu erhaschen. Aber bei diesem Nieselregen mag man auch den kleinen Weg, von dem man nicht genau weiß wie gut er ausgebaut ist, nicht weiter hoch fahren und bleibt lieber mal schön artig auf der Straße der zweiten Kategorie. Kaum haben wir wieder eine Höhe von etwa 500m erreicht, kann man die Umwelt wieder erkennen und Stück für Stück kann man auch wieder den Atlantik an die schwarzen Felsen brechen sehen. Die Sonne kommt sogar wieder ein wenig heraus aber den Pico sehen wir nicht.

Nachdem wir wieder in Madalena angekommen sind, bringen wir mal die Kameras etc. aufs Zimmer, wollen ein paar Whatsapp verschicken, aber kein Internet.... so langsam nervt es..... Aber egal jetzt wollen wir in das Cafe-Restaurant von gestern und Kaffee und Kuchen haben. Es ist fast 15:30 Uhr und wir genießen Maracuja-Torte und ein Mandelstückchen. Sehr lecker! Dann machen wir in dem herrlichen nachmittäglichen Sonnenschein einen Spaziergang durch den Ort und beschließen noch tanken zu fahren, damit wir das Auto ordnungsgemäß wie abgesprochen auf dem Hotelparkplatz stehen lassen können. Den Schlüssel sollen wir an der Rezption abgeben. Die Fähre ist gleich über die Straße und das ist dann morgen kein Problem bei der Abreise auf die nächste Insel.

Die Tanke zu finden war, durch die ganzen Einbahnstrassen, gar nicht so einfach, aber irgendwie haben wir es hingekriegt und da die Sonne immer noch so wundervoll und warm scheint, nehmen wir nochmal Kurs auf Pico, den Beginn der Steigung kann man schon ganz klar erkennen, aber ein paar Kilometer weiter, sind wir wieder an der Nebelgrenze, na gut dann soll es halt nicht sein. Ein wenig betrübt, fahren wir zurück ins Hotel, räumen das Auto leer und gehen aufs Zimmer, da kommen wir an einem großen Fenster vorbei und..... ich denke ich seh nicht recht. Pico nimmt gerade seinen Wolkenhut ab..... na besser kann man es ja nicht haben...... Hurtig im Zimmer die Kameras geschnappt, zurück auf den Gang, Fenster auf und los geht's mit dem Kamerafeuer!!!! Wir freuen uns wie kleine Kinder und wollen ein wenig später nochmal schauen, ob die Wolken dann ganz weg sind, oder wieder alles zugezogen ist.

Welch eine Freude über so viel Glück um diesen tollen Anblick: die oberen Wolken haben sich verzogen, sie sind ganz weg!!! Ach man kann sich gar nicht sattsehen, vielen Dank allen Elfen und Trollen, die sich für uns bemüht haben, ja und ich besteh darauf, die gibt's hier auch und sie waren uns heute supergut gesonnen.

Mit zufriedenem Lächeln gehen wir noch an der „Hotelbar" (eine Minitheke, vier Sesselchen um einen runden Tisch) vorbei und genehmigen uns eine Cola und ein Minibierchen.

Auf dem Zimmer wieder kein Internet, jetzt geht es gar nicht mehr.... schade, so ein bißchen Kommunikation mit unseren Lieben zu Hause wäre schon nicht schlecht gewesen. Man will doch die anderen an der Freude teilhaben lassen!

Ein rundherum gelungener Tag geht seinem Ende zu sowie unser Aufenthalt auf Pico, denn morgen geht's wieder mal auf die Fähre auf die nächste Insel: Faial – wir bleiben gespannt!

Insgesamt waren wir heute 128 Kilometer in 7 Stunden und 11 Minuten unterwegs. Haben von Sonne und Wolken über Sprühregen und Nebel alles erlebt und waren auf über 900 m oben, sowie bis auf 7 m unten am Atlantic.

 

21-03-17 b