2008 - San Francisco und die erste Tour durch den Westen

 

Tag 06 - Freitag 19.09.2008
Der Tioga Paß, Bodie und die Tuffas am Monolake

 

Heute waren wir nicht ganz so früh wach, aber trotzdem noch vor dem so richtig hell werden. Wir packen unsere 7 Sachen frühstücken gemütlich und checken dann aus. Internet-Access ist zwar vorhanden soll aber 9 Dollar kosten, dabei wollten wir nur schnell mal die mails checken und die Texte und Bilder hochladen, aber bei den Preisen vertagen wir die Angelegenheit auf heute Abend oder morgen, je nach dem, wann wir wieder Netz haben. Handy hat keinen Empfang, wie von vielen prophezeit.

Wir wollen heute über den Tioga-Paß fahren und uns Bodie anschauen. So gegen halb 9 fahren wir los, zunächst noch mal ein Stückchen durch den Yosemite-Park und dann auf die 120 Richtung Tioga. Die Landschaft ist unverändert beeindruckend, ändert sich aber merklich je näher wir dem Paß kommen. Die Sonne scheint und der Himmel ist blau, uns geht es gut und wir sind freudig aufgeregt, was wir an diesem Tag wieder erleben dürfen. Am liebsten würden wir jeden Berg, jeden Felsen, jeden neuen Ausblick im Bild festhalten und müssen uns bremsen nicht dauernd wieder anzuhalten, sonst kommen wir ja nicht vom Fleck und wir haben ja heute noch ein wenig Programm vor uns. Überall rechts und links von den Haltebuchten werden Trails zum Wandern angeboten und wir können nicht widerstehen und machen uns auf, zu einem kleinen See. (Name folgt noch)

Ein besserer Trampelpfad auf dem wir mutterseelenallein unterwegs sind nimmt uns gefangen und wir stehen wieder einmal begeistert vor dem, was Mutter Natur fähig ist zu schaffen. Bäume die fast höher wie in den Himmel wachsen und uns das Gefühl geben, dass unsere Träume, Wünsche und Hoffnungen daran nach oben klettern können um irgendwann Wirklichkeit zu werden. Familien von kleinen Streifenhörnchen nähern sich uns neugierig und furchtlos und werden natürlich von uns freudig fotografiert. Vögel in rot und blau, wie wir sie auch im Zoo noch nicht gesehen haben, flattern in den unteren Ästen der Riesenbäume und erregen unsere Aufmerksamkeit. Die Stille wird nur von den Vogelstimmen, dem Wind und dem Piepston von unseren Kameras unterbrochen. Schritt für Schritt berauf und bergab nähern wir uns dem kleinen See, aber man merkt doch am atmen deutlich, dass wir uns inzwischen auf 2.500m Höhe befinden. Außerdem ist es im Schatten ziemlich kalt (65°F) und wahrscheinlich habe ich auf jedem Bild, auf dem ich zu sehen bin, das gleiche Outfit an, weil ich mein Fleecejäckchen mit mir schleppe, wie die „Katz ihr Junges“. Egal, irgendwann ist auch Waschtag. Von dem kleinen See hätten wir uns etwas mehr versprochen, aber der Weg dorthin und zurück war jeden Schritt und jede Anstrengung wert.

Zurück am Auto setzen wir unseren Weg fort und bekommen eine unglaublich schöne Landschaft zu sehen, - anhalten – aussteigen - Bild machen, wir kommen uns schon vor, wie die weltreisenden Mitmenschen aus Asien, die auch immer wenig Zeit haben sich an den unterschiedlichsten Orten aufzuhalten. Aber man kann sich dem Reiz, dies alles festhalten zu wollen kaum entziehen, diese gewaltigen Berge und Seen machen süchtig, die Weite des Landes, dazu das wundervolle Wetter, wir kommen aus dem Schwärmen nicht heraus. Als wir dann noch an der Tioga-Paß-Straße bei etwa 2.980m Höhe „Eintritt“ in den Nationalpark bezahlen mussten, da wussten wir: es wird noch besser und es wurde besser. Atemberaubende Aussichten auf Berge und Täler ließen unsere Unterhaltung verstummen und wir genossen in vollen Zügen diese unbeschreiblichen Ausblicke. Inzwischen sind wir über 3000m hoch und können es kaum fassen, dass wir jetzt hier sind.

Bodie, eine der alten Geisterstädte wartet noch auf uns zur blauen Stunde, bevor wir in Lee Vining in Murpheys Motel einchecken. Bodie sieht aus, als käme Festus gleich auf seinem alten Esel um die Ecke, Sheriff Mat Dillon schließt sein Office ab und Dolly kommt die Treppe vom Saloon herunter. Alte Häuser, fast verfallen, alte Autos fast verrostet, Gerätschaften, Werkzeuge, Kramerladen alles vorhanden wie noch vor 100 Jahren. Traumhaft schön und außerdem weckt es die Erinnerung an junge Jahre in denen man sich gerne Westernserien im Fernsehen angeschaut hat. Viel davon vergessen und heute mit einem Nu wieder aufgefrischt. Der Weg nach Bodie rein ist auf 3 Meilen eine richtige Gravelroad, so mit Schlaglöchern und großen Steinen, denen man ausweichen muß, um keinen Achsbruch zu erleiden.

So aber nun wird es Zeit für Lee Vining, zum Einchecken, und dann schnell noch an den Monolake zu den Tuffas bevor die Sonne untergeht. Monolake von dem ich dachte, man könnte mal so ganz einfach drumherum laufen, nee nee wir sind ja nicht im Allgäu und hier in USA ist alles etwas größer. Als ich den See aus dem Flieger gesehen habe, und jetzt als wir den Tioga-Paß runterkamen, da hat es mir die Sprache verschlagen und ich wusste warum TSch (ein ganz lieber Kollege) zu mir gesagt hat: Drumherumlaufen??? Nein das geht nicht, entlang ein wenig ja vielleicht. Aber auch zu diesem Zeitpunkt dachte ich nicht an die Größe, sondern dass man vielleicht nicht überall laufen könnte wegen Steinen oder Schlamm. Er hat sicherlich in sich hereingeschmunzelt und gedacht, na ja lass die beiden mal erst hinkommen, ja und so ist es jetzt geschehen.

Fast kommen wir zu spät, denn die Tuffas liegen bereits im Schatten der Berge, trotzdem können wir ganz passable Aufnahmen machen. Hoffentlich sind die nicht verwackelt, denn wir frieren vor Kälte (55°F) brrrrrrrrr…… aber morgen früh fahren wir zum Sonnenaufgang noch einmal an den Monolake (6:41h SA, d.h. um 6:00 da sein).

Jetzt gehen wir noch in ein uriges amerikanisches Restaurant und wärmen uns auf und stillen unseren Bärenhunger, denn außer Obst und ein paar Sandwiches, die wir uns heute morgen noch geschmiert haben, haben wir noch nix im Magen. Bei Nicely’s wars sehr gemütlich, das Essen hat gut geschmeckt – also auf zu neuen Taten!!!