2008 - San Francisco und die erste Tour durch den Westen

 

Tag 07 - Samstag 20.09.2008
Sonnenaufgang am Monolake und die Alabama Hills bei Lone Pine

 

Für heute haben wir uns vorgenommen den Sonnenaufgang am Monolake zu erleben und die Tuffas, die dann hoffentlich in rosarotes Licht getaucht werden, zu fotografieren. Aus lauter Angst wir könnten verschlafen haben wir sogar den Wecker gestellt ….und auch gebraucht. Erbarmungslos hat er gepiept, bis wir uns aus den Betten gequält haben. In Windeseile nur Zähne geputzt und ab in die Klamotten, die aufgeladenen Kameras unter den Arm, die Fleecejacken angezogen, Halstuch und Handschuhe, (nee ätsch!!) hätten wir aber bei 41°F gut gebrauchen können. Wer hat mir eigentlich erzählt in Kalifornien ist es immer angenehm warm?? Ach was haben wir gefroren bis die Sonne auch uns mit ihren warmen Strahlen gestreichelt hat.

Es ist ein ganz besonderer Moment die Sonne über den Bergen aufgehen zu sehen. Zunächst ist es noch stockdunkel aber man ahnt den kleinen dunkelblaugrauen Lichtstreifen, der sich wie eine Aura auf den Höhenzug der Bergkette legt. Diese Farben verändern sich ganz langsam und machen einem dunklen Apricot-Ton Platz. Dann folgt ein Farbreigen von dunklem orange über rosa zu einem hellen gelb und dann ist es aber auch schon zu spät für die superklasse Fotos. Das richtige Licht hat man nur ein paar kurze Minuten, in denen sich die Tuffas das Farbkleid überziehen. Es ist ein beschaulicher Moment und man muss aufpassen, dass man nicht vor lauter Erfurcht vergisst auf den Auslöser zu drücken. Übrigens waren wir nicht allein, sondern gemeinsam mit mindesten 20 anderen Frühaufstehern, die dick eingepackt ihre Gerätschaften aufbauten und den richtigen Standort für das Stativ suchten. Gemeinsam zogen wir dann alle wieder von dannen, als das Naturschauspiel zu Ende war.

Im Murphey’s Motel zurück, haben wir die von der Bakery mitgebrachten Brötchen verspeist und einen Kaffee getrunken, die PC Arbeit erledigt, die Sachen gepackt und auf ging’s nach Lone Pine wo wir die Alabama Hills aufsuchen wollten. Noch befinden wir uns auf 2.900 m Höhe aber inzwischen sind es doch 67 Grad geworden. Wir nehmen einen Umweg, na ja nicht ganz, es liegt ja fast auf der Strecke, nach June Lake, ein Fischer und Wintersportort, der aussieht wie von einer Modeleisenbahn. Adrett und sauber, jedes Häuschen in einer anderen Farbe gestrichen, kleine Lädchen die zum verweilen einladen sind eingebettet zwischen See und den Bergen. Herrliche Landschaft aber weit weg von dem Rest der Welt.

Wir fahren wieder zurück auf die 395 S und spüren das Gefälle der Strasse merklich in unseren Ohren, denn wir kommen runter von den großen Höhen auf etwa 1400m, die Straße ist kerzengerade, kaum Autos unterwegs, die Landschaft ändert sich in „wüstenartig“ , sandig, staubig mit solchen kleinen runden Büschen die auch aus dem kärgsten Boden heraus noch Nahrung ziehen um zu wachsen und uns mit gelben Blüten zu erfreuen. Die Sierra Nevada……so sieht sie also aus. Was will man auch mit diesem Boden anfangen? Was soll hier wachsen und vor allen Dingen - da war doch mal was mit Atomversuchen – oder?? Trotzdem ist es sehr beeindruckend die langen Bergketten links und rechts der Straße zu sehen. Alles genauso, wie ich es aus dem Flugzeug auf dem Hinflug nach SFO bereits von oben gesehen hatte. Phantastisch!!!

Die Fahrt heute ist nicht so weit und wir sind tatsächlich, trotz Abstecher zu Taco Bell heute schon um 15:00 Uhr im Motel. Das Comfort Inn ist für ein paar Stunden unser zu Hause. Am Stadtrand, gelegen, sofern man hier von Stadt sprechen kann, Lone Pine hat 1600 Einwohner. Gleich probieren wir das Internet aus….und es funktioniert, jetzt schauen wir nach der genauen Wegbeschreibung zu den Alabama Hills…..Drucker haben wir natürlich keinen also schreiben wir es mal schnell auf und sitzen auch schon im Auto. Die Temperatur ist inzwischen auf 84°F gestiegen und wir finden es jetzt schon ein wenig zu warm, zumindest in der Sonne, im Schatten ist es komischerweise wirklich nicht zu warm sondern sehr angenehm. Jetzt muss unser Auto’chen mal zeigen was es drauf hat, denn asphaltierte oder geteerte Strassen sind in den Hills nur auf den Hauptadern zu finden und wir üben mal weil für die weitere Strecke auf der wir auch Gravelroads fahren wollen. Rolf hat richtig Spaß daran gefunden und freundet sich sehr schnell mit diesem Fahrstil an.

Die Steine der riesigen Berge sind rund, abgeschliffen von was auch immer, Steinhaufen als hätte ein Riese versucht einen großen Berg zu bauen, keine Lust mehr gehabt und alles einfach so in die Gegend geschmissen, aber schaut selbst die Bilder an. Man verliert total den Größenmaßstab, deshalb sind auf manchen Bildern Autos oder mein Model Rolf (meistens von hinten) drauf.

Morgen geht’s weiter nach Las Vegas, wir sind heute Abend früh im Hotel, Sandwich selbstgemacht reicht, denn wir waren ja schließlich heute Mittag schon bei Taco Bell…….Lebensmittel, Wasser, Obst, Tomaten für die Sandwiches haben wir noch eingekauft und freuen uns auf die morgige Fahrt.