2008 - San Francisco und die erste Tour durch den Westen

 

Tag 09 - Montag 22.09.08
Von Las Vegas über die Route 66 nach Sedona

 

Wir verlassen, uns nach allen Seiten orientierend, Las Vegas und stellen fest, dass wir, wenn wir in ein paar Tagen wieder hier sind, wenig Chancen haben alles per Pedes abzulaufen. Die Entfernungen sind ziemlich weit. Aber da wir ja einen PC dabei haben und ab und zu, obwohl immer mitgebucht, ein Zimmer mit Internet-access haben, beschließen wir uns mal mit Skype bei unseren lieben daheim gebliebenen, USA-West begeisterten und erfahrenen Kollegen zu melden.

Bevor wir uns jedoch auf die 93 Richtung Hooverdamm setzen, kommen wir doch so fast ganz zufällig und halb gesucht an einer wundervollen Outlet vorbei, d. h. wir kommen nicht daran vorbei, sondern besuchen ein paar Geschäfte. Lieber Markus K. wenn Du das jetzt liest kannst Du Dich schon freuen: wir haben Deine Sonnenbrille bekommen und das hat uns den Sonnenuntergang in Sedona gekostet………. Nein glaub’ das nicht ………. Wir haben selbst noch so lange bei Tommy Hilfiger gestöbert und uns anschließend verfahren als wir den Ausgang aus diesem Walt Disney für Erwachsene gesucht haben.

Am Hooverdamm, diesem riesigen Bollwerk angekommen, geben wir es auf, uns in die Schlangen zu stellen. Selbst auf den Parkplätzen von denen man dann noch ein paar „Kilometer“ laufen muß, war alles über und über voll!  Also Hooverdamm gesehen, aber weder fotografiert (aber es gibt da schon viele Fotos die andere Menschen gemacht haben) noch drinnen und unten gewesen. Aber drübergefahren, ja das sind wir.

Bald sind wir über die 93 S in Kingman, von hier aus könnten wir straight ahead nach Flagstaff und dann Sedona durchstarten, aber wir wollen einen Abstecher über die berühmte Route 66 machen. Es hat sich wirklich gelohnt. Unser erster Stopp ist in Hackberry, da wollte ich unbedingt hin, hatte im Internet darüber gelesen. Hackberry besteht wirklich mehr oder weniger aus nur einer Tankstelle mit einem kleinen General Store. Aber wie das hier aussieht es ist wie im Film………und ich habe es gefilmt. Man kann diese tausend Kleinigkeiten, die den Flair von diesem Punkt ausmachen gar nicht so genau beschreiben. Sind es die alten Schilder, die alten Autos, die Biker die dort halten um zu tanken, der Zug der rechts von der Straße fährt und 50, 60 oder auch 80 Waggons zieht?? Ist es die lang gezogene Straße, die Hitze, die Luft, die Landschaft?? Es ist der Mythos Route 66 man ist davon gefangen und was sieht man hier?? Harleys ist doch klar, eine schöner wie die andere, satt und dunkel im Sound. Da kommt so ein kleines "Knetteredätche" mit dem bei uns morgens die Zeitungen geliefert werden, nicht mit. Die anderen Orte: Valentine, Peach Springs, Grand Canyon Caverns, und Seligman bieten nicht mehr so viel, aber die landschaftliche Schönheit der Strecke ist es wert sie zu fahren. Das nächste Mal wollen wir das mit einem Cabrio machen, da wir ja beide kein Motorrad fahren.

Von Flagstaff aus fahren wir durch den Oak Creek Canyon, was uns auch noch Zeit kostet, weil man erstens nicht so schnell fahren kann und man an jeder zweiten Ecke anhalten muß, ja muß um zu fotografieren. Die Felsen rechts und links sind rot und in ein wunderbares Nachmittagslicht getaucht. Man fühlt sich dabei sehr wohl, der Himmel ist noch ganz blau, die Kiefernbäume, die hier wieder zahlreich vorhanden sind, werfen inzwischen lange Schatten und geben mit ihrem grün in verschiedenen Tönen einen wundervollen Vordergrund für die roten Sandstein Tafelberge ab. Wenn wir so weitermachen, dann kommen wir heute Nacht erst in Sedona an……… aber es ist 17:30 Uhr als wir im Visitorcenter einlaufen um uns weitere Infos für die Region geben zu lassen.

Der Typ hat jedoch wahrscheinlich in Las Vegas gelernt und will uns unbedingt für morgen eine geführte Tour am besten noch zwei, eine vormittags und eine nachmittags verkaufen. Als ich dann sagte, wir kommen im nächsten Jahr wieder und bringen mehr Zeit mit, war das glatt ein Eigentor, denn er wollte uns heute die Tour schon für nächstes Jahr verkaufen natürlich mit Rabatt. Auf alles hatte er eine Anwort……. Es war vielleicht auch einer der New-age-Jünger. Wir sagten dann klar und deutlich, dass wir alles lieber allein machen wollen und nahmen die von ihm vollgemalte Straßenkarte der Region mit. Ein paar Tipps von ihm waren wirklich hilfreich und so fuhren wir schnell noch zum Flughafen um dort einen Ausblick auf die Tafelberge insbesondere den Cathedral Rock und das ganze Becken von Sedona zu haben. Sedona ist eine schicke (kleine?? – kleiner als Las Vegas) Stadt, schöne Häuser, farblich der Landschaft in Rottönen angepasst, leider viele Baustellen, aber auch tausende kleiner Malls, Plazas, Restaurants und Steakhouses. Unser Days Inn liegt, wie das bei den Motels üblich ist, ein wenig hinter der Stadt. Wir stellen zwar den Wecker, um den Sonnenaufgang zu fotografieren, beschließen aber als er um 6:00 Uhr klingelt, heute mal auszuschlafen und den Tag etwas später zu beginnen.