2008 - San Francisco und die erste Tour durch den Westen

 

Tag 10 - 23.09.08 Dienstag
Auf dem Weg von Sedona nach Tuyasan treffen wir Buford T. Justice…..

 

Heute haben wir mal etwas länger geschlafen und siehe da, die Sonne ist auch ohne unsere Anwesenheit mit unserem ganzen Fotografier-Equiment aufgegangen. Wir bekommen gerade noch den letzten Bagel und Kaffee im Frühstücksraum (gibt’s nur bis 9:30 Uhr) denn wir sind mit dem letzten Gongschlag dort eingelaufen. Die Bedienung schaut etwas grimmig auf die Uhr und räumt so schnell es geht, das für USA üppige Frühstück mit Bagels, Frischkäse, süßen Stückchen und Bananen weg. Üblicherweise gibt es nur Kaffee und nix dazu!!! Aber wir sind ja darauf eingerichtet mit unserer Icebox und dem Inhalt an Obst, Tomaten, Gurke, Wasser und Bagels, ha, die haben wir auch selbst.

Die Route heute dürfte nicht ganz so lang werden, deshalb wollen wir uns hier in der Sedona Gegend noch gehörig umsehen und fotografisch austoben. Rolf hat aus verschiedenen Büchern, die von Fotografen geschrieben wurden, Punkte rausgesucht, die nicht mal auf der Karte drauf sind, aber siehe da – unser GPS gibt es tatsächlich her. Aber dieses dumme Ding, kennt ja nur die Entfernung per Luftlinie und nicht der gefahrenen Kilometer. Die Km stimmen nur wenn man mehr oder weniger geradeaus fährt. Aber egal das Ding war zwar teuer, aber es hat sich schon mehrfach gelohnt. Denn mit den Karten die wir haben sind wir nur grob ausgestattet. Das Feintunig machen wir mit dem GPS.

Zunächst fahren wir den Lower Red Rock Loop ab, sowie den Upper Red Rock Loop. Der Weg ist nicht durchgehend asphaltiert, sondern hat „primitive road“ auf etwa 3 Meilen dazwischen. Uijjj wie das staubt, nein es staubt nicht, es pudert und dazu noch rot!!! Wer von den Damen ägyptische Erde zum Schminken kennt, weiß was ich meine. Dieser Sand hier ist so fein wie Puder, aber viel dunkler so richtig kakausteinartig, wie man es vielleicht noch von der Wegscheide kennt. Wer von Euch hatte denn ein Kakausteinherzchen?? Petra, erinnerst Du Dich?? Und genau in dieser Farbe und drumherum spielt sich hier alles ab. Außerdem gibt es eine Fülle an Kakteen mit Früchten dran, groß, größer am größten und wunderschön auf dem roten Boden, durchsetzt mit gelben kleinen Sträuchern gibt das ein ganz harmonisches Bild.

Wir fahren zur Holy Chapel und ins Verde Valley bis zu einem kleinen Bachlauf, von dem aus man den Cathedral Rock superschön sehen kann. Ein Geheimtipp aus Rolfs Buch, aber wir treffen hier noch mehr Menschen. Es ist inzwischen 92°F und wir klettern zu diesem Bachlauf runter, lauter Fotosüchtige unter sich. Aber schaut Euch die Fotos selbst an, es hat sich wieder einmal gelohnt.

So aber jetzt geht’s auf, straigt ahead auf die 180 North, eigentlich wollten wir die 89 N am Sunset Crater vorbeifahren aber das wird dann wieder zu weit, denn wir wollen heute zum Sunset am Grand Canyon sein. Die Strecke auf der 89 gestaltet sich, hhhmmm soll ich sagen langweilig?? Nachdem man aus den Birkenwäldern raus ist, sieht man flaches Land rechts und links bis weit zum Horizont. Ganz weit hinten sind ein paar Berge, die begrünt sind, zu sehen aber wirklich ganz weit hinten. Rolf fährt und fährt und fährt, ich nicke ab und zu mal ein…….hhhmmm kein guter Beifahrer, aber wenn ich fahren würde, wir kämen ja nicht vom Fleck, denn ich fahre nicht so forsch und zügig wie Rolf, immer so am Limit. Musik gibt’s hier wohl keine, das wussten wir durchs Forum, aber wir haben es nicht geglaubt. Die CDs die ich noch mitgenommen habe, können wir bald nicht mehr hören. Was sind schon 4 CDs bei täglicher Reisezeit von ab und zu 5 oder 6 Stunden, mit Fotostopps natürlich eingerechnet.

Nach ca. 84 Kilometern stößt die 64 N auf unsere 180 N und wir haben ein Stoppschild, es kommt kein Verkehr, Rolf rollt nach kurzem Antippen der Bremse weiter und da sehen wir ihn. Ihn heißt, Buford T. Justice !!! Wer von Euch hat den Film gesehen??? Volker ich weiß Du lachst Dich jetzt schon kaputt – hast Du etwa schon Tränen in den Augen??? Ich sage nur au weija, Rolf guckt in den Rückspiegel folgt er uns jetzt?? Rolf sagt nee, beruhige Dich er steht noch da…..da……..oh nein!!! Er folgt uns und mit Geheule und Blinklichtern in rot und blau verfolgt er uns bis an die Stoßstange und stoppt uns. Ich komme mir vor wie im Film und fühle mich im Moment überhaupt nicht mehr wohl. Wie war das noch ??? Nicht aussteigen und Hände aufs Lenkrad – oder?? Wir schauen beide in den Rückspiegel und da kommt er – es ist B. T. J. Junior! Klopft an meine Scheibe – wieso eigentlich an meine?? Haben wir ein rechts gesteuertes Auto?? Und dann erhalten wir eine Unterweisung, wie man sich an einem Stoppschild zu verhalten hat. License please, ID – Card, Vertrag vom Car Rental, wo gemietet, wie lange, wie lange schon hier, wie lange noch hier, wohin, und er geht zurück zu seinem Fahrzeug, telefoniert und schreibt und schreitet in großen langen Schritten mit einem Klemmbrett vor der Brust wieder auf uns zu (ohhh unser Sonnenuntergang – wir sehen ihn schwinden!!) So und jetzt noch einmal, Adresse wo und wie in Deutschland und wir bekommen ein Ticket: 107 Dollar Uaaaahhhh!!! Wir haben bis zum 29. Okt Zeit für Einspruch oder Bezahlung. Es ist keine kriminelle Handlung von uns, betont er immer wieder, aber er muss so handeln!

Na bravo, jetzt dürfen wir aber endlich weiterfahren. Langsam und bedächtig um bloß jetzt nicht noch ein Ticket wegen Geschwindigkeitsübertretung zu erleiden, fährt Rolf ganz geknickt weiter ……….und hält natürlich mit allen 4 Rädern bis die Maschine zum Stillstand gekommen ist, an jedem Stoppschild auch wenn die Straße frei ist.

Unser Red Feather Inn für heute liegt genau an der 180 wir checken ein und starten durch zum Mather-Point im Grand Canyon um dort einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben. Es ist wieder einmal einzigartig. Viele Menschen sitzen auf den Steinen und jeder schaut in die gleiche Richtung. Die Berge glühen wie heiße Kohlen und man versucht sich jeden Schatten, jeden Luftzug, jedes Geräusch von Vögeln und Zikaden zu merken. Ein Rabe fliegt seine Bögen durch den Canyon. Eine eigenartige fast heilige Stimmung, obwohl in jeder Nische jemand anders sein Stativ mit Fotoapparat aufgebaut hat, um nur keinen kleinen Moment zu verpassen, um ihn zu Hause noch mal auf sich wirken zu lassen und diese Stimmung zurückzuholen……….