2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 07 - Mittwoch 12.09.2012
Rockville (Zion) bis Escalante (Bryce)

 

Heute morgen haben wir uns ein „early bird“ Frühstück erbeten, weil wir so gegen 7:00 Uhr zum Bryce Canyon starten wollen. Unsere Wirtsleute haben es tatsächlich möglich gemacht und uns Toast und Kaffee und Früchte sowie Müsliriegel hingelegt, damit wir nicht verhungern. Die Pfirsiche und Feigen frisch aus dem Garten sind wirklich eine Delikatesse.

Als wir dann so gegen viertel nach 7:00 Uhr das Auto packten, regnete es schon wieder in Strömen und wir sahen uns schon im Regen im Bryce herumfahren. Um 8.00 Uhr sind wir dann endlich vollkommen verkabelt auf der Straße. Die Garmintante weiß wohin sie uns führen soll, das Apfelteil zeichnet den Track auf und der MP3 Player spielt Countrymusik, die uns liebe Freunde aufgenommen haben. Na, wenn das kein toller Tag wird. Die Wolken verschleiern nach wie vor die Berge, aber als wir aus dem Tunnel rauskommen noch lange bevor wir jedoch den Zion am Checkerboard Mesa (ich liebe diesen Anblick) verlassen, ist der Himmel blau und weiße puffy clouds lachen uns entgegen. Bighorns sind uns zum Abschied auch noch begegnet. In jeder Größe auf den Felsen rechts und links, auf der Straße und grastend am Wegesrand. Schon merkwürdig, dass sie gar nicht scheu sind. Wir fuhren hinter Kolonnen von Wohnmobilen her, bis sich unsere Wege dann doch irgendwie trennten.

Auf unserem Weg zum Bryce sind wir durch Hatch gefahren, hier war überhaupt niemand auf der Straße und eigentlich sieht der ganze Ort aus, wie ein großer Schrottplatz für Autos. Viele alte Schätzchen warten hier aufs Durchrosten oder Ausschlachten.

Gegen 11:00 Uhr sind wir nach einer wirklich angenehmen Fahrt im Bryce angekommen. Vorher haben wir noch den Red Rock Canyon bewundert und sind nach ein paar Kilometern an unserem Tageshauptziel, Bryce Canyon angelangt.

Die erste Anlaufstelle war natürlich das Visitorcenter, nachdem wir am Eingang unseren Anualpass vorgezeigt hatten. Wir bekamen einen Map, Shuttle und Hiking Guide und damit konnten wir uns wunderbar orientieren. Im Visitorcenter haben wir uns erst einmal Hüte zugelegt.... lustig, aber unverzichtbar bei dieser Sonneneinstrahlung. Die Temperaturen und den Wind haben wir angenehm kühl empfunden. Es war erstaunlich zu spüren, wie der eigene Körper plötzlich doch dankbar für etwas niedrigere Temperaturen ist.

Auf der Mainstreet entlang sind wir zuerst einmal bis zum Rainbow Point durchgefahren und haben erst auf dem Rückweg sämtliche Haltepunkte angefahren (Dank der Empfehlung von Markus). Black Birch Canyon, Ponderosa Canyon, Agua Canyon, Natual Bridge, Whiteman Bench, Swamp Canyon und Bryce Point. Am Sunset Point sind wir das kurze Stück bis zum Sunrise Point gelaufen und Ro ist noch ein Stücki hinuntergegangen. Ich habe das ganze von der Aussichtsplattform beobachtet.

Der Bryce Canyon hat sich uns in ganz wunderbarem Licht präsentiert, die Farben sind warm und anheimelnd, das Ausmaß einfach nur gigantisch und atemberaubend schön. Die Türmchen und Spitzen in ganz unterschiedlichen Farbenuancen nehmen unsere Sinne in allen Abstufungen wahr. Gerne verweilen wir ein wenig länger und lassen das alles auf uns wirken. Im Nu sind 5 Stunden um und wir machen uns auf den Weg nach Escalante zur vorgebuchten Unterkunft Canyon B&B.

Hier wartete wieder eine positive Überraschung auf uns, zuerst sind wir daran vorbeigefahren. An diesen Satz „vorbeigefahren“ und „nicht gefunden“, „verlegt“ oder „gesucht“ haben sich bestimmt schon alle Leser(innen) gewöhnt und sicher auch in diesem Fall nichts anderes von uns erwartet. Auf der Bestätigung war ja alles prima beschrieben, aber.... dreimal dran vorbeigefahren, weil wir dachten neee, das kann es ja wohl nicht sein, aber hätten wir mal gleich genauer geschaut, hätten wir auch das Schild gesehen. Ohhh weija.... das soll es sein?? Ja, es ist es und es ist ganz bezaubernd, wenn man erst einmal und die Ecke geht!!! Ein Garten mit einer unvorstellbarer Blumenvielfalt und eine kleine Porch vor dem Zimmer. Wir haben das Cowboyzimmer – toll – wir sind hochzufrieden.

Aber Hunger haben wir jetzt trotzdem erst einmal. Wir meinen die Frau Navi könnte uns dazu was sagen, aber sie will uns Meilen weiter schicken und dazu haben wir heute keine Lust mehr. Wir fahren mal die Mainstreet rauf und runter und entdecken das Circle D, in dem wir lecker essen und einen Espresso vom Feinsten bekommen.

Nach dem Essen sind wir noch ein wenig rumgeschlendert und da war an einem Eckgeschäft ein Schild für eine free map für die „Hole-n-the-rock-road“ und ein Schild „open“. Wir sind dann mal zaghaft rein und haben nach dieser Karte gefragt. Der Inhaber, dem Gesichtsschnitt nach zu urteilen, vielleicht sogar ein Indianer, hat sich große Mühe gegeben uns alles zu erklären und uns auch die Fotos gezeigt, was uns an welcher Location dieser Road erwartet. Er hat uns auch gewarnt, zu langsam zu fahren, denn das würde dann noch mehr holpern, man müsse schon 40-45 mph fahren, sonst wäre es kein Vergnügen. Na, ich bin ja mal gespannt. Dann hat er uns den Burr-Trail noch ans Herz gelegt und wir müssen uns nun entscheiden was wir morgen machen. Devils Garden das würde mir gefallen... Peek a Boo Slot wäre cool, ist wahrscheinlich für mich zu weit zum laufen....

Frühstück gibt’s morgen früh hier und dann schauen wir mal weiter, was wir so unternehmen werden.