2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 10 - Samstag 15.09.2012
Von Salt Lake City nach West Yellowstone

 

20 vor 10 Uhr, wir starten Richtung Yellowstone Park, dem Hauptziel unserer Reise. Vor dem Hotel war die ganze Straße leer und wir dachten gerade, was ist denn hier los?? 4 Spuren hin und 4 Spuren zurück und kein Mensch auf der Straße..... aber weit gefehlt... unsere Straße war vorne und hinten abgesperrt, wegen einer Laufveranstaltung. Ein netter Polizist hat uns dann gesagt, wie wir zur Autobahn kommen, vorher haben wir noch getankt und dann gings los.

Wir fahren die I-15 North und verlassen Salt Lake City. Es ist eine riesengroße Stadt mit 1001 Exits und wenn man sich gerade dran gewöhnt hat die rechten Spuren zu meiden, weil der nächste Exit garantiert kommt, dann ja machen sie den Exit halt mal links hin und man kann wieder sehen wie man die Spur wechselt. Es ist Wochenende, das Wetter herrlich und alles auf den Beinen, was Räder hat. Auto an Auto und das über teilweise 7 Spuren......

Bald liegt der Großstadtrummel wieder hinter uns und wir genießen die helle weitläufige Landschaft. Frau Navi meint wir wären so um 14:55 Uhr in West Yellowstone, das ist ja prima. Wir überlegen uns, ob wir nicht doch die Route über die Panoramastraße durch den Grand Teton nehmen sollen und fragen Frau Navi. Sie meint, wir wären dann erst um 18:30 Uhr in West Yellowstone und kann ja nicht wissen, wie oft wir wieder aussteigen um zu fotografieren. Wir lassen es bei dem ursprünglichen Plan auf der 15 nach Norden und über die 20 nach West Yellowstone.

Es ist erstaunlich wie die Landschaft sich wieder verändert, es sind vollkommen unbewohnte Strecken dabei, die wohl nur der Landwirtschaft dienen. Wir sehen grüne Heuballen, sowas haben wir bei uns noch nie gesehen. Aber Mengen, die man sich kaum vorstellen kann. Es gibt auch gelbe Heuballen und die werden mit Riesenlastern irgendwohin gebracht. Pferde grasen und wunderschöne schwarze Rinder stehen auf goldgelben Weiden.

Wir machen uns so unsere Gedanken, wovon leben diese Menschen hier, denn die Siedlungen, die man so im vorbeifahren sieht bestehen größtenteils aus riesengroßen Blechgaragen vor denen allerlei schrotreifes verrostetes Metall rumliegt. Teilweise auch neue Teile, wahrscheinlich Ersatzteile für die Traktoren und Landmaschinen. Die Häuser sehen jedoch von weitem sehr gepflegt aus und stehen separat. Menschen sehen wir jedoch keine. Selbst an einer kleinen Tanke nicht, obwohl wir uns dort einfach mal hinstellen und unsere Karte studieren. Irgendwie erinnert uns das alles an unsere Kinderzeit, als wir Fury und Lassie im Fernsehen schauen durften. Es ist gerade so wie man sich das als Kind hier so vorgestellt hat.

Die Hügel werden steiler und gelber, die Büsche und Bäume größer und dunkler, die Berge von vorne rücken näher und irgendwann sehen wir Schilder vor großen Gruppen von Nadelbäumen, die uns bedeuten wann diese Bäume gepflanzt wurden: 1998, 1990, 1985, 1980, 1975, 1970.... ob die Gruppierungen jetzt gerade so waren, weiß ich nicht mehr aber das erstaunlichste daran war, dass Bäume von 50 Jahren dabei waren, die nach unserer Ansicht gar nicht so „alt“ ausgesehen haben. Es ist unvorstellbar, wie alt so manche Bäume sind, die viel größer, dicker und höher sind.

Jetzt sind wir nicht mehr weit von West Yellowstone entfernt, finden unser gebuchtes Three Bear Lodge sofort, bekommen sogar einen Parki vor der Tür, checken ein und machen und gleich wieder auf den Weg in den Park. Um 16:00 Uhr wir haben wir unser Hauptziel erreicht! Wir fahren andächtig in den Park und haben auch gleich nach ein paar Meilen eine Tierbegegnung: wir sehen die Madison Elk Herd (Elk = Hirsch und Moose = Elch), leider ohne den Herrn der Schöpfung aber wir sind glücklich, dies im warmen Nachmittagslicht zu erleben auch wenn viele viele Menschen mit uns dort stehen und staunen und reden und und und....

Wir fahren weiter, auf der typischen Touristenroute und halten zunächst am Lower Geyser Basin und erleben den Fountain Paint Pot, der diese Mudbubbles macht und den Great Fountain Geyser, der uns auch die Freude macht und „ausbricht“. Und weil die Sonne immer noch da ist, fahren wir auch noch zum Grand Prismatic Spring....wunderschöne, warme Farben, die man da in der sich langsam zum Horizont neigenden Sonne wahrnimmt. Die würde man selbst nie zusammen malen oder anziehen, aber es sieht einfach phantastisch aus. Nature-made..... Solche Farben möchte ich in meinem nächsten Bild verarbeiten, mal schauen was „mein“ Maler-Lehrer dazu meint.

Jetzt kommen 2 Busse mit Asiaten an und die Sonne verschwindet doch ein wenig schneller wie angenommen, außerdem merken wir inzwischen, dass wir Hunger haben und eigentlich müde und auch durstig sind. Wir kaufen noch ein wenig ein, bestücken unseren Kühlschrank und nehmen die Mikrowelle in Betrieb. Bei uns gabs heute Lasagne.... und jetzt schlachten wir noch unsere Ausbeute an Fotos aus......