2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 11 - Sonntag 16.09.2012
Der erste Tag im Yellowstone

 

Unser Wecker weckt uns sanft und pünktlich, dann machen wir uns Müsli mit Obst zurecht, genießen noch einen Kaffee, packen die Wasserflaschen und die zubereiteten Sandwiches für unterwegs und machen uns auf in den Yellowstone...

Die frische kühlere Luft tut uns richtig gut, das I-net sagt wir hätten 13°. Der Himmel ist ziemlich bedeckt und die Luft recht diesig. Die Fleecejacke ist jedoch total ausreichend und wir lassen sie auch nicht lange an, denn die Sonne wagt sich dann doch ein wenig hervor.

Auch noch in den späten Morgenstunden sieht die Landschaft sehr beeindruckend aus. Die Herbstfarben halten Einzug und es macht den Eindruck, als wollte die Natur nochmal alles zeigen was sie kann, bevor der Winter Einzug hält und alles mit Schnee bedeckt.

Wir fuhren vom Westeingang her rein, durch das Madison Valley, bogen zum Monument Geyser Basin ab und besuchten die Artists Paintpots. Fuhren am Norris vorbei zum Roaring Mountain, Obsidian Cliff, Sheepeater Cliff bis zu den Mammoth Hot Springs Terrassen. Fast überall wo man abbiegen konnte, um Pools und Geysire zu sehen, halten wir und laufen auf den entsprechend angelegten Wegen entlang um die Fontainen oder Farben der Pools auf uns wirken zu lassen. Wo es so schön ist, da ist man leider auch nicht allein. Viele Menschen machen jetzt gerade am Wochenende mit ihren Familien diesen Ausflug und dann kommen noch busseweise die Freunde aus Japan, China usw. dazu....

Zwischendurch haben wir unsere heutige erste Tierbegegnung, Ro steigt aus und will eigentlich nur die farbige Wiese mit dem Bach fotografieren aber plötzlich ruft er: raus aus dem Auto schnell, bring die Filmkamera mit.... und da kommt so ganz gemächlich und gemütlich, alleine und ohne Begleitung so ein riesiges Bison auf einem ausgetretenen Weg von unten nach oben an die Straße gelaufen, langsam aber stetig. Wow! Da bleibt einem ja erst mal die Spucke weg.... der sieht ja viel schöner aus wie die, die man von irgendeinem Zoo kennt. Ein richtig schönes dichtes Fell eine intensive dunkelbraune Farbe, leuchtende Augen, aber er kommt doch recht schnell heran und ich verziehe mich lieber wieder ins Auto.

Bald darauf, wir sehen nur viele Autos stehen und Menschenaufläufe mit Kameras und Ferngläsern.... natürlich halten wir auch an und sehen einen Kojoten, es muss wohl ein junges Tier gewesen sein. Dank sei Michael, wegen ihm besitze ich ein Fernglas.... konnte ich in aller Ruhe im Auto sitzend beobachten, wie er in dem hohen Gras spielte und hüpfte, nach irgendetwas schnappte und sich wieder im Gras zu schaffen machte.... herrlich und unglaublich zugleich. Es ist doch etwas vollkommen anderes die Tiere in freier Natur zu sehen.

Stunde um Stunde vergeht und wir kommen uns fast betrunken vor, voll dieser gewaltigen Eindrücke, die Luft oder die Höhe macht uns heute ein wenig zu schaffen, aber wir bewegen uns schließlich auch zwischen 2032m und 2300m Höhe.

Wahrscheinlich haben wir die gleichen Fotos gemacht die schon hunderttausendmal und mehr gemacht wurden, aber so kann man seinen eigenen Blickwinkel als Erinnerung festhalten.

Gegen 18:30 Uhr sind wir müde und glücklich wieder im Hotel, obwohl es zwischendurch angefangen hat zu regnen und wir kleine „Außenpausen“ eingelegt haben. In dieser Zeit haben wir unsere Sandwiches gegessen und den Regentropfen auf der Windschutzscheibe zugeschaut.

Gerne wären wir noch länger im Park geblieben, aber der Regen wurde dann wieder stärker und der Himmel war total verhangenen.

Ach ja, und einen Raben haben wir auch noch gesehen, ganz nah, man könnte meinen er hätte heute „Dienst für die Touris“ gehabt.