2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 12 - Montag 17.09.2012
Yellowstone pur

 

Ohhhh la la.... ice, ice, baby..... 6:15 Uhr nein nicht der Wecker, wir sind schon abmarschbereit, aber auf dem Auto ist Eis und es ist schweinekalt. Es ist noch dunkel, neblig und gespenstig ruhig.

Wir fahren in den Yellowstone Park.... der Nebel nimmt uns sehr viel Licht von den Scheinwerfern und die Straße ist schwer zu erkennen. Ein paar einzelne Frühaufsteher sind in einiger Entfernung vor uns und hinter uns zu erkennen.

Es ist eine ganz eigenartige aber beruhigende Atmosphäre in und zwischen den Nebelbänken bei beginnendem Tageslicht durch die Wälder und Wiesen zu fahren. Man fühlt sich irgendwie angenommen von der Natur, integriert obwohl wir nur kurz Gast in diesem Ballungsgebiet von Naturschönheiten sind.

Bald schon, kurz hinter Madison treffen wir auf die erste Tiersichtung am rechten Straßenrand, halb noch im Wald und umgeben von grauem Nebel stehen eine handvoll Bisons, grasen und lassen sich nicht stören. Schnell haben sich hinter uns weitere Schaulustige angefunden, wo die so schnell immer herkommen, weiß ich nicht. Auch ein Ranger ist auf einmal aufgetaucht und paßt auf, dass niemand zu nahe an die Tiere herangeht.

Kurze Zeit später treffen wir auf eine Hirschdame, die ebenfalls in allernächster Nähe vom Straßenrand genußvoll frisches Gras zupft und nur mal ab und zu um sich schaut.

Am Grand Prismatic Spring fahren wir vorbei, hier wollen wir am Nachmittag nochmal hin um die Pools zu sehen, denn die hatten wir am Ankuftstag nicht vollständig angeschaut, da es so voll war und die Sonne keine Lust mehr hatte.

Inzwischen ist es 7:10 Uhr und man merkt, dass die Tagesdämmerung mit Macht den Rest der Nacht vertreibt und kurz vor dem Bisquit Basin ist es dann soweit, der neue Tag bricht an, die Sonne geht über dem Wald auf, und taucht den Himmel in einen warmen aprikotfarbenen Ton, bis sich das ganz normale blau, wie an jedem anderen Tag auch die Vorherrschaft nimmt.

Die Holzstege am Biscuit Basin sind sehr glatt, da sie durch den Nebel benetzt und dieser angefroren ist. Trotzdem machen wir uns fast alleine auf „den Steg“ um dieses Basin mit seinen Mineralablagerungen, die wie Biscuits aussehen sollen, zu entdecken.

Bald fahren wir weiter zum Old Faithful, dem meistbekannten Geysir der Welt und wollen im Visitors Center erfragen, wann er wieder „ausbricht“. Wir haben Glück und brauchen uns nur eine Stunde die Zeit zu vertreiben und dann ist wieder Showtime. (9:50 Uhr / 10Min +/-) Die Sonne lacht mittlerweile aus allen Knopflöchern und überall auf den nebelnassen Bänken wird von den Zuschauern gewischt und geputzt, um sich in Positur setzen zu können, die Kameras zu richten und der bevorstehenden Eruption zu folgen.

Gespannt schauen wir diesem Schauspiel zu, zuerst sieht es aus als würde ein Indianer Rauchzeichen geben und solche Ringe erzeugen, die nach oben steigen. Es rauscht und zischt ein wenig, man merkt dass Wasserdampf mit kleinen Tröpchen entweicht und dann hört es sich wieder an, als ob jemand Erbsensuppe kocht. Diese kurzen Intervalle werden deutlicher und verzögern die Dampfabgabe, bis dann wirlich Wasserfontainen nach oben spritzen, gemischt mit Wasserdampfnebel, der sich je nach Windrichtung verteilt. Nach etwa 3-4 Minuten ist alles vorbei, das Publikum verschwindet kaum merklich und verteilt sich überall um weitere Geysire und Pools anzuschauen und Old Faithful kocht sein Wasser weiter bis zum nächsten Ausbruch.

Nachdem wir auch hier ausgiebig rumgeschlendert sind und das Vistor Education Center besucht haben, fahren wir weiter über den Craig Pass (2518m) zum West Thumb Geyser Basin und nach Grant Village, beides liegt am Yellowstone Lake. Hier haben wir eine Vielzahl fast aneinander gereihter Geysire neben, an und unter Wasser gesehen. Die blauen Farbabstufungen sind sehr beeindruckend und der Blick über den Yellowstone Lake umgeben auf dem Steg von brodelnden köchelnden, vernebelnden, Geysiren läßt einen nur noch freudig und glücklich lächeln.

Wir treten den Rückweg über den Grand Prismatic Spring an und sind begeistert von der Farbenpracht, die wie wir jetzt gelernt haben, von Microben kommt und die jeweilige Farbe auf den ph-Wert schließen läßt.

Auf dem Rückweg über Madison nach West Yellowstone, treffen wir wieder auf die Madison Elk Family. Wir beobachten die Elks und zählen wieviele es heute sind und entdecken per Fernglas und Kamera ein Paar was dort direkt vor einem Elk im hohen Gras ein Stativ aufgebaut hatte und wahrscheinlich Fotos machte. Die beiden saßen im Gras und vom Hang kamen auf einmal noch mehr Menschen herab. Wir werden Zeuge wie ein Ranger herankommt, die beiden dort wegholt und ein Stück weiter ca. eine halbe Stunde lang, wir nehmen an, belehrte, viele Papiere ausfüllte und die beiden mussten mit dem Rücken zu ihm, mit den Händen auf dem eigenen Rücken dort stehen. Viele Menschen sind stehengeblieben und fotografierten nun dieses Schauspiel anstatt die Madison Elk Family..... fragten sogar den Ranger und fotografierten dann die drei. Als dann irgendwann alle endlich weg waren, sprang die Hischkuh auf die Beine und ging zu dem Kälbchen in der Herde. Beide hielten sich dann etwas getrennt von der Herde auf.

Mit Bullen und Bären war es dann heute nix, aber einen Reiher beim fischefangen können wir noch anbieten.

So, aber wir sind ja immer noch auf dem Heimweg und sehen tatsächlich nochmal einen Bison..... wir können nur links parken und der Bison ist auf der anderen Straßenseite. Rolf probiert sein bestes und ich fotografiere das „making of“.

Heute abend waren wir bei Wild West Pizza, es war sehr lecker aber wir mussten uns ein Doggybag geben lassen. Mittlere Pizza jeder von uns ist nicht zu schaffen....