2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 13 - Dienstag 18.09.2012
noch ein paar „Ecken“ im Yellowstone

 

Schon wieder 6:20 Uhr und wir starten in den Park. Heute ist es nicht so bewölkt und daher wird es ein klein wenig früher hell.

Als heutige Route haben wir uns die Fahrt über Madison nach Norris, dann nach Canyon Village und weiter durch das Hayden Valley bis Fishing Bridge vorgenommen. Wir sind gespannt ob wir Glück haben und wir vielleicht mal mehrere Bisons auf einmal sehen und nicht nur immer Einzelexemplare. Das Hayden Valley läßt der Beschreibung nach auf eine Herde hoffen.

7:10 Uhr wir sehen die ersten Bisons, ja es sind tatsächlich mehrere, so etwa 8 oder 9 dieser wunderschönen gewaltigen Tiere, die direkt an der Straße grasen. Noch ist es ein wenig neblig aber die Sonne steht trotzdem schon etwas höher am Himmel als gestern. Leider ist der große organgene tagbringende Ball von großen Waldstücken verdeckt, sodaß man immer nur zwischen den hohen Nadelbäumen ein Stückchen davon zu sehen bekommt.

Wir fahren ab Norris auf bisher unbekannter Strecke, an den Virginia Cascaden vorbei, dann am Ice-Lake. Nach knapp 20km unspektakulärer Fahrt sind wir in/an Canyon Village angekommen und biegen dann nach Süden Richtung Fishing Bridge ab. Hier fahren wir entlang dem Hayden Valley. Dieses malerische Tal ist für Wildbeobachtungen bekannt.

Auf der anderen Straßenseite schlängelt sich der Yellowstone-River und wir steigen an verschiedenen Parkbuchten aus, stiefeln an Picknicktischen vorbei und nähern uns auf einem kleinen Trampelpfad dem Ufer. Noch auf den Weg und Schritt konzentriert, den letzten Busch hinter uns lassend, sehen wir eine Hirschkuh im Wasser stehend, umgeben von Nebelfetzen und in der Ferne hören wir die Hirsche röhren. Das ist ein Bild zu dem einfach keine andere musikalische Untermalung passt und das sich fest eingebrannt hat. Herz was willst Du mehr? Sie läßt sich locken, folgt den Rufen, steigt langsam aus dem Wasser, schreitet in das Waldstück und zurück bleibt ein ruhiger Wasserspiegel und der Hauch eines ganz wundervollen Moments.

Schweigend fahren wir weiter und treffen auf eine Maßenansammlung von Menschen mit Spektiven, sowas haben wir in dieser Menge noch nie gesehen. Wir gesellen uns dazu und erfahren, dass sie Wölfe beobachten.... aber die waren so weit weg, dass ich auch mit meinem schönen kleinen Fernglas nur erahnen konnte, was sie uns erklärten. Wir durften auch durch das Spektiv schauen, aber ganz ehrlich: ich habe es nicht erkannt, schade – zu doof zum gucken. Sie zeigen uns ganz aufgeregt noch einen Baldeagle, ja denn kann ich auch mit meinem Fernglas finden, toll! Er dreht und wendet stolz den Kopf. Leider ist er zum fotografieren zu weit weg. Unterhalb dieses Overlooks schwimmen sehr viele Weißwangengänse, die kennen wir aus Mecklenburg-Vorpommern, dort haben wir sie vor Jahren gen Süden starten sehen.

Kurz nach unserer Weiterfahrt haben wir Bison-Sichtung, toll, toll, toll, es ist zwar wieder nur einer, aber dieser scharrt mit den Hufen und wälzt sich im Staub, steht wieder auf und setzt seinen Weg, wohin auch immer fort und wir fahren weiter durch das gelb-grüne Tal mit Hügeln, Senken und Bächen, sowie Waldstücken bis wir das Stauende erreichen und nicht wissen wieso.

Zwischen den Autos laufen tatsächlich zwei Bisons die Straße entlang, einer läuft in unserer Richtung vor uns und einer kommt uns entgegen. Meine Güte, ich halte nur noch die Luft an, je näher er kommt, umso größer wird er und ich weiß nicht ob ein Autoblech einen Rempler so einfach hinnimmt. Aber er schaut noch nicht einmal zur Seite, sondern geht einfach mit gleichmäßigem Schritt an uns vorbei, puh jetzt kann man wieder atmen. Es ist ein schon ganz besonderes Gefühl dieses gewaltig große Tier so nah zu sehen. So nah, hatten wir das bisher nicht.

Bald erreichen wir den Suphur Caldron und Mud Volcano und wieder schnaufen und blubbern die Löcher in der Erde und aus Felswänden sprudelt Wasser. Wunderschöne Farben, aber leider ist es inzwischen schon fast Mittag und die Luft recht diesig, deshalb kommen die Farben nicht so kontrastreich zum Ausdruck.

In Fishing Bridge machen wir nochmal Pause, essen unsere Sandwiches und machen uns auf den Heimweg nach West Yellowstone. Kurz vor Canyon Village fahren wir noch den South Rim Drive bis zum Artists Point und freuen uns, dass die Upper Falls tatsächlich Wasser haben. Schade, hier ist es auch ganz diesig und der Artists Point wirkt sehr blass.

Aber ein weiteres Highlight sollte es doch noch für uns geben. Haltende Autos und Menschen mit Fotos und Ferngläsern sind ein fast sicheres Zeichen dafür, dass es was zu sehen gibt. Den Stau sehen wir, jedoch nur einen einzelnen Bison, der sich mit seinem gleichmäßigen Schritt von rechts auf die Straße zubewegt.... da will der hoch?? Wahnsinn, er verlangsamt weder den Schritt, noch verläßt er den geradeaus Kurs. Unser Blick wandert auf die Straße und nach links den sanften Hang hoch...... und dort steht eine ganze Herde..... wow ist das schön, zwischen 15 und 20 Stück auf einmal, wie schön das doch noch gesehen zu haben.

Kurz nach Madison treffen wir erneut auf die Madison Elk Family, wieder sind die Herren der Schöpfung nicht dabei, die Mütter sind mit ihren Kindern unterwegs. Von einem netten Ranger der mich mal schnell ins Auto verbannt, weil ich zu nah dran war, erfahren wir, dass das kleinste Elk-Kalb am 15. Mai geboren wurde. Dieser Ranger beaufsichtigt die Herde den ganzen Tag und läuft oder fährt mit ihnen. Eine Hirschkuh trägt ein Halsband, dort ist ein Sender untergebracht. So sind die Ranger immer informiert, wo sich die Herde befindet und können ihr folgen.

Im TBL angekommen, läuten wir den ersten Wäsche-Waschtag ein und ich verbringe den Rest des Nachmittags und Abends (es waren insgesamt 4 Stunden) mit ein paar Unwegsamkeiten bis Maschinenausfall, aber mit zwei netten Amerikanerinnen schwätzend im „Waschsalon“.