2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 15 - Donnerstag 20.09.2012
von West Yellowstone nach Buffalo

 

Heute ist Abreise aus dem Yellowstone, ach uns hat es hier so gut gefallen, wir sind ganz traurig, und können uns gar nicht trennen. Die Mengen an Bisons die wir heute noch treffen, lassen unsere Herzen wieder ganz hoch jubeln. Und außerdem haben wir ja noch ein paar andere Stationen auf dem Plan.

Um 9:30 Uhr sind wir auf dem Weg zum East Entrance, weil wir über Cody nach Buffalo wollen. Wir fahren über Madison, Norris, Canyon Village, Fishing Bridge und treffen im Hayden Valley auf zwei Herden wirkliche Herden von Bisons. Wie man uns erzählt, kehren die Tiere erst jetzt wegen der Trockenheit hierher zurück. Da kann man ja nicht daran vorbeifahren.... also Stativ und Foto und Kamera und alles wieder aus dem Kofferraum raus...und da kämpfen doch zwei Bullen um eine Dame bis der „alte Herr“ kommt und für Ruhe sorgt. Ich habs gefilmt – und hoffentlich nicht verwackelt. Außerdem bin ich lieber im Auto geblieben, denn sie waren doch sehr nah. Ro hat von draussen fotografiert und hing auf einmal mit einer fremden Dame, mit nackter Angst im Gesicht an meiner Scheibe....

Beide hatten ihre Kamera gerettet und wußten nicht zu welcher Seite des Autos sie sich retten sollen, denn von hinten auf der Straße kamen zwei Bisons angetrabt, die sich nicht so ganz grün waren... meine Seite zeigte zum Feld... die Fahrerseite zur Straße... Die beiden Bisons sind aber straßenseitig vorbeigetrabt und ich habs gar nicht mitgekriegt, was da hätte passieren können, weil ich meine Aufnahmen angeschaut habe.

Die Landschaft ab Fishing Bridge bis East Yellowstone ist vollkommen anders wie die Gegenden, die wir vom Westeingang her „gewöhnt“ waren. Wir kommen von der anderen Seite am Yellowstone Lake vorbei. Es geht ziemlich aufwärts und wir fahren zwischen zwei Dreitausendern Grizzly Peak 3.032m und Avalanche Peak 3.221m über die Sylvan Passhöhe bei 2.600m. Viele Nadelbäume wechseln mit inzwischen gelben Birkenbäumchen und die Landschaft wird dunkler, wir passieren dunkle Felswände bis sich das Tal wieder öffnet, den Blick auf gelbe Berge freigibt, rechts fließt der Shoshonen Fluß.

Wir fahren an mehr und mehr Pferdekoppeln und richtigen Ranchen mit diesen großen Balken am Eingang und vielen Briefkästen vorbei. Wobei mit „mehr und mehr“ gemeint ist, dass zwischen der einen und anderen Ranch schon einige Kilometer liegen. Wenn man hier den Nachbarn besuchen will, muß man 10 Minuten mit dem Auto fahren.

Man kommt wirklich auf die Idee, mal wieder Ponderosa oder Shilo Ranch im TV anzuschauen. Uns begegnet kaum jemand, vor und hinter uns sind ein paar Wohnmobile unterwegs und fertig und die Kilometer nach Cody wollen einfach nicht weniger werden.

Gegen 14:00 Uhr endlich erreichen wir Cody und sind begeistert von diesem Städchen, die Hauptstraße war für irgendein Fest gesperrt, ganz viel Verkaufsbuden waren aufgebaut und sogar ein Malkurs wurde auf der Straße abgehalten und damit grüßen wir ganz herzlich Wolfgang und die Montagsmaler.... jeder durfte wohl die Aufgabe so interpretieren wie es ihm gefällt. Ein Klavierspieler begleitete die Kohlestriche der Malerlehrlinge.

Ja und dann haben wir Zuwachs bekommen, ein kleines Bärchen für meine Sammlung, es ist zumindest schon der dritte aus USA und heißt jetzt Cody. Er ist angezogen wie ein Cowboy und wird zu Hause u.a. dem Herrn aus West Point und dem Herrn aus Napels Gesellschaft leisten. Jetzt reist er aber erst mal mit uns weiter.

In Cody gibt es wunderschöne Häuser mit historischen Fronten und ganz viele Geschäfte und Geschäftchen die alles verkaufen, was man sich nur vorstellen kann. Wir könnten hier noch Stunden zubringen....

Nach Cody wird die Landschaft auf dem Highway 14 traumhaft. Wir fahren durch Greybull immer weiter auf der 14 und hatten uns bereits bei der Abfahrt gewundert, dass das Navi die Fahrtzeit von ca. 520 km mit 7 Stunden angegeben hat. Die US 14 ein scenic byway kruckelt und gurkt sich so hin und her quer durch den National Forrest und wir nehmen Steigungen und Gefälle in wunderschöner Landschaft mit geringem Tempo war. Erstens darf man hier nicht so schnell fahren und zweitens ist der Ausblick für ein schnelles vorbeifahren viel zu schön. Berge, Hügel, Täler, Ausblicke und Einblicke in allen warmen und leuchtenden Herbstfarben, Hirsche an der Straße rechts und links... und wir können nicht dran vorbei, wieder und wieder anzuhalten um diese Aussicht zu genießen und auch ein paar Fotos zu schießen. Da kommt man natürlich auch nicht voran.

Bei Ranchester fahren wir dann bis Buffalo auf die I-90 und können hier ein wenig aufs Tempo drücken.

Müde von den Eindrücken der langen Fahrt und hungrig kommen wir im vorgebuchten Comfort Inn an, genehmigen uns noch ein feines Steak im Bozeman-Trail-Steakhaus und sind anschließend zum computern viel zu müde..... gute Nacht!