2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 20 - Dienstag 25.09.12
Green River - Nine Mile Canyon (Teilstrecke)

 

Heute sind wir gegen 9:15 Uhr zum Visitorcenter gestartet und haben nach den Bedingungen für den Swell gefragt, da es die ganze Nacht geregnet hat. Man hat uns dringend davon abgeraten, obwohl wir einen 4WD haben. Der Weg ist sandig und schlammig und man würde steckenbleiben...... und da entschließen wir uns, kein Risiko einzugehen und einen anderen Ausflugspunkt anzusteuern.

Wir nehmen, die kurz nach Green River abgehende 191 N / 6 W und wollen bis nach Wellington fahren, dort gibt es den Abzweig „Solder Creek Road“, dies ist der Nine Mile Canyon National Backcountry Byway, der bei Milepost 21 in den Nine Mile Canyon führt.

Die 191/6 führt uns kilometerlang an den rechtsseitig gelegenen Book Cliffs entlang. Wir sind sprachlos ob dieser nicht enden wollenden Bergketten, die wie ein faltiges Samtkleid, sanft neben der Straße liegen. Wir biegen einfach mal so mir nix dir nix in die „Lila Canyon Road ein, um zu sehen was uns hier erwartet, die Straße ist sehr gut ausgebaut, hat nur wenige Haltebuchten und endet nach einer Weile an der Lila Canyon Mine, einem Bergwerk. Von hier holen Trucks anscheinend Kohle ab und shippern sie in die Lande, wo sie gebraucht oder auf die Eisenbahn verladen wird. Uns bleibt nicht anderes übrig, wie zu wenden und gehorsam wieder auf der 191/6 Richtung Nine Mile Canyon zu fahren.

Gegen 12:00 Uhr sind wir kurz vor Wellington auf die Soldier Creek Road abgebogen und erfreuen uns an unserer bergigen Lieblingslandschaft mit dunklen Nadelbäumen und den wundervoll gelben Aspen oder Birken mittendrin. Auch rote Bäumchen und Büsche sind zu entdecken. Der Indian Summer läßt grüßen.

Der Nine Mile Canyon ist mit 40 Meilen ein Teil des 70 Meilen langen Backways, ein natürlicher Weg durch die Book Cliffs zwischen den Ausläufern des Price River und des Uinta Basin, dessen Straßenbelag vor kurzem erneuert wurde.

An dem Milepost 21 kommt man in den „richtigen“ Canyon rein und man passiert, eingezäuntes Land mit wundervollen schwarzen Rindern, Kälbchen und auch einen Campground. An der groß ausgeschilderten Picknick-Area...... essen wir unsere mitgebrachten Sandwiches und genießen die Einsamkeit, die Luft und die Aussicht auf die Berge, die in den oberen Regionen mit großem Geröll zwischen den Nadelbäumen bedeckt sind.

Irgendwann gegen 15:00 Uhr drehen wir dann um, weil wir gerne heute noch zum Crystal Geyser wollen und das Wetter schon wieder so aussieht, als ob es einen dunkle Überraschung für uns parat hätte.

Da, die „First Site“ die nun rechtsseitig auf unserem Weg liegt und eine nahe gelegene Parkbucht frei ist, suchen wir hier noch nach Petroglyphs und bekommen unfreiwillig Unterstützung von zwei Mädels aus Kanada und ihrem einheimischen Guide. Er ist hier aufgewachsen und kennt jeden Stein. Was von den Zeichen nun wirklich historisch und echt ist, wissen wir nicht.

Wieder auf den 191/6 angekommen, fahren wir gen Green River und damit auch den dunkelgrauen Wolkenfronten entgegen. Die Berge werden noch von der Sonne bestrahlt, aber auch teilweise von Wolken beschattet, der dunkelgraue, fast schwarze Himmel ist teilweise noch blau aufgerissen und die wunderschönen weißen „puffy clouds“ lassen sich nicht ganz vertreiben. Man befindet sich wie in einem Kessel und wird von zwei Wetterfronten an gegenüberliegenden Bergketten eingeschlossen.

Wir fahren durch Green River bis zur Interstate 70, biegen aber vorher links auf die Frontage Road ab und hier geht das Gewitter wieder mal richtig los. Es blitzt und donnert.... die Straße hat zwar viele Löcher und Wellen, ist aber recht gut, wenn auch sehr holprig befahrbar, sie war bestimmt mal gut asphaltiert.

Den Geyser möchten wir aber bei diesem Wetter dann doch nicht aufsuchen und so setzen wir ihn für morgen auf die to-do-Liste. Auf unserem Weg nach Moab ist das ein schöner Tagesbeginn.