2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 22 - Donnerstag 27.09.2012
Moab - Mineral Bottom Road - Dead Horse Point - Canyonlands National Park (Teil)

 

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zur Mineral Bottom Road (Ein Abzweig der SR 313 nördlich von Moab) und wollen mal probieren, wie sich das anfühlt sowas zu fahren. Um 10:10 Uhr sind wir dort, Ro checked noch die Info-Schilder auf dem Parkplatz, ob irgendetwas dagegen spricht und dann geht’s los. Zunächst fahren wir auf einer gut ausgebauten Gravel-Road fast nur recht unspektakulär geradeaus, leicht abfallend. Es heißt man soll auf Pferde, Kühe und sonstiges Getier achten, aber ausser solchen Renn-Maus-Eichhörnchen kommt uns Gott sei Dank nix vor die Kühlerhaube gesprungen.

Nach ca. 10-12 Meilen kann man in einer Ausweichstelle mal anhalten und am Abhang nach unten schauen. Man sieht die langen Serpentinen, die sich wie eine Schlange nach unten winden. Naja, sehr breit sieht das ja nicht aus, wir starten wohlgemut, Ro mit dem Steuer in der Hand und ich mit der Kamera am Anschlag. Premiere..... (außer der Wolverine...)

Es ist eine sehr kurvenreiche holprige Strecke, man muss teilweise über Platten, die wohl nach Beschädigungen der Straße hier eingefügt worden sind, überqueren und wir haben ein wenig Bedenken, obwohl uns vorher noch einige Autos überholt haben, die jetzt nicht mehr zu sehen sind, und die nicht unbedingt so hoch wie unseres waren. Wir sind gebannt von der eigenen Kühnheit und fahren munter drauflos. Etwas schwierig wird es, als uns doch tatsächlich ein recht breites Auto, Pickup oder so entgegenkommt. Eigentlich müssten wir jetzt außen, also gen Abgrund ausweichen, aber der Entgegenkommende ist kulant und läßt uns den Platz am Berg..... Puh, das war nicht so recht nach unserem Geschmack, ich glaube ich habe die Kamera einfach laufen lassen und nicht ausgemacht. Das merke ich jedoch erst, als ich sie wieder anmachen will. Aber nicht genug mit einem entgegenkommenden Auto nein, es kommt uns noch eins entgegen, aber diesmal halten wir früh genug und der andere kann passieren. Bald danach haben wir es geschafft und befinden uns jetzt an der lang auslaufenden Dirtroad die noch ein wenig am Green River entlang bis zu einer Schlauchbootanlegestelle führt. Wir befinden uns ebenerdig in einer ganz malerischen Canyonwelt direkt am Wasser und es gefällt uns hier recht gut.

An der Anlegestelle ist einiges los, ein großes Boot wird von Rangern zu Wasser gelassen und die Fahrgäste nehmen nach einiger Zeit auf dem Boot ihre Plätze ein. Das Beiboot ist mit allen möglichen für uns nicht auszumachenden Utensilien bestückt. Wir nehmen an das ist sowas wie eine „Wasser-Safari“.

Wir halten uns noch ein wenig dort auf, erkunden zu Fuß die nahe Gegend, genießen die angenehme Luft, den blauen Himmel, die weißen Wolken, das satte Grün am Ufer des Green River und die roten Canyonfelsen, die in den Himmel ragen.... Dabei fällt uns unangenehm ein, dass wir ja dort wieder hoch müssen, denn einen anderen Weg hier raus gibt es nicht. Nach einem kleinen mitgebrachten Imbiss sind wir bereit und Ro startet tapfer den Rangern mit Hänger hinterher...... aber deren Tempo können wir nicht mithalten, wir können noch nicht einmal sehen, wie sie mit dem Hänger um die engen Kurven kommen, wir fahren langsam und gemütlich und kommen tatsächlich ohnen Gegenverkehr gegen 13:00 Uhr wieder heil oben an.

Jetzt wollen wir noch zum Dead Horse Point und fahren auf der 313 in den gleichnamigen State Park, wo wir eine atemberaubende Landschaft vorfinden. Nach ca. 20 Meilen durch den Park, haben wir etliche Haltebuchten angefahren und das Panorama nach allen Seiten bewundert und natürlich auch fotografiert. Ich glaube, dass muss ich nicht mehr erwähnen. Der Dead Horse Point selbst wird gerade als wir ankommen von drei Bussen angefahren und wir teilen uns den grandiosen Ausblick auf die roten Windungen des Colorado mit vielen anderen Touristen aus Europa. Eine ergreifende Canyonlandschaft liegt uns zu Füßen und man weiß gar nicht wo man zuerst hinschauen soll.

Den Shafertrail werden wir heute nicht bezwingen, aber zumindest mal anschauen, haben wir uns gedacht und dafür müssen wir in den Canyonlands Nationalpark, der ja auch an der 313 liegt weiterfahren. Wir haben schon so viel darüber gehört und es reizt uns schon, aber für heute haben wir genug von Dirt-Roads und abschüssigen Serpentinen. Wir schauen ihn von oben an und haben das Glück einen Camper und einen normalen PKW dort fahren zu sehen. Das macht uns Mut, dies auf die to-do-Liste für ein nächstes Mal zu setzen.

Gegen 17:00 Uhr fahren wir auf der 313 und 191 zurück nach Moab ins Inca Inn. Dort haben wir neue Nachbarn bekommen, die auch deutsch sprechen, wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass wir in unterschiedlichen USA-Foren angemeldet sind, aber gar nicht weit auseinander wohnen. gibt’s denn sowas?? Aufgrund eines heißen Tipps, aus der Verwandtschaft fahren wir noch schnell bei Milt's vorbei und kaufen uns einen Hamburger, und dann geht’s ans computern. Wir dachten zwar, wir könnten dort einkehren, aber man kann nur draußen sitzen und Milt's selbst besteht nur aus vier Wänden und zwei Köchen. Wie immer stand auf unserer Bestellung: UTAH :-)))