2012 - 50 Tage Tour durch den Westen

 

Tag 23 - Freitag 28.09.2012
Von Moab nach Torrey - Crystal Geyser und Little Egypt

 

Die Sonne lacht, das Wetter ist schön und wir fahren jetzt erst einmal auf der 191N bis zur 70W und dann zurück nach Green River. Alles in allem gefällt uns die Fahrt wieder sehr gut, die Farben der Berge an denen wir vorbeifahren und draufzufahren (Grand und Emery) wechseln stetig und es ist eine abwechslungsreiche Strecke. In Green River wollen wir den vor ein paar Tagen durch schlechtes Wetter verlorengegangenen Ausflug zum Crystal Geyser nachholen. Zwei Wegbeschreibungen liegen uns vor, die offizielle auf einer Glanzkartonkarte gedruckte Version aus dem Visitorcenter und eine handgemalte Skizze, ebenfalls aus dem Visitorcenter. Beide führen uns zum Crystal Geyser aber wir erwischen erst einmal die falsche Straße und landen über eine sehr schlecht asphaltierte Straße wieder auf der Autobahn (ich weiß schon wer jetzt darüber lacht). Aber der zweite Anlauf klappt sofort und nach knapp 10 Meilen sind wir angekommen.

Wahnsinn, außer uns nur ein anderes Auto dort und von anderen Menschen nix zu sehen. Der Crystal Geyser liegt vor uns und strahlt in allen Gelb-Ocker-Braun-Vanille-Tönen, ein intensives indisch-gelb überwiegt und dekoriert die abgerundeten Terrassen wie fließender schwerer Stoff. In der Mitte ragt ein Metallrohr empor, aus dem er dann wohl 2x am Tag sprudelt. Die Terrassen, die dem Green River, der wie ein Spiegel vor uns liegt, zugewandt sind, sind nass und wir vermuten, entweder ist das doch vom Regen oder wir haben das Schauspiel versäumt. Aber wer hat schon Zeit 12-14 Stunden zu warten?? Wir ziehen es vor, ihn von allen Seiten zu betrachten und zu fotografieren. Man fühlt sich in der Nähe dieser Farben sehr wohl und bestens aufgelegt und kann sich nur schwer trennen, denn zurück bleibt der Gedanke, wenn wir jetzt fahren und um die nächste Ecke sind, dann sprudelt er vielleicht. Wir werden es nie erfahren, aber egal – diese Farbenpracht war der Ausflug wert.

In Green River füllen wir noch unsere Kühlbox mit Lebensmitteln für die Zwischendurchverpflegung auf, da wir gestern von Carmibaer noch erfahren haben, dass in Torrey nicht so wirklich mit einem Lebensmittelmarkt zu rechen ist. Eis haben wir noch aufgefüllt und so dürfte dem gesmoked Turkey und dem schweizer Käse, der Erdnussbutter und dem Philadelphia sowie dem wholegrain Brot und dem Salat mit separater thousand islandsoße nix passieren. Unser Wasser, das alkoholfreie Bier und das Cola sind nicht unbedingt kälteabhängig.

Auf der 70W fahren wir bis zur 24, vorbei am Gobelin Valley, weiter in Richtung Hanksville. Rechts und links vom Fahrbahnrand türmen sich unserer Meinung nach wieder Mengen an petrified Sanddunes, diesmal mehr gelbgrau und auf der gegenüberliegenden Seite in der Ferne stehen Familien über Familien von Gobelins, die noch nicht alleine stehen können, weil sie noch gestapelt bis unter den Himmel auf ihre Befreiung aus dem Berg warten.

Unterwegs entscheiden wir uns, noch einen Abstecher zu machen bevor wir nach Torrey kommen, und fahren bei Hanksville die 95 ein Stückchen südlich bis zu dem Abzweig auf eine gemäßigte Dirt-Road, über die man zum „little Egypt“ kommt. Wir finden den ganzen Klan und stromern noch ein wenig herum. Die Nachmittagssonne ist angenehm und wir entdecken dauernd neue Figuren und bilden uns zu allem Überfluß auch noch ein, in den dahinterliegenden Bergen Pyramiden zu erkennen. Gegen 16:00 Uhr machen wir uns wieder auf unseren eigentlichen Weg nach Torrey.

Die Fahrt von Hanksville nach Torrey auf der UT24, läßt uns wieder mal staunen. Wir dachten wir hätten jetzt schon so viel gesehen und könnten jetzt die Begeisterung gar nicht mehr so aufbringen und die Fahrt naja, ist ja nicht so weit und da wird’s schon nicht so viel am Wegesrand geben. Wir wurden wieder einmal eines besseren belehrt die Landschaft ist einzigartig und als wir auch noch durch den Capital Reef National Park fahren (müssen) weil es ja viel anders nicht nach Torrey geht, glänzen unsere Augen.

Mensch was machen wir nur mit all den Eindrücken? In ein Kästchen packen und im Gehirn nach hinten schieben, damit Platz für Neues ist. Zu Hause gibt’s dann viele große und kleine Kästchen zum auspacken, zum beschreiben, zum bebildern.... aber jetzt wird erst einmal diese Wirklichkeit dankbar genossen.

Laßt Euch überraschen, wir haben hier drei Übernachtungen und gleich morgen geht’s wieder in den Capital Reef National Park.