2013 - Relaxen in FLORIDA - nach 13 Jahren mal wieder zurück

 

Tag 11 - Freitag, 22. November 2013
Die erste Ausfahrt mit dem Boot

 

Die No-See-Ums haben mich gestern ganz schön zerbissen, aber es geht noch einigermaßen, bisher sind es „nur“ rote Flecken, die ganz schön jucken.

Wir haben lieben Besuch und ich lasse mir die Laune nicht verderben. Wir beginnen den Tag wie bisher, mit einem ausgiebigen Frühstück. Bagels und auch mal mit deutschem Brot, was es hier zu kaufen gibt. Marmelade, Käse, Truthanaufschnitt, Tomaten, Paprika, Orangen und Apfel, nicht zu vergessen Erdnussbutter und Cream Cheese munden uns köstlich. Was will man mehr, ach ja Müsli haben wir auch noch.

Heute findet also der erste Ausflug mit dem Boot statt. Unsere Herren studieren schon eifrig die Seekarte, aber wie wir wissen ist eine Fahrt nach Ft. Myers, um dort an einem Steg anzulegen, an Land zu gehen und dort zu essen für heute zu weit. Dafür braucht man mindestens 8 Stunden Fahrtzeit plus gemütliches Essen, da es schon um 17:40 Uhr relativ dunkel und um 18:00 Uhr stockdunkel ist. Das Boot hat nur Positionslichter und die Kanäle keine Laternen. Also nehmen wir uns vor, erstmal zu testen, wie sich das überhaupt anfühlt und rechnen uns aus, wann wir umdrehen müssen, um vor Einbruch der Dunkelheit „zu Hause“ zu sein.

 

 

 

Wir machen uns Sandwiches, packen Getränke, Servietten, Pappbecher und Handtücher ein, Sonnenbrillen, Kappen und alle möglichen Fotogerätschaften.

Das Boot ist 8 m lang und hat 11 Sitzplätze. Wobei ich mich frage, wie das aufgehen soll. Die Toi darf man nicht benutzen, das kostet 100$ Reinigung. Carsten meint, dort würde ich (Jutta) sowieso niemals reinkrabbeln. Naja, manchmal - wenn man, wie man soll - viel getrunken hat, ist es dann aus Erfahrung auf einmal dringend und ich nehme die ausgespülte Box (vormals war Cole Slaw drin) als Notbehelf für uns Damen mit. Den flüssigen Inhalt würde ich dann ohne Skrupel ins Meer schütten, da schütten andere ganz viel andere Sachen rein, oder?

Aber um es vorweg zu nehmen, die Box wurde nicht in Betrieb genommen. Es ist ein aufregendes Unterfangen bis das Boot rückwärts aus der Parkzelle erst einmal ins Wasser gelassen und dann ausgeparkt wird. Noch spannender wird es, als wir den ersten und den zweiten noch engeren Tunnel passieren.

Richtig interessant wird es, in die Schleuse einzufahren, mit zwei Booten ganz schön eng. Wir hatten die zweite Position.

 

 

Rolf überläßt freiwillig Carsten das Steuerrad und ich muss sagen, der Junge macht seine Sache ganz toll. Mit Hilfe des Navi führt er uns sicher an den vielen vielen Sandbänken vorbei, ab und zu piepst es und man weiß, dass man nur noch 70 cm oder weniger Wasser unter dem Kiel hat. Das heißt Kurskorrektur und schön in der vorgebenen Fahrrinne bleiben.Gott sei Dank habe ich noch das Fernglas eingesteckt, damit kann man die Nummern von den Pilonen, die uns auf dem Wasser den Weg weisen, überhaupt erkennen. Manche sind sehr weit weg.

 

 

Nach 2,5 Stunden beschließen wir, ein kleines Picknick zu machen und verlassen die Fahrrinne. Dort schaukelt es aber deftig und so drehen wir und schippern langsam dem Track vom Navi folgend wieder zurück gen Heimathafen. Wir wechseln ab und zu die Plätze, damit jeder mal in den Genuß des wenigen Schattens vom Dach des Bootes kommt und sind inzwischen total entspannt. Zwei von uns nicken einfach mal kurz ein, aber nur kurz, denn dann sind auf einmal Reiher zu sehen und auch noch Delphine, die recht nah sind und übermütig spielen und aus dem Wasser springen.

 

 

 

Nach der Schleuse haben wir erneut Gelegenheit die wunderschönen Villen der Upperclass entlang der Kanäle zu bewundern. Wow, eine Augenweide, aber ob die Besitzer im Moment so glücklich sind wie wir, bleibt noch dahingestellt.

Wir müssen ganz langsam fahren, weil man hier keine Wellen machen darf und haben einige Windungen zu befahren bis wir wieder zu Hause sind. Von Schleuse bis Home-Anlegestelle sind es gut 40 Minuten.

So um 17:00 Uhr legen wir an und machen es uns mit einem Kaffee am Pool gemütlich. Rolf liftet vorher noch das Boot, spritzt es ab und zieht ihm für alle Fälle das Regenmäntelchen an.

 

 

Meine gestrigen Bisse von den No-See-Ums sind nun bald 24 Stunden alt und so langsam wird es doch sehr unangenehm. Trotzdem läuten wir einen recht kurzweiligen Abend ein, mit einem gemeinsamen Resteessen am Pool und sprechen noch lange von der schönen Ausfahrt. Natürlich amüsieren wir uns auch über die eine und andere Anekdote, die man so zu erzählen weiß oder erzählt bekommt.

 

 

Ganz lustig wurde es als einer von uns sagte: ich geht jetzt ins Bett – ich bin ja soo müde. Wir schauen zur Uhr: 20:00 Uhr und alle fangen an zu lachen, Acht Uhr - willst Du wirklich schon ins Bett?? Wie, es ist erst 20:00 Uhr?? Ich dachte es wär 22:00 Uhr - Och nööö, dann bleib ich doch noch ein wenig! - Coool oder? Aber wir haben zu früh gelacht, denn eine Stunde später brechen wir alle mehr oder weniger lautlos in uns zusammen und gehen dann ganz schnell ins Bett.