2013 - Relaxen in FLORIDA - nach 13 Jahren mal wieder zurück

 

Tag 24 - Donnerstag, 05. Dezember 2013
Nochmal Everglades und Miami Beach

 

Heute sind wir eine Stunde später aufgestanden und sind gleich nach dem Frühstück in die Everglades gefahren. Es mußte einfach nochmal sein. Natürlich haben wir erst mal einen Stopp in der Royal Palm Area eingelegt um den Anhigatrail nochmal zu gehen und den Anhingas, den Rabengeiern, Cormoranen, Herons aller Art sowie den Aligatoren guten Morgen zu sagen.

Ja, und es waren wieder genausoviele versammelt wie gestern.
Schon auf dem Parkplatz haben sie auf den Autos gesessen und die Gummidichtung aus den Türen gepickt. Unglaublich, aber jetzt ist uns klar, wieso manche Autos mit blauer Plane überzogen sind..... die kann man hier kostenlos ausleihen, um sein Auto zu schützen. Diese Rabengeier sind ja gnadenlos und Angst haben sie auch keine. Erst als eine Rangerin mit einer Wasserpumpgun anrückt und sie mit vieeel Wasser bespritzt, fliegen sie behäbig gackernd auf den nächsten Baum.

Wir schlendern nochmal den Anhinga Trail auf und ab, treffen die gleichen Leute wie gestern und beobachten von den Holzstegen aus die unberührte Natur in der sich so manche Cormorane und Anhingas uneinig sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein wildes Flügelflattern und lautes Plantschen macht uns darauf aufmerksam, einer fängt wohl einen Fisch das konnte man gerade noch im Augenwinkel sehen, will damit wegfliegen und der nächste jagt ihm die Beute wieder ab. Ich kann nicht erkennen wer nun gewonnen hat, es hat einen Weile gedauert bis der arme Fisch dann von einem der Beiden verspeist wurde. Für die Kamera war es dann sowieso zu spät. Diese Bilder behält man jedoch im Kopf.

 

 

Unten am Steg gruschelt es im Gras und ein Aligator den man vorher gar nicht bemerkt hat läßt sich ins Wasser gleiten. Nur die Ringe auf dem Wasser weisen den Weg in welche Richtung er geschwommen ist.

Nachdem wir bei herrlichem Sonnenschein nochmal alles in uns aufgenommen haben, fahren wir weiter zum Pineland Trail, dieser ist nur 0,6 mi lang und führt ohne Holzsteg wie der Name schon sagt durch einen subtropischen Pinienwald. Es ist ein Rundweg mit vielen Sägepalmen (Fächerpalmen), Pinien und Farnen. Alle diese Pflanzen sind sehr resistent gegen Feuer, mit kleinen Tricks der Natur schützt die Fächerpalme ihre Knospen mit einem Gewebe, die Pinien lassen das Feuer von ihrer Rinde abhalten und die Farne haben ein tiefes Wurzelsystem, was sie schnell wieder neu wachsen lässt.

Angestrengt halten wir nach Getier Ausschau, aber außer, dass ich irgendwann irgendetwas auf meinem Kopf spüre und mit kurzem Aufschrei wegwirbele, haben wir leider kein Glück. Ich hoffe es war keine Spinne!

 

 

 

 

Auf dem Weg zum Pa-hay-okee Overlook kommen wir, wie uns das Schild ankündigt über den Rock Reef Pass, dieser hat ganze 2 feet Elevation. Das scheint hier ja wirklich hoch zu sein, denn sonst würde es ja nicht extra auf dem Schild stehen.

Der Pa-hay-okee Overlook „Trail“ führt auf einem Holzsteg zunächst rechts und links an Magnolienbäumen vorbei. Das muß eine Augenweide sein, wenn die alle in Blüte stehen. Dafür ist es aber jetzt die falsche Jahreszeit. Man geht weiter und kommt an kahlköpfigen „bald“ Cypress Trees vorbei.

Die Cypressen stehen ebenfalls im Wasser und haben alle Blätter durch die Kälte und Trockenheit im Winter verloren. Im Frühjahr begrünen sie neu, was man sich bei diesem Anblick überhaupt nicht vorstellen kann. Hier zwischendrin und anschließend wächst Gras ebenfalls im Wasser. Dieses „Saw Grass“ wächst in einem sehr langsam fließenden Fluß, was man jedoch nicht wahrnehmen kann, man sieht nur, dass das Gras im Wasser steht.

Ein schönes Bild wenn der Wind alle Halme in die gleiche Richtung bewegt. Am Ende ist eine Aussichtsplattform von der aus man nochmal in alle Richtungen in die seit hunderten von Jahren vom Menschen unveränderte Landschaft und einstige Heimat der Ureinwohner (Indianer) schauen kann.

 

 

 

Der Mahogamy Hammock Trail (Mahagoni Farn Weg) ist von einem Wassergraben umgeben sowie von Mulden die sich am Rand verfaulte Pflanzenreste bilden. Beim Fäulungsprozess entstehen Säuren, die den Kalksteinuntergrund auflösen. In diesen Vertiefungen sammelt sich dann wieder Wasser. Das riecht nicht, aber ist ein merkwürdiges Bild, kleine Hälmchen wachsen aus einer grauen schwabbeligen Wabermasse heraus.

Hier läuft man wieder ganz bequem auf einem Holzsteg, vorbei an Mahaghonibäumen, Gumbo-Limbo Trees (Balsambäumen) und Sabal Palm Trees (Palmetto Palmen). Die Bäume und Pflanzen wachsen dicht an dicht und man kommt sich vor wie in einem Djungel. Sogar den größen und ältesten noch lebenden Mahaghonibaum von Amerika kann man hier sehen. Hier drin ist es richtig dunkel und der Blick nach oben, zeigt ein dichtes Blätterdach von den den Steg umgebenden Hartholzbäumen. Kein Wunder, dass sich die niedrigeren Pflanzen, wie Farne wahsinnig ausbreiten und nach oben streben, weil sie sich nach Licht sehnen.

 

 

 

 

 

Wie eine Insel sind sehr hohe Sabalpalmen angeordnet, ihre Wipfel wiegen sich langsam im Wind. Aus Sabalpalmenholz wurden früher von den Einheimischen Werkzeuge gefertigt, außerdem dienten die Palmen zum Schutz und sogar als Nahrung.

Unsere Uhr sagt, es wird Zeit mal wieder an den heimischen Herd ins Motel zurückzukehren, etwas zu essen und Pläne für den Nachmittag zu machen. Erst skypen wir mal wieder ein bißchen durch die Gegend und dann essen wir unser köstliches Obst und die Avocado von „Robert is here“. Ahhh, ein Genuß so reif und frisch bekommen wir das so schnell nicht wieder! Ja und dann entschließen wir uns mal nach Miami an den Strand zu fahren.

Knapp 25 Jahre waren wir nicht hier, ihr merkt schon – es war damals unsere Hochzeitsreise..... also wieso nicht mal wieder nach Miami Beach. Ach ja, wenn wir das gewußt hätten, bis über die Brücke gings ja noch einigermaßen, aber dann war die Hauptstraße auf Miami Beach eine einzige Baustelle. Wir hätten shoppen können zwischen dem Stopp and Go. Naja, irgendwie sind wir dann doch noch an den Beach gekommen und das sogar noch vor Sonnenuntergang. Mit dem Parkplatz hatten wir Glück, denn an so einem „public beach access“ ist gerade ein Auto weggefahren.

Wunderschöne richtig große Wellen kullerten, brandeten an den Strand und wir freuten uns sehr darüber. Der Sand war fein aber nicht ganz so hell und pudrig, wie wir es schon gesehen haben. Was einem plötzlich auffällt. Die Sonne senkte sich langsam hinter der Hochhausfront und wir durften nur den sich färbenden Himmel über dem Wasser bewundern. Egal – bei dem Verkehr und Stau – hätten wir jetzt nicht mehr nach der richtigen Sonnenuntergangsseite suchen wollen. Der Strand war unser Ziel. Wenn die Sonne weg ist und man so am Strand im Wind steht, wird es ganz schön kühl. Also machen wir uns wieder auf den Rückweg.

 

 

 

 

Essen wollen wir heute im Olive Garden, eine italienische Kette, die wir vor Jahren mal schätzen gelernt haben, das Essen war gut, aber der Service mies. Hat die Bedienung mich doch gebeten, das letzte Stück Pizza in die Hand zu nehmen, damit sie meinen Teller mitnehmen kann und Ro gleich die Rechnung präsentiert. Unverschämtheit! Die hatte zum abräumen schon die Rechnung dabei!!!

Auf dem Heimweg haben wir dann erst mal getankt, denn morgen geht es weiter nach Orlando, dann haben wir noch dem Walmart einen kleinen Besuch abgestattet, weil man ja unbedingt immer doch noch was braucht.

Im Motel haben wir dann den Proviant für morgen zurechtgemacht und die Koffer gepackt. Naja gepackt ist zu viel gesagt, sie waren ja gar nicht so richtig ausgepackt für die drei Tage. Wir haben sie geschlossen und den Rest in Tüten mitgenommen, denn es ist ja noch nicht unsere letzte Station. In einer Woche wird es dann schon schwieriger werden alles richtig in die Koffer reinzubekommen.