2014 - Weihnachtszeit in Florida


 

                                                                   Tag 27 - Samstag 20.12.2014
                                                   Six Mile Slough Preserve und Four Freedoms Park

 

 

Mitten in der Nacht geht der Wecker an, den haben wir ganz früh gestellt, weil wir gerne noch einmal zu Harns Marsh wollen um dort Vögel zu fotografieren, die sich im vergangenen Jahr nicht gezeigt hatten. Frühstücken wollen wir anschließend bei Bob Evans, hierfür haben wir nämlich einen Gutschein geschenkt bekommen. 2 x Frühstück bestellen und nur 1 x Frühstück bezahlen. Die Getränke gehen extra.

Das mit dem frühen aufstehen hat funktioniert, duschen und in die Klamotten springen, Kameras schnappen und ab Richtung Harns Marsh, „Michelle“ sollte diesen Weg eigentlich noch kennen. Da es aber hierfür keine richtige Adresse gibt, habe ich das Ziel im vergangenen Jahr nur so in etwa eingegeben und den Rest haben wir nach der ausgedruckten Beschreibung aus dem Internet zurückgelegt. Diese Beschreibung hatten wir jedoch heute nicht dabei und „Michelle“ ließ uns ganz schön im Stich.

Kurzum wir haben einen superschnellen Programmwechsel vorgenommen und sind noch zum Six Mile Slough Preserve gefahren und sind die Stege zu den einzelnen Ponds abgelaufen.

 

 

 

Dieses Stückchen Erde hat nichts von seinem Zauber verloren, aber für Tiersichtungen war es schon fast wieder zu spät. Trotzdem haben wir ganz nette Beute gemacht. Ein Specht hat sich blicken lassen und ein Anhinga und der erste schwarze Heron, naja sicher waren es noch mehr aber wir haben nur jeweils einen gesehen. Die Stege auf denen man laufen kann sind heute sehr belebt. Es scheinen aber alles locals zu sein, denn sie haben größtenteils ein Walking Dress an und Turnschuhe, auch Aufseher sind unterwegs mit ihren Gruppen, die sie zu den einzelnen Aussichtspunkten führen und die Fauna und Flora erklären.

Das Licht ist wunderschön, die Temperaturen angenehm und das braun des Wassers und der Mangrovenstämme, sowie das grün von den Farnen, Bromelien, Tirlanzien und anderen Aufsitzerpflanzen kommt ganz intensiv zur Geltung.

 

 

Nach etwa 2,5 Stunden umherlaufen, schauen, auf Vogelstimmen und Geräusche horchen, fotografieren und filmen, merken wir irgendwann doch, dass wir noch nicht gefrühstückt haben und nehmen Kurs zum Parkplatz um zu Bob Evans zu fahren.

Die diversen Frühstücksalternativen die es hier gibt sind sehr Ei-lastig aber schmackhaft zubereitet. Ich nehme ein Veggie-Omlet mit Babyspinat und Zwiebeln, garniert mit kleingeschnittenen Tomaten, das hat mit einer Scheibe Vollkorntoast laut Karte nur 360 Kalorien. Na, ob das stimmt?

Die Temperaturen sind inzwischen auf 78°F = 26°C gestiegen, der Himmel ist blau und fast wolkenlos. Jetzt kaufen wir noch einen Sack Orangen und testen nochmal den köstlichen Saft bei Sun Harvest. Zwei rote Grapefruits nehmen wir auch noch mit und dann sind wir erst gegen 14:00 Uhr und 110 km später wieder in der Villa Atlantis.

Eine Stunde schlafend am Pool gönnen wir uns, bevor wir wieder rüsten, denn heute ist die Bootsparade in Cape Coral. Dieses Event hat sich mittlerweile zu einem richtigen Volksfest entwickelt. Es sind ganz viel Buden aufgestellt, die Getränke und gegrillte Wurst verkaufen, Luftballons, Zuckerwatte, Bücher und mehr.

 

 

Eine wachsende Zahl an Besuchern sitzt auf selbst mitgebrachten Stühlen im Four Freedoms Park in Downtown Cape Coral und wartet auf die geschmückten Boote einerseits und auf die kostenlose Filmvorführung andererseits. Auf einer großen Bühne zeigen alle möglichen Vereine lang geübte und einstudierte Vorführungen zu bekannten Melodien. Alle Altersklassen sind vertreten. Das ganze Fest beginnt um 16:00 Uhr aber die Bootsparade beginnt erst gegen 19:30 Uhr. Gegen 17:00 Uhr, die Sonne senkt sich langsam dem Horizont entgegen, laufen die ersten „schwimmenden Weihnachtsbäume“ im Bimini Basin ein. Vom Segelboot bis zur Luxusyacht ist alles geschmückt und man kann nur ahnen, wie das bei Dunkelheit dann aussieht. Es ist inzwischen sehr sehr voll geworden und irgendwie hatten wir das alles ein wenig anders in Erinnerung, aber in 15 Jahren kann ja auch viel passieren.

 

 

Die verschiedenen Tanzgruppen aller Altersklassen waren nacheinander alle dran und jetzt strapaziert eine Damengesangsgruppe unsere Ohren. Schade, sie singen aus voller Kehle und voller Enthusiasmus, aber es klingt so schrecklich falsch. Wie gut, dass wir Pete und Molly nicht hier her zerren konnten, ich glaube das hätte ihnen nicht gefallen. Ursprünglich war dieses Event am 14. Dezember, also einen Tag vor Pete und Mollys Abreise geplant, aber durch die Bike Night hat sich dann alles verschoben. Manchmal ist doch alles gut so, wie es kommt.

Wir bleiben nicht bis zur Dunkelheit und warten auch die Bootsparade nicht ab, wir machen unseren Parkplatz frei für andere Besucher, die jetzt kurz vor Sonnenuntergang bei immer noch 73°F = 23°C zu Hunderten hierher strömen.