2014 - Weihnachtszeit in Florida

 

Tag 33 - Freitag 26.12.2014
Myakka River State Park, Ihop und Homedepot  

 

Der Wecker bzw. das Handy tütelt seine Melodie und ich weiß, es ist 5:45 Uhr. Der Myakka River State Park steht heute auf dem Plan und da es ca. 77 Meilen bis dorthin sind, wollen wir ganz früh los. Der Park öffnet um 08:00 Uhr. Die Fahrt zieht sich jedoch länger, als wir dachten und wir sind doch „erst“ um halb 9 dort.

Der Myakka River State Park ist einer der ältesten und größten Nationalparks Floridas. Er liegt in Sarasota an der Staatsstraße 72. Außer der State Road 72 führt eine ca 11 km lange, befestigte Straße am Ufer des Upper Myakka Lake entlang. Es gibt 30 km unbefestigte Straßen und über 62 km Wanderwege im Inneren des Parks. Möglichkeiten zum Bootfahren, Angeln, Kanu und Kajak sind ebenfalls vorhanden.

Am Upper Myakka Lake befindet sich der Birdwalk, ein 300 m langer Bohlenweg zur Vogelbeobachtung. Von November bis April erklären hier freiwillige Helfer den Besuchern die verschiedenen Vogelarten. Das war unser erster Anlaufpunkt, an dem wir uns über zwei Stunden aufgehalten haben.

Wir konnten sehr viele Vogelarten beobachten und bekamen ausführliche Erklärungen u.a. zu den weißen Pelikanen, die wie in einer kleine Herde die Wasseroberfläche durchpflügen immer wieder den Schnabel ins Wasser und wieder hoch. Es sah richtig nach Arbeit aus. Das ist ihre Art zu fischen, die sich vollkommen von der der gelben und braunen Pelikane unterscheidet. Hier gibt es jedoch nur die weißen Pelikane und darauf ist man richtig stolz, denn sie sind recht selten. Pelikane gibt es überall auf der Welt, außer in der Antarktis. Sie sind eine Familie der Wasservögel und gehören zu den Ruderfüßern.

 

 

 

Überall begegnen einem natürlich auch die Sandpipers, hier die Greater Yellowlegs mit ihren leuchtenden Beinen.

 

 

Die Woodstorks ähneln den Störchen, die wir von zu Hause kennen und werden hier mit der Geschichte, dass es in Europa auch solche ähnlichen Vögel gibt, von denen man sagt, sie würden die Babies bringen, erklärt. Lustig! Aber „unsere“ Störche sehen viel grazieler und anmutiger aus, hübscher einfach und schöner gezeichnet, aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung. Diese Woodstorks ebenfalls Watvögel aber sehen glatzköpfig und ungeschickt aus, der Kopf ist klein, nackt und dunkel, die Federn sind weiß bis grau melliert und man sagt es sind die letzten Abkömmlinge aus der Urzeit und sie sind derzeit als gefährdet eingestuft.

 

 

Wie ein Woodstork zu seinem Frühstück kam, schnell seine Beute sichert um dann zu überlegen wie man sie fachgerecht verspeist, konnten wir hier beobachten. Der ganze Vorgang dauerte etwa 10 Minuten.

 

 

Und so sieht der Woodstork nach einem guten Frühstück aus.

 

 

Der Great Blue Heron ist Nordamerikas größter Reiher mit langen Beinen und einem gebogenen Hals, sowie einer weißen Krone auf dem Kopf. Die Erwachsenen haben einen bräunlichen Kragen am Hals mit schwarzen Zierleisten und weißen Streifen auf der Stirnmitte. Der Rücken und die Flügel sind blaugrau. Durch die grünlich gelben Beine und den großen gelben Schnabel kann man sie von einem Silberreiher und anderen Reihern unterscheiden.

 

 

 

Hier eine kurze Bildgeschichte eines Kormorans in Verbindung mit einem Great Blue Heron. Es bleibt dem Heron nicht verborgen das der Kormoran Beute gemacht hat, er fühlt sich dem kleineren Kormoran gegenüber überlegen und setzt an ihm die Beute abzujagen, dem Kormoran bleibt nichts anderes übrig als schwergewichtig die Flucht in die Lüfte anzutreten, was er dann auch schafft.

 

 

Und noch eine Beobachtung dokumentiert in Bildern, ein anderer Great Blue Heron mit seinem Fang. Zuerst hat er einige Mühe den Fisch überhaupt zu halten da der recht lebhaft zappelt. Danach muß er ihn mehrfach ablegen da er recht schwer zu sein scheint. Jedesmal fängt der Fisch wieder an zu zappeln. Aufgeregt fliegt er dann mehrfach hin und her in dem Glauben das Problem damit zu lösen. Nach etwa 15 Minuten rührt sich der Fisch nicht mehr. Jetzt wird er nur noch ab und zu abgelegt um ihn von Gestrüpp usw. zu befreien. Dann gibt es mehrere Versuch ihn mit dem Kopf zuerst in den Schnabel zu bekommen, schwierig, schwierig. Das ganze Schauspiel dauerte fast 30 Minuten, fast zu lange wie man auf dem letzten Bild sieht, denn ein Alligator war auf den Heron aufmerksam geworden und schlich sich vorsichtig an, in der Hoffnung Fisch und Heron gleichzeitig zu verspeisen.

 

 

Kraniche, bzw. hier Sandhill Cranes haben eine unglaubliche Eleganz, die die Aufmerksamkeit auf sie zieht. Die schlanken Körper in graubraun, der Kopf mit einer purpurroten Kappe geschmückt, stolzieren sie durch das offene Grasland und durch Feuchtgebiete, wo sie Futter finden. Im tieferen Wasser suchen sie ihren Schlafplatz, da sie dort vor „Räubern“ sicher sind.

 

 

 

Great white Egrets sind Silberreiher und gehören zu den Schreitvögeln. Anders als andere Reiherarten weist der Silberreiher keine Schmuckfedern auf. Sein Federkleid ist nur weiß zur Brutzeit jedoch bilden sich lockere Schulterfedern mit Seitenästen aus, die zu einem Rad gespreizt werden können. Die Silberreiher finden ihre Nahrung durch langsames Waten im Seichtwasser oder er wartet in starrer Haltung darauf, dass die Nahrung in seine Reichweite schwimmt.

 

 

Sogar Raubseeschwalben, Caspian Terns, haben sich sehen lassen. Sie sind mit einer Länge von 48 bis 55 cm größer als die Sturmmöwen und damit die größte der Art der Seeschwalben.

Man identifiziert sie unter anderem durch ihre langsameren Flügelschläge als andere Seeschwalben. Sie haben einen kräftigen roten Schnabel, dunkelbraune Füße und einen wenig gegabelten Schwanz.

 

 

Hier zum Abschluß noch ein paar andere Vertreter der Lüfte die die Gunst der Stunde genutzt haben uns ins "Netz" zu gehen, ohne jedoch im Einzelnen auf die Schnelle identifiziert worden zu sein.

 

 

Und hier noch ein Tri-colored Heron, den wir zum ersten mal sehen.

 

 

Nach ausgiebiger Fotosession bei herrlichem Wetter, nicht sehr warm, aber auch nicht kalt, die Sonne kam manchmal durch, haben wir uns einen schönen Parkplatz gesucht und unsere Sandwiches gegessen. Die Picknicktische waren leider besetzt, denn wir haben wieder mal die Rushhour erwischt.

Dann sind wir noch zu den verschiedenen Trails gefahren, die wir teilweise abgelaufen sind. Viele Menschen haben Urlaub und wir haben uns auf den Trails wie in der Fußgängerzone von Frankfurt, Wien oder München gefühlt. Kinder sollen und müssen fröhlich sein und sollen sich an der Natur freuen, wenn man ihnen aber nicht beibringt, dass durch die Lautstärke die Tiere verscheucht werden, dann können andere nichts mehr entdecken und bewundern.

Die Vegetation auf Park Drive Road, der Ranch House Road, der Powerline Road und dem Nature Tail / Canopy Walkway ist bei näherem Hinsehen doch unterschiedlich.

 

 

 

Auf manchen Strecken gibt es mehr Palmen, auf anderen große ausladende Bäume, die den Spechten als Dinnertable dienen. Sie picken ganz viele kleine Löcher nebeneinander hinein, der Baum gibt den Saft frei, der trocknet an, die Insekten bleiben kleben und der Specht kommt einen Tag später zum ernten vorbei. Clever!

 

 

Das Spanish Beard hängt von den Ästen der Bäume herab und man fühlt sich wie in einem gespenstischen Märchenwald.

 

 

Mystisch, geheimnisvoll und trotzdem wunderschön. Die Baumkronen wachsen über den Wegen zusammen und Palmen biegen sich wie Schlangen nach dem Licht. Farne haben es bis in die Palmwedel ganz oben geschafft und der Boden auf dem man läuft ist sandig, weich und mit welkem Laub bedeckt. Durch die sumpfigen Gebiete läuft man auf angelegten Stegen und kann die Fauna und Flora rechts und links im niedrigen Wasser bewundern.

 

 

 

Zum Abschluß, als wir gerade aus dem Park herausfahren wollen, kommen wir noch über eine Brücke und sehen tatsächlich noch einen großen Alligator im Wasser liegen.

 

 

Diesen Park wollen wir unbedingt noch einmal besuchen, wenn hoffentlich nicht ganz so viel los ist. Schön, dass wir früh dort waren, denn gegen Mittag ist es ganz schön voll gewesen.

Auf dem Nachhauseweg kommen wir bei IHOP (International House of Pancakes) vorbei und kehren mal schnell dort ein. Da gibt’s „all you can eat“. Wir erfahren jedoch, dass dieses Angebot nur am 1. Januar gültig ist.. Wir bestellen uns jeder eine normale Portion bestehend aus 4 Pancakes. 1 x Blueberry und 1x Harvest Nut mit Apple Compot.

 

 

Diese Portionen sind einfach nicht zu schaffen und jetzt wissen wir wieder warum wir das nur 1x pro Urlaub machen. Wir gehen mit einer „Box“ nach Hause, weil wir nicht alles aufessen konnten. Ich frage mich sowieso wer diese normalen Portionen schaffen soll und wenn es dann noch „all you can eat“ gibt – wieviel kann man denn davon überhaupt essen?

Ein Homedepot (Baumarkt) liegt auch noch am Wegesrand und wir da wollten wir sowieso auch noch hin.

 

 

Wir schauen mal rein und kaufen ein paar nette Kleinigkeiten, die wir zu Hause in Deutschland in irgendwelchen Baumärkten in dieser Ausführung noch nie gesehen haben. So ein riesiger Baumarkt ist schon was.

 

 

Dort nichts zu finden wäre ja ein Frevel, und schon wandert das eine und das andere Gatorband auch in den Einkaufskorb, eins wäre ja sonst alleine. Dann finden wir eine rechtwinklige Wasserwaage mit der man Bilder gerade aufhängen kann und einen Farbdosenöffner für 49 Cent. Zu Hause nimmt man ja üblicherweise für sowas einen Schraubenzieher, aber dieses kleine Ding erinnert einen dann wenn man was streichen muß, an Florida.

Zu Hause, es sind ja schon wieder Stunden nach den Pancakes vergangen, erwärmen wir unsere Turkeyreste und haben die süße Sünde aus der Box noch als Nachtisch.

 

Insgesamt waren wir heute 11 Stunden unterwegs und haben 244 Kilometer zurückgelegt.