2014 - Weihnachtszeit in Florida

            

Tag 37 - Dienstag 30.12.2014
Myakka River State Park und Siesta Key

 

Nachdem wir jetzt die Planung für unsere letzten Tage hier in Cape Coral aufgenommen haben, blieb uns nichts anderes übrig, als heute nochmal ganz früh in den Myakka River State Park zu fahren. Natürlich haben wir uns eine genauso reiche Ausbeute, wie vor ein paar Tagen erhofft, und vor allem hat der Haus- und Hoffotograf davon geträumt einen Red-shouldered Hawk vor die Linse zu bekommen. Wie das Ganze dann ablief, na ihr ahnt es schon nach dem Bild oben, lest ihr jetzt.

Der Blick aus dem Fenster morgens um 6:00 Uhr zeigte wolkenverhangenen Himmel, meint man zunächst ohne Brille, aber es stellte sich dann als dickster Nebel heraus. Wir waren schon lange auf der Straße unterwegs und die Sonne arbeitete wie verrückt daran, durch die Wolken zu dringen, aber es dauerte noch ca. 2 Stunden bis sie es geschafft hatte.

 

 

Heute sind wir mal ab Punta Gorda über die I-75N gefahren und waren viel schneller dort, als wenn wir wie am 26.12. über die 769 gefahren wären. Aber man muss ja seine Erfahrungen machen. Es war gespenstisch durch so dicken Nebel zu fahren. Dabei war es gar nicht kalt, wir hatten trotz allem 72 Grad F = 22°C die später auf über 80°F = 27°C angestiegen sind. Auf der Autobahn waren sogar Warnschilder über geringe Sichtweiten aufgestellt.

Hier mal eine künstlerische Aufarbeitung des tollen Blickes am Parkeingang.

 

 

 

Gegen 8:20 Uhr haben wir die Rangerstation passiert und unseren Eintritt bezahlt. Ohh schön, der Nebel lag noch ein wenig auf den Wegen und am Ufer und ich war noch mit Geld wieder einpacken beschäftigt, als auf einmal 2 white-tailed deer auf der Straße standen und uns mit großen Augen ohne Scheu angesehen haben. Um den Foto zu zücken, war es viel zu spät. So haben wir den Anblick mal ohne durch den Sucher der Kamera zu schauen genossen, und diesen großen Tieren nachgeschaut, bis sie auf der anderen Straßenseite im Zauber-Geister-Palmen-Wald verschwunden waren.

Das war doch schon mal ein Auftakt wie man sich das so wünscht. Zunächst wollten wir wieder zum Bird-Trail fahren, aber vorher begrüßte uns, wie bestellt, schon auf einem Baum am Wegesrand der Rotschulter-Habicht. Er hat sich in aller Ruhe fotografieren lassen, als wollte er sagen, da bin ich doch, was suchst du denn so lange.

 

 

 

Da schlägt das Herz schon höher und eigentlich war das Tagesziel damit schon fast erfüllt. Aber es sollte noch besser kommen.

Ein roter Kardinal war zu schnell weg und den hämmernden Specht konnten wir nicht entdecken. Die Eichhörnchen haben gekeckert und wollten wahrscheinlich ein paar kleinen Vögelchen an den Kragen, denn die Vogelmutter hat ein wahnsinniges Gezeter angestimmt und die Eichhörnchen damit abgelenkt.

Anschließend sind wir natürlich wieder zum Birdwalk gefahren, sind den Steg entlang gelaufen und haben mit Fernglas und verschiedenen Kameras Jagd auf die Tiere unserer Begierde gemacht. Es war zwar heute wesentlich ruhiger, weniger Tiere unterwegs, aber das hat sich eindeutig positiv auf die Qualität der Beobachtungen ausgewirkt weil man nicht dauernd das Gefühl hatte ein paar Meter weiter irgendetwas zu versäumen. Und es gab auch noch ein Auge für andere Schönheiten am Wegesrand.

 

 

Der Great Blue Heron hat sich auch wieder sehen lassen, war aber schon ein Stückchen weiter in der Tagesroutine, nämlich schon beim Frühstück ...

 

 

aber auch der Alli bereitete sich aufs Frühstücken vor wie man sieht, das war ganz schön knapp aber er blieb hungrig zurück und der Heron suchte das Weite.

 

 

Nicht lange allerdings und er kehrte zurück und präsentierte uns kurz hintereinander mehrere beindruckende Landeanflüge.

 

 

Ein Tri-colored Heron zeigte uns mal kurz seine besonderen Tricks um Fische von sich abzulenken - zum Flug ansetzen, dann Flug abbrechen, wieder landen um dann gleich die Richtung um 180 Grad zu wechseln, zwei Schritte gehen und dann den Fisch attackieren - ob das allerdings die richtige Technik ist fragen wir uns, denn er fing 10 Minuten lang nicht ein einziges Opfer. Aber lustig anzusehen war es schon.

 

 

Die Pelikane waren heute gar nicht zu sehen, dafür lagen aber vermehrt Alligatoren herum wenn man genauer hingeschaut hat.

 

Wunderschön anzusehen war etwas entfernt der Tanz eines Great White Heron.

 

 

Heute war kein Ranger auf der Aussichtsplattform aber eine nette Dame mit Spektiv, die uns auf Vieles um uns herum aufmerksam gemacht hat. Dann kam noch ein junger Mann dazu aus Washington D.C. und er hat genau, wie die Dame dauernd sein Mobile bemüht. Ich habe mir dann erlaubt zu fragen, ob sie beide die Vogelsichtungen im Handy eintragen und dadurch erfahren, dass beide eine App zur Identifizierung und Meldung der Sichtung an die Vogelwarte nutzen. Naja das scheidet für uns dann sicher aus, weil wir ja unterwegs kein Internet haben.

Nach ca. zwei Stunden auf der Plattform, sind wir dann den ganzen North Drive abgefahren und haben in die einzelnen „Querstrassen“ Fox's High Drive, Fox's Low Rd, Ranch House Road, Powerline Road kurz reingeschaut und dann gedacht wir könnten heute den Canopy Trail laufen. Aber hier war diesmal schon um 11:00 Uhr die Hölle los und fröhliche Kinder mit zahlreichen Familienmitgliedern lärmten wieder mal einfach alle Tiere weg. Wir haben es gelassen und uns entschieden ein Stückchen vom etwas unspektakuären und damit weniger frequentierten Riverwalk zu gehen und konnten dort die rosafarbenen Spoonbills und auch noch einen Great White Egred auf die Speicherkarte bannen.

 

 

Rolf hat sich um die Tiere gekümmert und ich habe ein wenig im Palmenwunderwald herumfotografiert. Baumstämme, Wurzeln, Blätter, nach jeder Wegesbiegung hat man wieder einen anderen Blickwinkel und kann die Kamera nicht aus der Hand legen. Faszination Natur pur....

 

 

12:00 Uhr scheint wohl hier wirklich „High Noon“ zu sein, denn wir wurden jetzt von zahlreichen Großfamilien eingeholt und drehten dann um. Zu allem Überfluß wurde ich noch lauthals auf 10 Schritte Entfernung gefragt, ob wir was gesehen haben. Ich konnte nicht anders und habe gesagt, ja gerade noch, bis Leute kommen die so laut sprechen wie Sie, dann verstecken sich die Tiere natürlich wieder und die Vögel fliegen davon. Der Vater zog das Genick ein, aber als wir ein paar Schritte auseinander waren, schrien die Kinder ganz unmotiviert durch die Gegend. Irgendwie macht mich das ein wenig traurig, ich finde das sehr sehr schade, sie wissen gar nicht was sie versäumen.

Nun gut, wir gingen zum Auto zurück und steuerten unser nächstes Ziel für heute an.

 

Siesta Key sollte es sein, wenn wir nun schon so weit hier hoch Richtung Sarasota gefahren sind. Siesta Key ist eine Insel vor der westlichen Küste Floridas und liegt zwischen der Bucht von Sarasota und dem Golf von Mexiko. Hier soll es den der Welt feinsten und weißesten, zu 99% aus Quarz bestehenden, Sand geben. Siesta Key war im Jahr 1987 der Empfänger des World's Finest, Whitest Sand-Preises des Woods Hole Oceanographic Institute.

Wir haben Glück und finden am „public access“ sofort einen Parkplatz, das parken kostet hier nichts, aber wir müssen ein kleines bißchen laufen. Und dann biegt man um die Ecke von einer Riesenbaustelle mit halb fertig errichteten Hotels und Parkplätzen und steht wie gebannt vor diesem weitläufigen, breiten, weißen pudrigen Strand mit türkisfarbenem Wasser und weißer Gischt auf den Kämmen der Wellen. Ohhh ja! Hier ist es traumhaft schön und sehr sehr warm.

Eine Bank läd zum verweilen ein und wir lernen ein älteres Ehepaar aus Kanada kennen. Ein kurzweiliger Plausch ergibt sich und dann wollen wir doch mal zum Wasser laufen. An diesem Strand muss man einfach ganz vorne stehen und den Wellen und Möwen zusehen.

 

 

Der Horizont ist dunkel und es droht ein Unwetter zu geben, deshalb kamen uns wahrscheinlich so viele Leute entgegen, aber der Strand und auch das Wasser ist noch voll genug. In roten und gelben erhöhten Wachhäuschen halten Baywatch-Boys die Wacht. Viele Menschen, so wie wir kümmern sich gar nicht um die dunklen Wolken und der Wind löst sie dann irgendwie auf.

Unser Zeitplan sieht vor, dass wir uns hier nicht so ganz lange aufhalten, denn wir wollen auf dem Rückweg durch Punta Gorda nochmal in die Altstadt und vorher noch zu Starbucks. Unsere Sandwiches und Reste von gestern, sowie unser Wasser was wir mitgenommen haben, ist inzwischen aufgegessen und das Wasser ist alle.

Michelle führt uns mit Starbucks auf den Holzweg, sagt er wäre links, dabei ist er dann nach der Kreuzung rechts, was erst einmal für Verwirrung sorgt. Nach einem schönen Frapuccino, erwachen unsere Lebensgeister wieder, aber der Verkehr auf der Straße nimmt sehr zu und wir stehen dann mehr im Stau, als dass wir fahren konnten. Da wir später noch mit Petra und Stefan auf ein Eis verabredet sind, lassen wir Punta Gorda heute aus.

Zu Hause angekommen, fangen wir an die Fotos zu sichten, sind aber eigentlich heute nach 281 km und 9:45 Stunden Ausflugsdauer etwas müde. Also kochen wir uns erstmal noch einen schönen Kaffee, bevor wir dann mit Petra und Stefan in den Eissalon gehen. Leider vergessen wir vor lauter erzählen, Fotos zu machen.