2014 - Weihnachtszeit in Florida


 

Tag 38 - Mittwoch 31.12.2014
Silvester

 

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Wir schlafen aus, um vorzusorgen denn man kann nicht wissen, wann wir heute nacht nach Hause kommen, vielleicht erst weit im Neuen Jahr....

Na gut, die Story mit dem Frühstück kennt ihr schon und daran hat sich nichts geändert. Wir skypen noch ein wenig mit unseren Lieben in Deutschland, verschicken noch ein paar Mails, lesen empfangene Mails und sind gespannt, was uns heute nachmittag am Strand von Fort Myers erwartet. In 15 Jahren kann sich schließlich viel ändern.

Wir stylen uns ein ganz klein wenig, Rolf packt seine Kamera in den Rucksack, meine Kleine bleibt heute zu Hause, denn ich kann nur kleines Gepäck gebrauchen. Unser Plan ist: an, neben oder unter der Brücke zum Fort Myers Beach zu parken und dann über die Brücke zu laufen, man ist ja dann direkt am Strand.

Gegen 15:00 Uhr brechen wir auf und fahren wie geplant. Das Glück ist uns hold und wir bekommen einen Parkplatz direkt unter der Brücke, neben dem Doc Ford's Bar Rum Bar und Grille, wo wir um 19:00 Uhr herum mit Petra und Stefan aus unserem netten USA Forum verabredet sind. Doc Ford's hat schon die Parkplätze abgesperrt und Hinweisschilder „For Customers Only“ sowie Schilder für „Valet Parking“ aufgestellt.

Jetzt ist es schon 16:00 Uhr und wir wollen über die Brücke laufen, um den letzten Sonnenuntergang in diesem Jahr am Strand zu erleben. Kurz drauf ist ja dann schon in Deutschland Silvester. Das Licht ist ganz wundervoll und der Golf schimmert in dunklen Farben, die den Himmel und die Boote ganz hervorragend zur Geltung bringen. Die Sonne wird bald anfangen lange Schatten zu werfen und wir verbringen einen ganze Weile auf der Brücke und genießen den Ausblick, der einem verborgen bleibt, wenn man immer mit dem Auto hier entlang fährt. Spaßeshalber suchen wir uns die eine oder andere Jacht aus, die mit Sonnenliegen bestückt zu Hauf hier liegen. Sowas nennt man glaube ich Urlaubsstimmung!

 

 

Am Strand angekommen, gehen wir ein wenig auf und ab und entscheiden uns dann für einen Drink, in Nemos Bar. Dort ist Live Musik und es ist recht voll aber gemütlich. Den Platz zu ergattern war nicht einfach, aber erfolgreich. Wir teilen uns einen Apetizer zum alkoholfreien Drink und sehen der Sonne beim sinken gen Horizont zu. Die Krabben sind ganz köstlich und die Soße mildscharf. Hhhmmmm, so kann der Abend weitergehen.

 

 

Dann sehen wir dass hier am Strand gerade ein Hochzeit stattgefunden hat und solche Lichterschirmchen, wie wir das von Thailand kennen, in den Himmel geschickt werden. Wie schön!

 

 

 

 

 

Als die Sonne dann ganz unspektakulär untergegangen ist und auch der Himmel keine Anstalten macht, sich noch ein wenig zu verfärben, laufen wir weiter zum Pier und können dort schon den abgesperrten Bereich rundherum in Augenschein nehmen. Vom Pier aus wird später das Feuerwerk in den Himmel geschickt.

 

 

18:00 Uhr Silvester in Deutschland unsere Gedanken sind bei Euch und so manche Erinnerung wird wach. Hast Du denn Sekt schon raus? Ist er kalt genug? Die Gläser wo sind die Gläser, nein nicht die – nimm frische..... und ein Erlebnis aus Österreich als sich die Flasche gar nicht öffnen lassen wollte und Beate dann einfach einen Zipfel von ihrem festlichen Kleid genommen hat.....

Ja, wir waren in Gedanken bei Euch und trotzdem glücklich, hier kurzärmelig am Strand zu sein.

So langsam machen wir uns im schwindenden Licht wieder auf den Rückweg über die Brücke, der Ausblick ist der gleiche, aber durch die einbrechende Dunkelheit nochmal sehr eindrucksvoll. Wir prüfen ob „unsere“ Jacht noch vor Anker liegt und gehen dann beruhigt weiter.

Unser Auto steht auch noch da, und wir nähern uns dem ausgemachten Treffpunkt. Wir hören Live-Musik und freuen uns, obwohl es heute nicht Deb ist, sondern „Three Crooked Steps“.

Um sicher zu gehen, dass wir noch einen Tisch bekommen, per Telefon wurden keine Reservierungen angenommen, fragen wir schon mal nach und dürfen frei wählen, wo wir sitzen möchten. Na, dann machen wir das doch mal lieber gleich, bevor uns noch jemand zuvorkommt. Es ist gut gefüllt, aber draußen bekommen wir noch einen von drei freien Tischen. Wärmende Pilze sind aufgestellt und wir sitzen nahe an der Bühne. Ja, es ist etwas laut, aber drinnen zu sitzen wäre einem Kühlschrank gleich gekommen.

Rolf geht nach draussen, um Petra und Stefan in Empfang zu nehmen und ich halte die Plätze frei und schaue schon mal in die Menü- und Getränkekarte. Die Band spielt spielt ältere Hitparaden rauf und runter und beherrscht sogar alte Beatle Songs. Nicht schlecht.

Das Essen schmeckt uns allen sehr gut und die Location gefällt auch Petra und Stefan. Wir müssen zwar etwas lauter sprechen, aber beim Essen spricht man nicht und die Band macht ja auch zwischendurch Pausen, die mit Musik aus der Stereoanlage gefüllt werden.

 

 

Gegen 22:00 Uhr machen wir uns dann zu viert auf den Weg über die Brücke zum Fort Myers Beach. Wir werden von vielen vielen Menschen überholt, die alle das gleiche Ziel haben, nämlich mit uns zusammen am Strand in das Neue Jahr hineinzufeiern. Zunächst schlängeln wir uns durch Menschenmassen auf der „sündigen Meile“. Eine Lokalität neben der anderen, Tische und Stühle stehen draussen und alle sind besetzt. Die Palmenstämme sind alle mit Lichtern umwickelt und die Band am Ende der Straße zum Strand versammelt „tausende“ Zuschauer um sich herum. Viele haben sich mit ihren eigenen Campingstühlen hier postiert. Hier würden wir jedoch gar nicht sitzen wollen, aber wir müssen hier vorbei. Fröhliche - nicht betrunkene Menschen mit Krönchen auf dem Kopf der den Schriftzug: Happy New Year trägt sind um uns herum und lachen und erzählen, jeder grüßt jeden und so schallt es von überall her „Happy New Year“! Manche Herren tragen einen illuminierten Irokesenschnitt. Es ist eine lockere angenehme Stimmung. Bald erreichen wir den Strand, es ist jetzt 22:30 Uhr und wir sichern uns ein Plätzchen am Rand, wo schon die sowieso bestehende Absperrung im beginnenden Grasland Richtung Parkplätze angebracht ist.

Wie sich später herausstellen sollte, ist dieser Platz einfach genial, wir haben so gut wie freie Sicht auf den Pier und die Abschlußstellen des Feuerwerks außerdem hören wir noch genügend Musik von der Band. Hinter uns kann niemand rumstreunen, denn dort ist die Absperrung. Unsere Männer betätigen sich dann mal als Kundschafter und schauen wie es in Wassernähe aussieht. Der Strand ist gerammelt voll. Mensch and Mensch, Decke an Decke, Stuhl an Stuhl. Außerdem liegen viele Boote beleuchtet vor dem Strand.

Über den Himmel ziehen laufend Gruppen dieser „Khom Fai“ (kl. Heißluftballons) die von weit hinten am Strand abgeschickt werden und die sich dann über dem Strand je nach Wind, verteilen - wobei man die Anzahl überhaupt nicht mit der Menge beim „Loy Krathong“ in Thailand vergleichen kann.

Es gibt also dauernd etwas zu sehen, wir machen Peoplewatching, oder schauen nach den Laternchen am Himmel, den Leuchthaarreifen auf den Köpfen unserer Strandnachbarn, die Kinder die auf ihren Handys spielen... und so geht die letzte Stunde in diesem Jahr wie im Handumrehen herum.

 

 

Wir freuen uns, mit diesen Mengen zusammen dem pünktlich beginnenden Schauspiel am Himmel folgen zu können. Es ist einfach traumhaft und wenn man Feuerwerk liebt, so wie wir das tun, dann erst recht! Man biegt den Kopf so weit nach hinten, dass man bald umfällt und läßt den ganzen Farbreigen mit vielen Gedanken, Träumen, Wünschen und Hoffnungen auf sich niedergehen.
Farben, Sonne, Frohsinn, Heiterkeit, Gesundheit, Geduld, Zufriedenheit, Energie, Vitalität, verbunden mit Gedanken an Verwandte, Freunde und Bekannte.....

 

 

 

 

Hier ein kurzer Ausschnitt des viertelstündigen Feuerwerks

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Danach köpfen wir dann eine gemeinsame Flasche Sekt und stoßen mit Plasikbechern auf das neue Jahr an. Die in einer Plastikbox mitgebrachten Craker sind sogar noch knackig und wir finden, das ist ein tolles Erlebnis mal so Silvester zu feiern. Bis wir mit Sekt und Crackern fertig sind und uns noch genügend über das Feuerwerk unterhalten haben, ist der Strand fast leer und wir begeben uns langsam auf den Rückweg. Der Eissalon liegt genau da, wo wir wieder zur Brücke müssen, das heißt wir geben das erste Geld im neuen Jahr für Eis aus und treten anschließend den Rückweg zum Auto an.

 

 

Das habt ihr euch ja wahrscheinlich schon gedacht. Die Straßen sind noch belebt und gegen halb drei sind wir dann wieder "zu Hause".

Wir fanden unseren letzten Nachmittag im alten Jahr und den Abend mit Petra und Stefan rundherum gelungen. Schön, dass wir uns kennengelernt haben.