2014 - Weihnachtszeit in Florida

 

Tag 41 - Samstag 03.01.2015
Rodeo in Fort Myers

 

 

Heute morgen ist uns das aufstehen sehr schwer gefallen, weil wir wieder mal so spät ins Bett gegangen sind. Bilder runterladen, durchsehen, für die Seite aufbereiten und Bericht schreiben, e-mails schreiben und beantworten, das dauert halt alles seine Zeit. Wir machen das sehr gerne und vergessen deswegen oft mal auf die Uhr zu schauen. Aber das ist ja nicht schlimm, denn wir haben ja Urlaub.

Es gibt heute nur ein kurzes, knappes Frühstück und dann düsen wir mal in die Bücherei. Kurz nach 09:00 Uhr sind wir dort und total überrascht, was für eine Auswahl allein hier in einer von mehreren Büchereien hier im Umkreis zur Verfügung steht. Man kann sogar e-books und Filme ausleihen. Na, das ist das Richtige für uns. Erst stöbern wir ein wenig nach verschiedenen Autoren, die wir uns ausgesucht hatten und dann erkundigen wir uns, wie man Mitglied werden kann und bekommen gegen entsprechendes Entgelt eine Visitors-Card, weil wir nicht permanent hier wohnen. Toll, jetzt können wir auch von zu Hause aus, e-books in englischer Sprache runterladen oder auch mal einen Film.

Dann fahren wir gleich weiter nochmal nach Matlacha, weil wir unseren „Auftrag“ ja gestern nicht erfüllen konnten, da das Geschäft bereits geschlossen hatte. Heute haben wir die richtige Zeit erwischt und können Erfolg vermelden.

Zurück im Haus, sonnen wir uns noch ein wenig am Pool und genießen den Sonnenschein. Einfach herrlich!

Gegen 13:00 Uhr werden wir von Melanie und Rüdiger abgeholt, sie nehmen uns mit zu einem Rodeo. Wir sind sehr gespannt, denn sowas haben wir noch nie gesehen und ohne die Beiden hätten wir noch nicht einmal gewußt, dass sowas gestern, heute und morgen etwas außerhalb von Fort Myers stattfindet.

Es ist wieder einmal wie im Film, geparkt wir auf einer großen Wiese gegen 2 US$, dann läuft man ein paar Schritte, vorbei an riesigen Wohnwagen, die zu Ställen umfunktioniert sind und zahlt 8 Euro p.P. Danach haben wir noch Zeit, die Waren von ein paar Ausstellern anzusehen. Gürtel, Hüte, Schmuck, Klamotten, Kleider, Hosen - alles zum Verkaufen auf großen Kleiderständern und auf Tischen ansprechend drapiert. Im Nachhinein ist es eigentlich schade nicht doch einen schönen Gürtel für die Jeans gekauft zu haben.

Dann betreten wir den Bereich wo das Rodeo stattfindet, an den Längsseiten sind Tribühnen mit Holzbohlen aufgebaut, nein kein german Sicherheitsstandard, aber gemütlich und ausreichend Platz um zuzuschauen. Überall wimmelt es von Cowboys und Cowgirls alle nett anzusehen mit ihren Hüten, den Jeans und den Sporen an den Westernstiefeln.

 

 

An Pferden auf einer Koppel, und auch vor den „Stall-Wohnwagen“, an eingepferchten Stieren, Stierkälbern und Ziegen sind wir vorbeigekommen. Nun sitzen wir in der Sonne auf der obersten Bohle und harren der Dinge, die jetzt gleich passieren werden.

Erst tummeln sich die Bullen, die erst ganz am Schluß des Tages zum Einsatz kommen werden, auf dem Platz, dann wird der Austragungsplatz mit einer Art Aufsitzrasenmäher mit einem riesigen Rechen hintendran geglättet.

 

 

 

Zum Auftakt trägt Miss Florida die amerikanische Flagge zu Pferd durch die Arena. Die Nationalhymne wird gespielt und alles ist sehr feierlich. Anschließend folgt die Floridaflagge und viele andere von den teilnehmenden Vereinen.

 

 

 

Im ersten Wettbewerb müssen junge Männer so lange es geht auf dem Rücken von einem „wilden“ Pferd bleiben und die Zeiten werden genommen.

Zwei für die Sicherheit abgestellten Reiter fangen immer wieder das wild umherspringende Pferd ein, wenn es seinen Reiter abgeworfen hat, oder holen während dem Ritt den Reiter vom Pferd, wenn die Höchstzeit erreicht wurde.

 

 

Es werden mehrere Wettbewerbe in unterschiedlichen Altersklassen für Mädchen und Jungen durchgeführt. Ganz junge Mädchen müssen mit ihrem Pferd ganz nah an eine festgebundene Ziege heranreiten, abspringen und so schnell wie möglich die Ziege umdrehen und an den Füßen fesseln. Hier sieht man richtig, wer schon ein bißchen besser reiten kann und wer noch am Anfang der Karriere steht. Die Ziege wird nach 2 x fesseln ausgetauscht um den Streßfaktor für das Tier zu reduzieren.

 

 

Die jungen Männer müssen vom Pferd aus ein Stierkalb ohne Lasso mit bloßen Händen greifen und mit dem Kopf auf den Boden drücken. Beide kommen zeitgleich aus der Box und dann geht manchmal alles ganz schnell oder es klappt auch gar nicht. Der Punktrichter reitet immer direkt neben her.

 

Dann kommen die jungen Mädchen dran, aber sie müssen den kleinen Stier nicht fesseln sondern nur einfangen und lassen dann das Lasso los.

Zur Abwechslung messen sich jetzt nochmal junge Reiter mit ihrem Können, wie lange sie auf einem „wildgewordenen“ Pferd obenbleiben können.

Bei einem weiteren Wettbewerb geht es um Teamarbeit und zwei Reiter probieren gemeinsam einen kleinen Stier zu fangen. Einer wirft die Schlinge über den Kopf und der andere muss die Schlinge um die Hinterbeine werfen, das ist gar nicht so einfach.

Von den Damen müssen Tonnen in einer bestimmten Reihenfolge angeritten und umrundet werden, und ein Slalomparcour mit aufgestellten Stangen muss ebenfalls von den Mädchen bzw. jungen Damen absolviert werden.

Zum Schluß sehen wir dann das richtige Bullenreiten, hier kommen die richtig großen Stiere dran und wer am längsten draufbleibt ist der Sieger. Das ist ganz schön gefährlich und genügend Helfer zu Pferd und zu Fuß, lenken den Stier ab, sobald er seinen Reiter abgeworfen hat.

Uns gefällt diese Veranstaltung sehr gut. Man bekommt hier einen Eindruck wie es früher und vielleicht auch heute noch auf einer Ranch zugeht. Die Jungen und Mädchen werden damit groß und müssen lernen, wie sie evtl. verlorene Tiere wieder einfangen können. Dass das manchmal schnell gehen muss, kann man sich ja vorstellen. Das Bullriding ist dann eine willkommene Abwechslung für die „Halbstarken“ um die gegenseitigen Kräfte zu messen.

Kurz vor Sonnenuntergang ist dieses Event heute zu Ende, für die Akteure geht es morgen weiter, aber wir fahren ins Bubba's Roadhouse und Salon, um dort zu Abend zu essen. Ein klein wenig müssen wir warten bis wir geseatet werden. Wir freuen uns, denn wir lernen noch eine von diesen urigen „Bars“ kennen, die es hier rundherum so gibt. Hier stehen geröstete und gesalzene ungeschälte Erdnüsse auf dem Tisch und es ist hier Usus die Schalen einfach auf den Boden zu werfen. Das sieht aus als wäre wochenlang nicht ausgefegt worden und knistert und knackt wenn man umherläuft, macht aber den Charme dieses netten Salons aus. Das Essen schmeckt uns sehr gut und ich bin „endlich“ mal wieder zu einem tollen frischen Salat in einer sehr schmackhaften Soße gekommen. Über die Größe brauchen wir uns nicht unterhalten, es war die Menge einer Waschschüssel und ich habe meine Probleme beim Aufessen. Rolf kann seine Hähnchenteile nicht aufessen, ich kann ihm aber auch nichts mehr abnehmen und so verlassen wir wieder einmal ein Restaurant mit einer Box.

 

 

Melanie und Rüdiger bringen uns noch nach Hause und dann müssen wir uns leider verabschieden. Wir hatten eine sehr schöne Zeit mit den beiden und viele angenehme Gespräche. Dankeschön Euch beiden für die vielen Anregungen und Tipps.

Morgen heißt es Koffer packen, denn wir reisen zu unserer letzten Station in diesem Urlaub, es geht zum Abschluß weiter Richtung Orlando/Kissimmee, wo wir uns noch einiges ansehen wollen und liebe Freunde treffen.