2014 - Weihnachtszeit in Florida

 

Tag 43 - Montag 05.01.2015
von Cape Coral über Arcadia nach Kissimmee

 

Aufstehen wie immer, aber Frühstück drinnen, weil es dann schneller geht. Vorher noch duschen und anziehen, dann eine Handtuchmaschine waschen und ab in den Trockner. Restliche Sachen in die Koffer packen und die Esswaren aus dem Kühlschrank in eine extra Tüte. Da wir uns heute abend mit Petra und Eric treffen, ziehen ein paar Dinge wie Grillsoßen und Margarine, Peanutbutter und Pepperjack-Käse von dem Kühlschrank in Cape Coral in den Kühlschrank in Kissimmee. Die Spülmaschine muss auch noch laufen und das Geschirr wieder in die Schränke.

In Cape Coral ist der Himmel bei unserer Abfahrt um 12:00 Uhr anstatt geplanter 10:00 Uhr, total bedeckt und die Schleusen öffnen sich, als wir auf dem Veterans Richtung Norden unterwegs sind. Wir wollen noch nach Arcadia an der 17N, um uns die Altstadt dort anzusehen und glauben wir können das ausfallen lassen, denn bei diesem starken Regen will ja niemand ohne Schirm in den Straßen rumlaufen.

Das Glück ist uns hold, denn als wir etwa 15 Minuten vor Arcadia sind, reißt der Himmel ein Stückchen auf und es hört auf zu regnen. Die Sonne wagt sich zaghaft hervor und beschert uns 10° mehr als bei unserer Abfahrt, denn da hatten wir 61°F = 16°C und jetzt sind es bereits 71°F = 22°C. Unsere „Michelle“ führt uns in den sogenannten Historic District, wir finden sogar sofort einen kostenlosen Parkplatz und flanieren die Antiquitätenmeile einmal hoch und einmal runter.

Die Fassaden der Häuser sind überwiegend im neoklassizistischen Stil gehalten, der hier weit über das Land verbreitet ist.

 

 

Die Anordnung der Fenster und Türen ist formal und symmetrisch gehalten. Die Haustür wird oft von säulenartigen Elementen flankiert und mit einem Flachgebälk, oder einem abgerundeten Oberlicht begrenzt. Es erinnert mich auch ein wenig an den Südstaaten Stil. Die Farben der Fassaden sind in pastell gehalten.

 

 

In den Häusern befinden sich fast nur Antiquitätengeschäfte und man fragt sich, wie diese Dinge alle den Weg hierher gefunden haben. Sogar vergilbte schwarzweiß Fotografien werden zum Verkauf angeboten.

 

 

Sucht man sich hier seine Urahnen aus, um sie gerahmt in die eigenen vier Wände zu hängen? Wir betreten ein paar Geschäfte und fühlen uns in einen alten Film versetzt.

 

 

Hier gibt es Plüsch und Plunder, einfach alles Mögliche, was man sich nur vorstellen kann, dass es irgendwann einmal ein gemütliches zu Hause geschmückt hat. Bilder, Lampen, Tischchen, Stühle, Sofas, Figuren, Hausrat...... jeder Laden ein kleiner Flohmarkt.

 

 

Manche Läden sind sehr gepflegt und andere ziemlich heruntergekommen, die Scheiben schmutzig und die Vorhänge zerissen. Wer kauft denn hier ein? Oder besser gefragt, wer verkauft denn hier und kann davon leben? Manche Läden sind auch ganz geschlossen. Es ist eine bizzare Atmosphäre und könnte der Beginn einer Geisterstadt sein. Nein, vielleicht nicht ganz, denn rund um diese eine Straße leben die Menschen in ganz normalen Häusern, es gibt Schulen, Kirchen, Kindergärten.....

 

 

Aber wir wollen noch weiter zu den Bok Tower Gardens in der Nähe vom Lake Wales, westlich vom Hwy 27N. Wir fahren an vielen Orangenplantagen vorbei und an Pferderanchen und Weiden mit Kühen, Kälbern und Stieren.

 

 

Als wir beiden Bok Tower Gardens ankommen ist es bereits zehn nach vier. Die Gardens schließen um 17:00 Uhr und es kostet 12 US$ Eintritt pro Person. Na gut, das lohnt sich heute nicht mehr, dann fahren wir lieber noch ein wenig an den Lake Wales, den wir gerade ein kleines Stückchen entlang gefahren sind und der uns gut gefallen hat. Auch hier haben wir Glück und finden gleich einen Parkplatz.

Der See liegt ganz dunkel vor uns, Hecken von roten Pfefferbeeren wachsen am Ufer entlang, die Sonne scheint noch spätnachmittagswarm und spendet wundervolles Licht.

 

 

Riesige Bäume, behangen mit spanish bearth, breiten ihre Astarme aus, als wollten sie diese Pracht trocken. Sie stehen majestätisch wie uralte Denkmäler im Gegenlicht vor einer wie im kolonialstil gebauten Häuserreihe.

 

 

Junge Ibisse streiten sich in Ufernähe um die Beute und vor Aligatoren wird gewarnt. Dieses Fleckchen Erde strahlt eine unheimliche Ruhe aus, obwohl es nicht weit vom Highway entfernt liegt.

 

 

 

Im Moment ist Gassi-Time, viele Hundebesitzer führen ihre Hunde auf der Wiese zwischen See und Weg aus und Jogger joggen mit der Pulsuhr am Arm. Wir gehen noch ein wenig am nahen Ufer entlang und fahren dann bald weiter.

Es ist schön, sich mit Petra und Eric wiederzutreffen. Wir haben einen sehr netten Abend und ein wundervolles Essen zusammen.