1999 - Jahrtausendwende in Florida

 

Tag 20 - Mittwoch 29.12.1999
Bonita Beach und Verkehrschaos

 

Heute wollen wir mal wieder nach Sanibel, C und ich backen schnell noch ein paar Brownies, da wir den ganzen Tag unterwegs sein wollen und bereiten ein paar Sandwiches vor. Die Backzeit ist 42 Minuten und in der Zeit kann ich gerade noch meine Nägel mit Acryl machen und bin eigentlich ganz zufrieden bis auf die Dicke und ein paar Wellen. Bald haben wir alles gepackt und können starten. Wenn es die Zeit zulässt wollen wir noch in den Swamp den wir dieser Tage nicht besucht hatten.

Vor der Toll-Bridge nach Ft. Myers fährt ein superschöner Truck neben uns her. G fährt schneller und beeilt sich, sodass wir ein paar Autos vor ihm durch den Toll kommen und parkt. Super – ich kann dann in aller Ruhe fotografieren. Der Trucker fährt extra langsamer als er sieht, dass ich mit dem Foto in Positur auf ihn lauere. Scheinbar freut er sich von uns bewundert zu werden, er winkt als er dann doch an uns vorbeifahren muss. Es ist ein schwarzer Truck mit ganz viel auf Hochglanz poliertem Chrom. Beneidenswert, wie der in der Sonne blitzt und blinkt.

Leider haben wir überall totalen Stau. Ganz schlimm wird es Richtung Sanibel. Die meisten haben wohl zwischen den Jahren Urlaub und wollen ihre Strände selbst, genießen. Wir quälen uns durch den Verkehr, jede Ampel ist rot und es geht nur noch Stop and Go, bis wir dann wirklich stehen bleiben und stehen und stehen..... Die Brücke nach Sanibel ist bereits in Sicht und wir nehmen mit Schrecken wahr, dass es auf der Brücke genauso aussieht. Kurzerhand entscheiden wir um, denn es ist schon knapp 13:00 Uhr und fahren in Richtung Naples zu dem Strand, der uns zuerst so gut gefallen hat. Laut meiner und C's Karte müsste dies Bonita Beach sein. Sollte uns dieser Strand (ist mit Ft. Myers Beach verbunden) nicht zusagen, dann fahren wir weiter zum Vanderbuild Beach. Unsere geliebte 41 S, bringt uns Stück für Stück dem Strand entgegen.

Wir finden einen wunderschönen Strand, den wir jedoch nur zwischen den Häusern erspähen können. Leider sind hier die sogenannten Public-Accesse zum Strand dermaßen klein, es passen nur etwa 4 oder 5 Autos drauf und in den Nebenstraßen ist überall Parkverbot. Auf der Parkplatzsuche sehen wir natürlich wieder wunderschöne Häuser mit super gepflegten und toll angelegten Gärten. Nachdem wir erfolglos im dichten Verkehr, aber jetzt ohne stop and go, mindestens dreimal so einen Public Access umsonst angesteuert haben, sehe ich in einer der Querstraßen jemanden draußen vor seiner Garage und sage zu G, komm halt an, ich frage einfach mal einen Anwohner, ob wir das Auto hier stehenlassen dürfen.

Ich frage höflich und habe tatsächlich Glück. Ich sage ihm, dass wir aus Deutschland sind und heute gerne an diesen Strand gehen möchten und ob er uns erlauben würde, das Auto bei ihm vor dem Haus zu parken, da wir nirgends einen Parkplatz finden können. Er ist sofort einverstanden und sagt auch noch, wir sollen den Tag genießen und er und seine Frau würden auf das Auto aufpassen..... und meine Lieben im Auto wundern sich und fragen, wie hast Du das denn gemacht?

Wir sind ab ca. 14:00 Uhr bis knapp 17:00 Uhr am Strand. Es gefällt uns ausnehmend gut und wir entdecken hier ganz andere Muscheln wie auf Sanibel. Unser eingepacktes Essen genießen wir und sind rundherum zufrieden. Die Brownies schmecken ganz vorzüglich aber ich glaube unsere Restlaufzeit hier im Haus ist jetzt schon so knapp bemessen, dass wir nicht mehr dazu kommen werden, dies zu wiederholen. Wir haben noch ein Päckchen Muffins im Schrank, aber der Rest von heute reicht noch bis morgen den 30.12.99 Am 31.12.99 gehen wir nach Ft. Myers an den Strand, um zu feiern und die Muffins backen wir dann am besten am 1.1.2000 denn am 2.1.2000 ist unsere Zeit in diesem schönen Haus zu Ende.

Den Heimweg nach Cape Coral treten wir über Ft. Myers an, aber wir haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wir haben halt gedacht, den Stau von heute morgen umgehen zu können, und da die vorgelagerten Inseln Bonita Beach und Ft. Myers Beach verbunden sind, auf diesem Weg schneller zurück nach Hause zu kommen, anstatt auf die 41 zurückzufahren. Es geht wieder nur im stop and go voran, nervend für den Fahrer und auch nicht sehr abwechslungsreich für die Mitfahrer. G erweist sich als sehr höflicher Autofahrer und lässt den einen oder anderen Wagen, der sich von rechts einordnen will, vor. Gut so, denn wir sollten gleich noch etwas geboten bekommen.

Vor uns ein normaler PKW und vor ihm eine Art Pick-Up, viel weiter nach vorne können wir nicht schauen, aber es ist nach wie vor Stau und wir stecken jetzt auch schon eine Stunde auf der Rückfahrt. Auf einmal sagen Rolf und G wie aus einem Mund, ja was war das denn, ist unser Vordermann dem Pick-Up gerade drauf gerumpelt? Hhhm, das kann ja bei diesem dauernden anfahren und bremsen leicht passieren, wenn man nicht ganz auf die Straße konzentriert ist. Wir Beifahrer schauen ja auch dauernd zwischen den Häusern aufs Meer um die Sonne untergehen zu sehen. Aber als ich jetzt von hinten in der Mitte durch nach vorne schaue, da schiebt der PKW vor uns den Pick-Up zur Seite bis er fast quer steht und haut dann über die Gegenfahrbahn ab. Der Pick-Up nichts wie hinterher so schnell er die Kurve gekriegt hat und kurz drauf hat es laut gescheppert. Und es dauert noch eine Weile, bis wir sehen können was passiert ist. Zuerst sahen wir Gott sei Dank nur umgebretterte Mülltonnen, bis wir auf einmal sehen können, dass dieser Typ wahrscheinlich doch mit dem Gegenverkehr kollidiert ist und durch ein Gebüsch hinter einer Mauer gelandet ist.

Nicht lange und wir vernehmen tatü, tata von vorne, aber es kommt dann lange nichts und dann irgendwann ein Sheriff entgegen. Ist doch wohl mehr passiert, als wir dachten – hoffentlich ist niemand verletzt. Wir können uns gar nicht erklären, wieso dieser Typ auf einmal durchgedreht ist und solchen Kapriolen gemacht hat. Das ist ja nicht zum Lachen, aber wenn G den nicht vorgelassen hätte, dann wäre der hinter uns gewesen..... Aber hätte, wäre und wenn spielt ja keine Rolle, denn es war nicht so. Wir hatten einen Schutzengel.

Da sich der Stau jetzt doch zu einem Zeitkiller entwickelt, beschließen wir den nächsten Supermarkt, der an uns vorbeikommt zu nehmen und nicht mehr die Kurve über „unseren“ Albertsons zu drehen. Wir erspähen Winn Dixie Market Place und schon sind wir drin, wir kaufen Steaks und Wein und freuen uns schon auf dem jetzt nur noch kurzen Heimweg auf die Zubereitung.

Die Steaks sind wunderbar, diesmal eher wie Rumpsteaks und der Wein ist auch nicht schlecht. Wir quatschen und trinken bis tatsächlich schon der zweite Film des Abends im TV beginnt. C und ich möchten ja gerne noch „Warte bis es dunkel ist“ sehen, G und Rolf verabschieden sich nach ein paar Minuten. Wir wollen durchhalten, gehen aber dann doch vor dem Ende ins Bett, da wir sehr müde sind und der Rotwein auch seine Wirkung entfaltet.