1999 - Jahrtausendwende in Florida

 

Tag 24 - Sonntag 02.01.2000
Abschied von Cape Coral und Kofferpacken

 

Eigentlich dachte ich C und G wollten heute ganz früh weg, aber als ich Rolf wecke und ihn bitte, die beiden zu wecken, sind sie ausnahmsweise noch gar nicht wach.

Rolf bereitet das Frühstück zu, ich dusche und geselle mich dann zum helfen dazu. C packt noch die letzten Sachen und macht noch Sandwiches zum mitnehmen. Sie kommen dann so gegen halb 12 mittags hier weg und Rolf und ich genieße das Pool-Leben zum letzten Mal in diesem Urlaub.

Es fällt uns beiden schwer, wieder mal Abschied von hier zu nehmen. Ich kann so gar nicht sagen, was uns alles hier so gut gefällt. Ist es das easy going, das dolce far niente, was hier mit unserer DM einfach super ist. Ist es die unglaubliche Weite des Landes, die freundlichen Menschen, die Möglichkeiten die Freizeit zu gestalten, das schöne Wetter bei dem es einem auch nichts ausmacht, wenn es mal regnet? Sind es die Malls und Shopping Center, die uns wie im Märchen vorkommen, die weißen Strände, das sanfte Wellenspiel des Golfs in der leichten Meeresbrise? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass wir uns hier ganz besonders wohlfühlen und jeden Augenblick genießen und niemals vergessen wollen.

Je näher sich die Sonne dem Westen nähert umso bedrückter werden wir. Wir fahren noch einmal kurz zum Publix um einen Film zu kaufen, da ich meine Filme alle verknippst habe. Danach wollen wir auf Sta. Barbara 360 das Führerscheinbuch abholen, das hier nichts kostet, um uns für das nächte Mal für den Floridaführerschein zu präparieren. Damit hat man ungeheuere Vorteile bei allen möglichen Dingen. Anschließend fahren wir an „unser“ Grundstück, welches wir mal gekauft und wieder verkauft hatten, fotografieren das Haus was inzwischen drauf steht und fahren noch ein wenig durch die Straßen. Wir machen auch noch ein paar Fotos von diesem wunderschönen Wassergrundstück am Ende von Sands, das in diesem Jahr zum ersten Mal zum Verkauf steht. Nebendran das Haus ist auch zu verkaufen. Ein Palast – schön, aber wir können inzwischen ohne Reue diese Superhäuser ansehen und mit Bestimmtheit sagen: wir kommen wieder, aber zur Miete!

Mit hereinbrechender Dämmerung kommen wir nach Hause und das heißt „Koffer packen“. Das dauert dann doch ein wenig länger als ich eigentlich vermutet habe, aber Rolf meint, es wäre schnell gegangen. Vor allen Dingen habe ich alle möglichen Sachen noch im Koffer untergebracht, von denen wir gedacht haben es ginge nicht. So, das wäre erst einmal geschafft. Die Toilettensachen und noch so ein paar unzerbrechliche Kleinigkeiten kommen dann noch in die schwarze Tasche und die geben wir dann auf.

Rolf bereitet schon das Essen vor und ich schreibe an diesem kleinen Floridatagebuch, damit ich bloß keine Kleinigkeit vergesse. Bevor ich heute damit angefangen habe ruft Rolfs Sohn Markus an. Zu Hause ist es schon halb 2 in der Nacht und der Bub ist immer noch auf den Beinen. Lieb, dass er sich gemeldet hat, er wird uns vom Flughafen abholen. Es ist Wahnsinn, vor kurzem konnte er noch nicht einmal Gitarre sagen – heute fährt er uns zum Flughafen und holt uns wieder ab, schickt e-mails und telefoniert wie selbstverständlich mit uns über den großen Teich.

Rolf hat hervorragend gekocht, aus lauter Resten und wir lassen es uns zwischendurch erst einmal schmecken, bevor ich mich an die fast letzten Zeilen aus diesem Urlaub mache. Morgen wollen wir zwischen 7:00 Uhr und 8:00 abreisen, damit wir noch genügend Zeit haben den Milleniumsspektakel zu erleben, der wie wir jetzt gelesen haben, nicht in Magic Kingdom, sondern im Epcot-Center stattfindet.