1999 - Jahrtausendwende in Florida

 

Tag 05 - Dienstag 14.12.1999
Pooltime und Sightseeing per Bike

 

Heute wachen wir erst um halb 8 auf. Die Umstellung scheint jetzt vollzogen zu sein. Frühstück bereiten wir gemeinsam und haben dann eine schöne Überraschung. Der Sohn von Rolf ruft an und will uns eine e-mail schicken. Das mit den anderen Mails an unsere ganzen Freunde scheint wohl nicht so zu klappen, außer Volker hat niemand geantwortet. Das Grapefruitmesser funktioniert ganz toll und wir freuen uns richtig darüber ohne größere Schweinerei in den Genuss der Frucht zu kommen.

Rolf sitzt am Pool, der Regen hat sich verzogen und ich werde jetzt auch rausgehen. Ist ja irre unsere Freunde C und G, die uns in wenigen Tagen besuchen, haben unsere Mail bekommen und uns auch geantwortet, aber es ist noch nichts im Posteingang.
Mutti ruft an und meint sie hat irgendetwas falsch gemacht weil sie beim wählen bei unseren Freunden (C und G) gelandet ist, die ihr dann erklärt haben unter welcher Nummer sie uns erreichen kann. Komisch sie merkt es dann, aber kann sich nicht daran erinnern, was sie eigentlich gemacht hat. Ist ja auch schwer für ältere Menschen. Sie sagt sie streicht jetzt alle Nummern von ihrem Zettel durch, nur unsere nicht. Ist doch prima. Mit fast 83 darf man auch was vergessen....

Rolf schaut dann noch weiter in unseren e-mails nach und siehe da, G und C haben auch geantwortet und die Mail von W ist da. Schade eigentlich, dass wir nicht noch viel mehr Leute mit e-mail Anschluss kennen. Das macht richtig Spaß, wir sitzen hier in Florida und können auf so unkomplizierte Weise mit dem Rest der Welt kommunizieren. Tja wäre natürlich noch einfacher, wenn das Telefon ginge, aber so geht es glaube ich sogar preisgünstiger und man kann mehr schreiben, als sprechen.

Gemeinsam gehen wir dann wieder raus an den Pool. Leider kommt die Sonne heute nicht so toll durch die Wolken durch. Eigentlich schade, aber nicht so schlimm. Einkaufen gehen wir heute nicht. Gegen 16:00 Uhr schwingen wir uns mal auf die Fahrräder, die hier in der Garage stehen und wollen dann mal durch unsere Gegend fahren, um in der beginnenden Dämmerung die geschmückten Häuschen zu fotografieren. Wir werden auch schnell fündig, bei einem Gärtner, also der hat ja tausende von Lichtern an Figuren auf seiner Wiese aufgebaut, sieht uns und fragt ob er es anschalten soll. Na klar, wir warten minutenlang geduldig bis er alle Schalter betätigt hat und dann auch noch alle seine kleinen Weihnachtsmänner, von denen jeder ein anderes Lied singen kann, raus geholt und zum singen gebracht hat.

Ein kleiner Baumstamm mit großen Kulleraugen wünscht uns frohe Weihnachten. Ein Weihnachtsmann schwingt die Hüften und singt so ein nettes Lied mit „happy Christmas“ (dieses Lied muss ich unbedingt haben!). Ein anderer kann nicht mehr aufhören mit Jingle Bells und und und..... die Dämmerung bricht langsam herein und ich mache ganz viele Fotos. Er fragt uns, woher wir sind, holt seine Polaroid Kamera und eine deutsche Flagge, setzt uns vor einen Schlitten mit einem Weihnachtsmann und fotografiert uns. Bei uns wäre ja schon die Hölle los, wenn ein Fremder vor dem Garten überhaupt stehenbleibt, ja was und fotografiert? Hier müssen wir unbedingt mit G und C hin, dies sagen wir ihm und er freut sich und meint, dann macht er wieder ein Foto. Er ist aus Argentinien und erzählt, er würde jedes Jahr neue Lichterketten etc. kaufen. Inzwischen sind es 30.000 Lichter, das ist der absolute Wahnsinn oder?

Auf unsere Frage, wo man diese Lichter kaufen kann, kommt nur ein lapidares „überall“ ja aber wo denn überall? Außer in diesem tollen Weihnachtsmarkt in der Nähe von Tampa haben wir noch keine Lichterketten gesehen. Aber wir haben ja noch Zeit.... Zu Hause kurz vor der Dunkelheit wieder angekommen, bereiten wir unser heute fast echt amerikanisches Abendessen zu. Es gibt heute Steaks aber im Backofen gegrillt, da Rolf den Grill da draußen nicht problemlos anzünden kann, außerdem ist es inzwischen so stockfinster und das Licht vom Pool reicht nicht so weit bis zum Grill. Dazu gibt es Bohnen spicy und Reis, ein wenig Knoblauchbutter (bzw. Marga) die von gestern noch übrig war und ein Gläschen Rotwein. Wir knien uns so richtig rein in dieses Essen. Toll! Rolf möchte aber seine Steaks das nächste Mal nicht so ganz durch haben, wie heute, kann er gerne haben solange ich meine länger drin lassen kann.

So Küche aufräumen und ab vor den Fernseher, aber meine Augen bleiben nicht lange auf. Ich schlafe so vor mich hin und Rolf studiert die Angebote in den Zeitungen die hier so im Briefkasten liegen. Gegen 22.00 Uhr gehen wir todmüde, ich möchte mal wissen von was überhaupt, ins Bett.