1999 - Jahrtausendwende in Florida

 

Tag 08 - Freitag 17.12.1999
Sanibel

 

Heute gehen wir erst ein wenig an den Pool und dann wollen wir mal nach Sanibel und Captiva Island fahren. Muscheln sammeln, Wetter und Gegebenheiten prüfen. Außerdem haben wir noch ein paar Mitbring-Aufträge zu erfüllen. Für Carsten und Markus wollen wir nochmal in die Card-Outlet wegen diesen.... (und jetzt beim Abschreiben im Okt 2014, weiß ich nicht mehr was die Pünktchen zu bedeuten hatten). Die Sonne scheint ein wenig und wir freuen uns darüber, selbst wenn sie manchmal hinter den Wolken verschwindet, muss man eine Sonnenbrille tragen, denn es ist ganz schön hell. Die Card-Outlet war heute in Windeseile erledigt und wir freuen uns darüber.

Jetzt starten wir durch über Mc-Gregor nach Sanibel. Die Straßenbauarbeiten sind voll im Gange und auf einmal sind wir auf San Carlos, ich versteht die Welt nicht mehr aber Rolf meint es wäre schon richtig, nur auf der Karte sieht es vollkommen anders aus. Wir entdecken zumindest einen Walmart, einen Albertsons und einen Big-K-Mart, der uns sowieso noch interessiert hat. Aber das ist erst auf dem Heimweg dran, denn jetzt wollen wir nach Sanibel. Wir müssen 3 Dollar „Eintritt“ über die Riesenbrücke bezahlen und das Parken ist dort schwierig und dort, wo man es darf, auch nicht kostenfrei. 0,75$ für eine Stunde. Ich werfe mal 1,50 US$ ein, damit wir 2 Stunden am Strand entlang marschieren können. Wir bewaffnen uns mit dem Fotoapparat, einer kleinen Tüte für Muscheln und der Sonnenbrille. Phantastisch das weite Meer, dieser weiße Strand, ganz weit weg die Häuser vom Festland, ein paar kleine Häuschen vom Strand aus zu sehen, in denen die Menschen hier wohnen. Grün, Blau, Türkis gestrichen, den Farben des Wassers nachempfunden.

Den Kopf nach unten gebeugt, wie es hier am Strand üblich ist, laufen wir und laufen, begleitet von Seemöwen, normalen Möwen, Sandpiepern und überholt von anderen Spaziergängern. Wir sehen junge kleine Vögel die sofort abwetzen, sobald wir in ihre Nähe kommen. Die Mutter scheint weitab. Wir finden ganz viele schöne Muscheln in rosa, apricot, weiß, lila und sogar in schwarz. Die kleine Tüte füllt sich langsam und wir machen uns nach ca. einer Stunde auf den Rückweg, denn eigentlich wollten wir uns ja noch in den aus der Garage mitgebrachten Strandstühlen ein wenig sonnen. Als wir am Auto ankommen bleiben uns gerade noch 20 Minuten, dann ist die Parkzeit abgelaufen. Wir schnappen uns noch ein paar von den Free Heftchen, die Strandstühle und genießen die inzwischen heiße Sonne. Anschließend wollen wir noch mit dem Auto den größeren Teil der Insel erkunden. Die Insel ist doch ganz schön lang und hat allerlei zu bieten, außer kleinen Malls und wunderschönen kleinen Geschäften eine Vegetation wie sie kein künstlich angelegter botanischer Garten je bieten kann. Man fährt quasi in einem Tunnel von Palmen und blühenden Pflanzen in einer Größenordnung, die kaum vorstellbar ist. Man verliert hier sowieso ein wenig die Relation zu dem uns bekannten und gewohnten Größensystem.

Zwischendurch fällt der Blick auf verschlungene Wurzeln, die in einem Dickicht enden oder auch auf wunderschöne Wege, rechts und links mit blühenden Gewächsen bepflanzt, die kaum einen Blick auf das hinten dran stehende Haus freigeben. Hier ist wohl das große Geld zu Hause, es sieht alles sehr nach Reichtum aus. Auch die Autos, die ab und zu aus so einer Einfahrt herauskommen sieht man bei uns nur in noblen Autosalons und selten so richtig auf der Straße. Hier zu wohnen bedeutet abgeschnitten vom Festland, aber wer schon 20 mal hier war und die Einsamkeit liebt, dem ist diese Insel wie auf den Leib geschneidert. Einsamkeit im wahrsten Sinne des Wortes, denn parken ist hier nirgendwo erlaubt.

Man darf mal kurz vor den Geschäften zum Einkaufen oder zum Schlendern parken oder vor den Restaurants zum Essen, aber auch nur wenn sie geöffnet sind. Man darf den Platz nicht nutzen wenn das Restaurant geschlossen ist, dann wird man gegen hohe Strafe abgeschleppt. Man kann entweder hinten am Leuchtturm parken (public access) wo wir eben noch am Strand waren, oder kurz bevor man nach Captiva Island kommt, auf der linken Seite. Da sind vielleicht 10 Parkplätze, die man aber auch nur gegen Gebühr nutzen kann. Wir beschließen, das nächste Mal in einem von den beiden Fahrradverleihen ein Rad zu mieten, um die Insel besser zu erkunden. Der Strand kurz vor Captiva Island ist einmalig, fast kitschig diese Farben jetzt am Himmel, rosa, blau, türkis der Himmel, dunkel das Meer und strahlend weiß der Sand, das Licht jetzt so um 15.30/16.00 Uhr traumhaft. Leider ist der Himmel ein wenig bedeckt, sonst könnte man hier einen wunderschönen Sonnenuntergang abwarten.

Auf dem Rückweg kommen wir doch tatsächlich an dem, von lieben Bekannten angepriesenen, Lokal „Bubble Room“ vorbei und das sieht sehr lustig aus. Kitschig bis zum "geht nicht mehr", aber bis in die letzten Einzelheiten so liebevoll gestaltet, mit echten und aufgemalten Blumen, kaum voneinander zu unterscheiden. Wir machen ein paar Fotos und beschließen mit G und C hier essen zu gehen. Vielleicht können wir das ja mit einer Fahrradtour verbinden?

Vollgepfropft mit wieder neuen Eindrücken von diesen Inseln, machen wir uns auf den Rückweg über Mc Gregor um im Big K-Mart reinzuschauen und evtl. dort auch noch ein wenig „Futter“ für heute Abend zu kaufen. Das ist ja ein komischer Laden, obwohl ich für einen Kollegen das Einschmierlotion für seine Frau finde, fühlen wir uns hier nicht so ganz wohl. Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt (wieder einmal) der Bettwäsche, die wir dort sehen. Wenn wir ja endlich mal verstehen würden, was ein Comforter, Sham, Shirt, Full-Set ist, könnten wir uns vielleicht leichter entscheiden, ob ja oder nein. So richtige Bettbezüge, wie wir es kennen gibt es hier nicht, und außerdem wüssten wir ja auch gar nicht, wie wir diese Sachen nach Hause shippern sollen. In den Koffer passt auf jeden Fall nichts mehr rein, das ist klar.

Abends fällt uns beiden dann fast gleichzeitig ein, dass es ja auch hier UPS u.ä. gibt – die natürlich gegen entsprechende Gebühr uns dies nach Hause schicken könnten. Diese floralen Muster der Bettwäsche gibt es halt bei uns überhaupt nicht, deshalb sind wir ja auch so begeistert. Außerdem kann man im gleichen Muster die Vorhänge, Badeteppiche, Zahnbecher, Handtücher, Waschlappen und einfach alles bis ins kleinste Detail bekommen. Wir werden uns in den nächsten Tagen mal erkundigen, was so ein shipment nach Germany kostet.

Ansonsten gefällt uns der K-Mart überhaupt nicht. Merkwürdiges Publikum und wir kaufen auch nur Kaffee und Wein. Den Rest holen wir lieber wieder bei unserem geliebten Albertsons, da wissen wir wenigstens was wir haben. Ein Frucht-Stand an der Straße, auf dem Weg nach Hause erweckt noch unser Interesse und wir decken uns mit 3 Gurken für 1 Dollar, sowie mit Grapefruits ein. Gut so, denn wie wir bei Albertsons merken, sind sie nicht mehr im Angebot.

Morgen holen wir unsere Freunde G und C vom Flughafen ab und kaufen daher für unser erstes gemeinsames Frühstück noch Brot, Orangen und Joghurt ein. Ein neues Joghurt, das wollen wir heute Abend als Nachtisch zu unseren Resten von gestern (Nudeln mit Thunfischsoße und Reissalat) und zu den Riesenshrimps, die wir uns für heute leisten, essen. Ein gelungenes Mahl, wir sind rundherum zufrieden und der Joghurt Key Lime Pie und Peach'n Cream schmeckt einfach ganz hervorragend. Vier Stück für 2$, das kann man wieder kaufen. Wir sehen uns heute zuerst einen netten Weihnachtsfamilienfilm an und anschließend noch einen ganz spannenden Film: Angola und die A 6 Mine, Gut gegen Böse - und wie wir im Nachspann feststellen, leider eine wahre Begebenheit.