1999 - Jahrtausendwende in Florida

 

Tag 09 - Samstag 18.12.1999
Outlet und Freunde abholen

 

Gegen morgen werden wir von einem lauten Regenguss geweckt. Es will gar nicht aufhören, nur das „gießen“ wird langsamer. Beim Frühstück dann ist der Regen zu Ende aber der Himmel ist bedeckt und wird es sicher auch bleiben. Der Wetterbericht macht uns keine großen Hoffnungen auf Wetterbesserung, aber man darf nicht vergessen, es ist ja schließlich Dezember und weiter nördlich von hier schneit es bereits. In Chicago ist gestern eine Maschine über das Rollfeld hinausgeschossen, weil so viel Schnee lag. Gott sei Dank wurde niemand verletzt.

Rolf reinigt nach unserem Frühstück den Poolbereich, ich bereite die Sandwiches zum mitnehmen zu, weil wir später nach Tampa zum Flughafen fahren um G und C abzuholen. Rolf hat ein Thermometer gefunden und verkündet: das Wasser im Pool hat 20°C – ist ja toll – wärmer als in jedem Schwimmbad zu Hause.Ich freue mich schon wieder auf die Sunshine Bridge, heute können wir noch zweimal drüberfahren, einmal bei Hellem noch auf dem Hinweg und bei Dunkelheit zurück, das wird ein unvergessliches Erlebnis werden.

Wir starten über Santa Barbara zur Pine Island (78 East) bis wir zur 75 North (Exit 26) kommen. Inzwischen schüttet es dermaßen, dass wir davon Abstand nehmen, den kleinen „Umweg“ über die Sunshinebridge zu nehmen. Wir fahren und fahren und schwimmen und schwimmen auf der 75 North um erst einmal in die Ellenton Mall am Exit 43 zu kommen. Es ist eine ähnlich aufgebaute Mall, wie die in der wir vor ein paar Tagen waren, am Exit 19 an der Corkscrew Rd., jedoch viel viel größer und vor allen Dingen fertig und nicht mehr größtenteils „under construction“. Es schüttet und gießt, windet und ist außerordentlich ungemütlich. Schade, aber wenn das der Regen dann für den Rest unseres Urlaubs ist, soll es uns recht sein.

Wir sprinten vom Auto, nachdem wir unsere Sandwiches genüßlich verspeist haben, unter das erste Vordach der Mall und frösteln. Gleich im ersten erspähten Laden werden die Produkte der Firma verkauft, von der ich die Creme für Fr. W. mitbringen soll. Ich bekomme die letzten beiden Töpfe und zahle 15$ unter dem dortigen Normalpreis. Toll, da wird sie sich sicher freuen. Wir schlendern hier und gucken da. Es ist brechend aber auch wirklich brechend voll, so kennen wir das gar nicht. Jeder versucht noch ein Schnäppchen so eine Woche vor Weihnachten zu ergattern. Bei Nike, Adidas, Levis und und und.... kann man vor Menschen kaum die Ware sehen. Wir verlassen die Läden recht schnell wieder. Bei einem Goeffrey Beene (den Namen habe ich noch nie vorher gehört) werden Damenjeans für US$ 19,90 angeboten und es reizt mich doch gewaltig mal eine anzuprobieren. Rolf wartet geduldig bis ich mich dann doch für eine 10 in easy fit anstatt einer 12 regular oder auch 12 easy fit entschieden habe. In der Zeit meines Anprobierens findet er noch ein sehr schönes T-Shirt für mich. Schwarz mit weißen Rosen drauf, sehr hübsch und „nur“ 16 US$. Super da habe ich ja einen tollen Einkauf gemacht. Wenn ich jetzt noch in dem Swim-Mart einen schwarzen Badeanzug in meiner geliebten Form finden würde, wäre ich total glücklich.

Wir gehen noch in den Foodbereich und essen ein „take-away“ chinesisches Essen, sehr schmackhaft und lecker zubereitet. Sitzen kann man in einem dafür vorgesehenen Bereich mit Tischen und Stühlen. Anschließend machen wir uns wieder weiter auf den Weg zum Flughafen. Vielleicht finden wir ja unterwegs noch einen Albertsons oder ähnlich, um ein paar Marsh-Mallows für C zur Begrüßung zu bekommen. Am Exit 51 müssen wir dann auf die 60 West Richtung Tampa, Flughafen. Es ist schon fast dunkel als uns die Großstadt mit ihrer Leuchtreklame rechts und links, mit dem hektischen Verkehr, mit 6 Spuren, 3 in jede Richtung mit den Autoläden rechts und links in den Schoß aufnimmt.

Wir fühlen uns fast gefangen in diesem Großstadtdschungel, der außer hohen Häusern, Truckerrestaurants und Straßen, Straßen, Straßen für uns wenig zu bieten hat, aber wir finden noch einen Food-Mart in dem wir wenigstens Waschpulver und auch die Marsh-Mallows kaufen können. Die 6 West zieht sich gewaltig und wir sind gar nicht so schrecklich früh am Flughafen. Stöbern wollen wir ja auch noch ein wenig. Wir parken bei „blau“ und stellen dann fest, dass unsere Freunde in „rot“ ankommen. Egal wir werden die Koffer schon dahin bringen, wo das Auto steht. Der Flieger landet mit Verspätung und G und C kommen wohlbehalten an. Nachdem wir fast vermuten mussten, das C's Koffer nicht mitgekommen ist, sehen wir ihn bei anderen Leuten stehen, die sich zwar nicht darum kümmern, aber für uns war davon auszugehen, der der Koffer zu ihnen gehört.

Glücklich mit allem Gepäck landen wir dann kurze Zeit später in der blauen Zone an unserem Auto. Jedes Paar bekommt für die Fahrt von mir ein Fläschchen Wasser, damit keiner verdurstet. Gott sei Dank, jetzt hat es wirklich aufgehört zu regnen und Rolf fährt den gleichen Weg zurück, den wir vor ein paar Stunden hierher gefahren sind. Es ist stockfinstere Nacht und der Verkehr auf der 75 ist mäßig. Manchmal ist kein Auto vor oder hinter uns, manchmal ist der Himmel schwarz und man kann ihn kaum vom Horizont unterscheiden. Manchmal jedoch sind plötzlich wieder ganz viele Autos hinter uns und vor uns. Man sieht auch an der Farbe am Himmel wo sich eine Mall oder ähnliches befindet, denn dann ist es so hell dort, als ob die Sonne gerade untergegangen wäre. G und C sind sehr müde und recht froh, dass wir bald in unserem Domizil in Cape Coral ankommen.

G schläft und wir anderen lauschen den tollen Oldies die im Autoradio spielen, das monotone Motorengeräusch untermalt den jeweiligen Sound. Es ist fast Mitternacht als wir endlich in der SE 17 Terrasse Haus 419 ankommen. Wir genehmigen uns noch ein Glas Rotwein und dann verschwindet jeder in seinem Bett.