1999 - Jahrtausendwende in Florida

 

Tag 10 - Sonntag 19.12.1999
Holiday Boat-A-Long

 

Heute morgen machen wir gemeinsam Frühstück, das wir uns dann in aller Ruhe schmecken lassen. Einen kleinen Einkaufszettel müssen wir wieder vorbereiten, denn Rolf und ich haben nicht gewusst, was die beiden so mögen und es soll ja keiner auf etwas verzichten, was er gerne hätte. B. eine weitläufige Bekannte und ihr Mann, die auch in Florida sind, rufen heute morgen an, und wollen sich gerne mit uns treffen. Sie sind seit gestern in Naples. Ich bitte sie morgen, aber viel später noch einmal anzurufen, um das mit dem Treffen erst einmal mit unseren Freunden zu besprechen. Leider können wir von diesem Telefon aus nur innerhalb Cape Coral anrufen und nicht nach außerhalb telefonieren.

Nach vielem Erzählen und ein, zwei oder auch drei Stündchen purem Relaxing am wirklich heute total sonnigen Pool machen wir uns ein Sandwich und danach auf zur Bootsparade, die wir ja schon seit einer Woche mit Spannung erwarten. Four Freedoms Parkway, wir finden es relativ schnell und können auch dort für 2$ parken. Dann wandeln wir an dieser kleinen Bucht immer den Klängen der Musik und dem Geruch des Grillgutes nach, bis wir einen schönen Standplatz direkt von Santa Claus' Thron finden. Die Sonne geht langsam unter und die ersten Boote kommen mit ihren lichter geschmückten Reelings etc. in die Bucht gefahren. Um uns herum sind hunderte von Menschen, die alle fröhlich diesem Ereignis entgegenfiebern.

Die Big Band, so klingt es fast, verwöhnt unsere Ohren mit wunderbaren Songs, die man gerade mal so mitsingen kann und auch weihnachtlich angehaucht sind. Bei dem Song „let it snow, let it snow“.... bringen sie es wirklich fertig, unechten Schnee in die Luft zu pusten und alle Kinder, natürlich sommerlich bekleidet, rennen und springen um die Flocken zu erhaschen. Es ist für uns eine recht eigenartige Stimmung, wir saugen sie jedoch mit all unseren Sinnen auf. Wir stehen am Wasser, die untergehende Sonne spiegelt sich auf dem Wasser, die Palmen bewegen sich leicht in einer Brise Wind. Die Steaks vor uns werden auf offener Flamme gegrillt, das Chinese Food riecht ganz vorzüglich, die Big Band Musikanten haben allesamt eine Nikolausmütze auf, der künstliche Schnee flimmert durch die mit bunten Scheinwerfern angestrahlte Abendluft. Mehr und mehr Boote mit phantastischen Beleuchtungen laufen in die kleine Bucht ein.

Je dunkler es wird, umso besser kommen die kleinen Lichtchen, Girlanden, große Lichterketten, Riesenbulbs raus. Ein Boot übertrifft das andere. Es ist kaum zu glauben mit wie viel Mühe hier jeder sein Boot in Szene setzt. Irre, der Faschingsumzug bei uns zu Hause ist ja gar nichts dagegen. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie haben wirklich alles aufgeboten was möglich ist und keine Kosten und Mühen gescheut. Da gibt es Rudolph das Red Nose Rentier auf einem Schlitten, einen Nikolaus der über und über mit Lichtern geschmückt ist und mit lautem Ho, Ho, Ho, die Leute zum klatschen animiert. Die Holy Family in grün, rot und weiß sowie eine Krone auf dem Bootsdach drapiert. Diese Christmas Bootsparade entspricht genau unserem Geschmack und blinkt uns bunt mit wunderschön angeordneten Lichterketten an. Selbst die Polizeiboote sind geschmückt. Um 19:00 Uhr, als wir wirklich dachten schon alles gesehen zu haben, ging ja diese Party erst richtig los. Mit lautem Hupen, Polizeiboot vorneweg, setzte sich dann die ganze Parade etwas ungeordnet in Bewegung, so dass wir Gelegenheit hatten, manche Boote erneut zu sehen und Neue zu bewundern.

Die Luft wurde kühl und kühler und wir waren froh, vom langen Stehen im Auto ein wenig sitzen zu können und uns aufzuwärmen. Der Stau löste sich nicht so einfach auf und an allen Ecken und Enden versuchte die Polizei, dem beginnenden Chaos Herr zu werden. Wir bekamen Gelegenheit zu einem U-Turn, der uns viel Zeit auf dem Weg zum Albertsons in Richtung Heimat ersparte. Halb erfroren, mit unserem Einkauf fürs nächste Frühstück verlassen wir gutgelaunt und aufgekratzt den Albertsons. Ein kleiner Umweg zu den von uns bereits ausgekundschafteten illuminierten Häusern, lassen G und C staunen wie verrückt hier alles ist.

Wir fahren noch kurz bei „unserem“ argentinischen Gärtner vorbei und machen es uns dann aber endlich zu Hause gemütlich. Mit Rotwein, O-Saft und Eis, Eiscreme mit der komischen Hurshey's Schokosoße und ein paar Brezelchen. Es ist für alles gesorgt, mit anderen Worten wir fühlen uns rundherum wohl und freuen uns wieder hier zu sein.